Top-Tipps nach der El­tern­zeit

Zwi­schen Ki­ta und Schreib­tisch zu le­ben ist ein Spa­gat und er­for­dert von An­fang an Or­ga-Ta­lent

Laura - - Vorderseite - Chris­ti­na Liersch

Die Fa­mi­lie und die Ar­beit un­ter ei­nen Hut zu be­kom­men soll­te für je­de Mut­ter mög­lich sein. Doch oft er­weist es sich als schwie­rig, al­les gleich­zei­tig zu or­ga­ni­sie­ren. Im In­ter­view ver­rät Ma­ma-Coach Dr. Stefanie Gun­del Tipps und Tricks, wie der Ein­stieg in den Be­ruf nach der El­tern­zeit ganz ein­fach ge­lingt.

Frau Gun­del, neh­men wir mal an, ich war zwei Jah­re in El­tern­zeit. Wie pla­ne ich die Rück­kehr?

Idea­ler­wei­se ha­ben Sie wäh­rend Ih­rer El­tern­zeit den Kon­takt zum Un­ter­neh­men auf­recht­er­hal­ten. Und auch schon nach Be­treu­ungs­mög­lich­kei­ten ge­sucht. Was auch gut ist: schon früh­zei­tig ei­nen Not­fall­plan er­stel­len, falls Ihr Kind ein­mal krank wird. Möch­ten Sie in Teil­zeit ar­bei­ten, soll­ten Sie dies spä­tes­tens drei Mo­na­te vor Ablauf der El­tern­zeit bei Ih­rem Ar­beit­ge­ber äu­ßern. Ge­mäß dem Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz ha­ben Sie ein Recht dar­auf. Über­le­gen Sie sich kon­kre­te Vor­schlä­ge, wie Sie ar­bei­ten möch­ten.

Wor­auf muss ich be­son­ders ach­ten, wenn ich wie­der in den Job will?

Grund­sätz­lich gilt Ihr Ar­beits­ver­hält­nis auch nach der El­tern­zeit. Ihr Ar­beit­ge­ber kann Ih­nen Ih­ren al­ten Ar­beits­platz oder ei­nen gleich­wer­ti­gen zur Ver­fü­gung stel­len. Bei ei­ner Teil­zeit­stel­le soll­ten Sie auch auf die Wün­sche Ih­rer Kol­le­gen schau­en und sich ab­spre­chen. Möch­ten Sie aber nach der El­tern­zeit die Fir­ma wech­seln, schau­en Sie sich auf dem Markt nach ei­ner Stel­le um und nut­zen Sie vor al­lem Ihr ei­ge­nes Netz­werk. Die meis­ten Teil­zeit­stel­len le­ben näm­lich von Mund-zu-Mund-Pro­pa­gan­da.

Wel­che Rech­te ha­be ich?

Als Mut­ter ha­ben Sie in Ih­rer Fir­ma nicht we­ni­ger Rech­te als vor der El­tern­zeit. Be­son­ders auch, da Ihr Ar­beits­ver­trag wäh­rend der El­tern­zeit nur ruht. Neu ist, dass für je­des Kind zehn Ar­beits­ta­ge, bei al­lein­er­zie­hen­den Müt­tern so­gar 20 Ta­ge zur Ver­fü­gung ste­hen, wenn das Kind krank wird.

Und was darf mein Ar­beit­ge­ber?

Grund­sätz­lich soll­ten Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer im­mer nach ei­nem ge­mein­sa­men Weg su­chen. Spre­chen Sie Pro­ble­me und Wün­sche an. Scheu­en Sie sich nicht da­vor. Sie sind ein voll­wer­ti­ger Mit­ar­bei­ter mit al­len Rech­ten und Pflich­ten. Ma­chen Sie sich Ih­re Kom­pe­ten­zen und Stär­ken be­wusst. Sie müs­sen sich nicht klein­ma­chen!

Aber wenn ich doch mal Schuld­ge­füh­le ha­be? Was dann?

Je­de Mut­ter kennt die­se Ge­füh­le, und sie sind nor­mal. Über­le­gen Sie, wo­her die­se Ge­füh­le kom­men und was Sie än­dern, an­spre­chen oder an­ders or­ga­ni­sie­ren kön­nen, um die Si­tua­ti­on zu ver­bes­sern.

Wie ge­he ich da­mit um, wenn ich be­lä­chelt wer­de, weil ich frü­her ge­he?

Der Wie­der­ein­stieg ist ei­ne gro­ße Her­aus­for­de­rung, die Müt­ter meis­tern. Sei­en Sie stolz auf sich und Ih­re neu­en Kom­pe­ten­zen wie z. B. Zeit­ma­nage­ment oder mehr Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein.

Die Rück­kehr in den Be­ruf ist manch­mal nicht ein­fach, aber im­mer mög­lich

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