Skan­di­na­vi­sche Leich­tig­keit

Gro­ßes Wohn­glück in nur zwei Zim­mern: Cas­ja Berndt­s­dot­ter ver­leiht ih­ren schlich­ten Mö­beln mit ein­fachs­ten Mit­teln das ge­wis­se Et­was

Laura WOHNEN Kreativ - - Inhalt -

„Die Ba­sis bil­den ge­dämpf­te Tö­ne, mit Mes­sing, Glas und bun­ter Ke­ra­mik brin­ge ich sie zum Strah­len“Cas­ja Berndt­s­dot­ter

Fan­ta­sie­reich­tum – woll­te man Cas­jas We­sen mit nur ei­nem Wort zu­sam­men­fas­sen, wä­re es wohl die­ses. Haupt­be­ruf­lich lässt sie als De­ko­ra­teu­rin bei Ikea ih­re Vor­stel­lungs­kraft spie­len. Und auch in ih­rer Woh­nung kön­nen wir be­wun­dern, wie sie ei­ner Ein­rich­tung mit größ­ten­teils un­auf­fäl­li­gen Mö­beln be­son­de­ren Charme ver­leiht. Ih­re Fan­ta­sie hat Cas­ja so­gar zu dem Zu­hau­se ver­hol­fen, in dem sie heu­te mit ih­rem Freund Tob­be in Gö­te­borg lebt: Bei der Be­sich­ti­gung stan­den sie und ih­re Mit­in­ter­es­sen­ten in ei­ner aus­ge­spro­chen alt­mo­disch ein­ge­rich­te­ten Woh­nung mit ei­ner Kü­che aus den 1950er-jah­ren, und nie­mand der An­we­sen­den konn­te sich vor­stel­len, in die­ser

Woh­nung glück­lich zu wer­den – nie­mand au­ßer Cas­ja. Sie war die Ein­zi­ge, de­ren Fan­ta­sie aus­reich­te, um hin­ter dem alt­mo­di­schen Look die wun­der­schö­ne Woh­nung mit knar­ren­den Holz­fuß­bö­den und gro­ßen Fens­tern zu se­hen, die sie in Wahr­heit ist. Und nach ei­nem fri­schen An­strich sa­hen die Räu­me tat­säch­lich schon ganz an­ders aus.

Samm­ler­stü­cke im Trend

Hel­le Wän­de und ge­weiß­te Die­len sind die Ba­sis, auf der sich Cas­ja de­ko­ra­tiv aus­lebt. Mit­tel ih­rer Wahl sind zum Bei­spiel freund­li­che Hin­gu­cker in Form von tie­ri­schen Wand­ha­ken auf der Gar­de­ro­be im Flur und ge­mus­ter­te Kis­sen auf dem So­fa. Grund­sätz­lich gilt: Freie Flä­chen be­ru­hi­gen das Au­ge und ver­grö­ßern den Raum. Da­mit trotz­dem kei­ne Lan­ge­wei­le auf­kommt, setzt Cas­ja auf

„Bei mir bleibt kein Re­gal leer, denn dort ist Platz für mei­ne Lieb­lings­stü­cke, na­tür­lich im­mer schön luf­tig ar­ran­giert“Cas­ja Berndt­s­dot­ter

Bil­der und Kunst­dru­cke. Die Mo­ti­ve ih­rer Wahl ha­ben vie­le Weiß­räu­me. So bleibt die weit­läu­fi­ge Wir­kung der hel­len Wän­de trotz Wand­schmuck er­hal­ten. Cas­ja rät al­len Woh­nungs­ein­rich­te­rin­nen zu au­ßer­ge­wöhn­li­chen Ein­zel­stü­cken: „Ich in­ves­tie­re ger­ne in ei­ni­ge kost­spie­li­ge­re Stü­cke und mi­sche sie mit Selbst­ge­mach­tem und güns­ti­gen Sa­chen. Wer an der Ba­sis spart, dem bleibt Bud­get für Be­son­der­hei­ten“, er­klärt sie.

Kü­chen­freu­den

Die­se Be­son­der­hei­ten be­le­ben ih­re kla­ren Räu­me. Zum Bei­spiel die Kü­che, die nach der Re­no­vie­rung neu­tra­le Fron­ten und hel­le Ar­beits­flä­chen er­hielt. Im zen­tra­len Ar­beits­be­reich über der Spü­le hat Cas­ja auf Ober­schrän­ke ver­zich­tet und lie­ber ei­ne lo­cke­re Lö­sung in Form ei­nes Wand­git­ters ge­sucht. An S-ha­ken hän­gen Töp­fe und an­de­res Equip­ment. „Ich lie­be das Stahl­git­ter aus dem Bau­markt – so ist gleich al­les zur Hand, was ich zum Ko­chen brau­che“, sagt Cas­ja, Au­ßer­dem lässt es die Kü­che trotz klei­ner Flä­che ge­räu­mig wir­ken. Um den wei­ßen Fron­ten et­was Cha­rak­ter zu ver­lei­hen, tausch­te Cas­ja die Stan­dard­grif­fe ge­gen Mes­sing­be­schlä­ge. Das sei su­per­ein­fach: Der al­te Griff muss auf der In­nen­sei­te der Tür oder der Schub­la­de ab­ge­schraubt und durch sei­nen Nach­fol­ger aus­ge­tauscht wer­den. Für Hand­grif­fe,

die zwei Bohr­lö­cher er­for­dern, soll­ten die­se na­tür­lich bei al­ten und neu­en Grif­fen im sel­ben Ab­stand von­ein­an­der lie­gen. So las­sen sich auf ein­fachs­te Wei­se auch al­te Kom­mo­den auf­pep­pen.

Samm­ler­stü­cke im trend

Wahr­lich ver­liebt hat sich Cas­ja au­ßer­dem in Ke­ra­mi­ken aus den 1970er-jah­ren. Es ist Freu­de und Her­aus­for­de­rung zugleich, Floh­markt­fun­de mit neu er­wor­be­nen Pro­duk­ten zu kom­bi­nie­ren. Meis­tens ge­lingt dies über die Farb­ge­bung und fei­ne De­tails, zum Bei­spiel Ein­ker­bun­gen und Mus­ter der Ke­ra­mi­ken. Die bun­ten Stil­trä­ger brin­gen ei­nen wei­te­ren Tup­fer Far­be in die wei­ße Kü­che. Floh­markt­fun­de kom­men aber auch an­de­ren­orts in der Woh­nung zur Gel­tung: Ein al­ter Glo­bus ziert die Fens­ter­bank im Wohn­zim­mer. Im Schlaf­zim­mer zeigt ei­ne an­ti­ke Kom­mo­de, wie

char­mant die Zei­chen der Zeit auf Holz­o­ber­flä­chen ih­re Spu­ren hin­ter­las­sen. Das Kopf­teil des Bet­tes ist ei­ne Ei­gen­krea­ti­on, mit der sich Cas­ja be­half, als sie kein pas­sen­des Kop­fen­de fand. Der ge­die­ge­ne Mes­sing­ton blitzt warm her­vor. Er tritt au­ßer­dem auf Ker­zen­hal­tern und Tisch­leuch­ten in den an­de­ren Räu­men auf und run­det durch sei­ne All­ge­gen­wär­tig­keit das Ein­rich­tungs­kon­zept ab.

ein blick in die zu­kunft

Wor­aus mal was wird, ist Cas­ja tat­säch­lich nicht im­mer klar: „Manch­mal fin­de ich et­was Schö­nes auf dem Floh­markt, bei dem ich nicht weiß, wo­für es gut ist. Zu Hau­se bas­te­le ich dann ei­nen Ker­zen­hal­ter oder ei­ne Leuch­te dar­aus“, er­zählt sie. Wir dür­fen uns al­so auf wei­te­re Krea­tio­nen freu­en. Und so­gar auf et­was mehr? „Far­be und Ta­pe­te sind schwer im Kom­men“, meint die De­ko­ra­teu­rin. „Ich lieb­äu­ge­le schon mit ei­ner far­bi­gen Wand­flä­che, aber bei den vie­len Mögich­kei­ten konn­te ich mich noch nicht fest­le­gen.“Ei­nes Ta­ges wird sie die rich­ti­ge Wahl tref­fen, da sind wir uns si­cher.

pfif­fig So­fa und Tep­pich sind in Far­be und Form­ge­bung schlicht ge­hal­ten. Ne­ben die­sen Mö­beln wer­den der grü­ne Mar­mor­tisch und der le­der­ne „But­ter­fly“-ses­sel zu wer­ti­gen Hin­gu­ckern. Töp­fe und Va­sen glän­zen durch ih­re mo­der­ne Fal­ten­struk­tur

Sty­ling-tipp Ein geo­me­tri­sches Mus­ter ver­bin­det die un­ter­schied­lich ge­färb­ten Kis­sen

duf­tes duo Cas­ja und Kat­ze Au­gust füh­len sich dank der ge­müt­li­chen Ein­rich­tung rund­um wohl

ma­te­ri­al­wahl In der Kü­che trifft Ke­ra­mik auf ei­nen Mör­ser aus Mar­mor, ge­färb­te Glas­do­sen und ei­nen rus­ti­ka­len Un­ter­set­zer aus Holz mit ei­ser­ner Tee­kan­ne

zu­rück­hal­tend Wei­ßes Bett­zeug mit de­zen­tem Mus­ter schafft kla­re Ver­hält­nis­se – per­fekt zum Ab­schal­ten

das gros­se krab­beln Klein­tier hat man nicht so ger­ne in der Wo­hung, es sei denn als Druck, wie hier von ei­nem an­mu­ti­gen Hirsch­kä­fer

auf­ge­stockt An die Wand ge­lehn­te Bil­der bie­ten ei­nen schmu­cken Hin­ter­grund für das Ar­ran­ge­ment

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