Kei­me über­all – na und?

Pro­fes­sor Dr. Franz Da­sch­ner, Ex­per­te für Kran­ken­haus­Hy­gie­ne, gibt Tipps

Laura - - Inhalt -

Auf un­se­rem Han­dy tum­meln sich Tau­sen­de Kei­me, auf Tür­klin­ken auch und auf der PC-Tas­ta­tur so­wie­so. Und trotz­dem sind wir nicht dau­ernd krank. Denn un­ser Kör­per kann sich ge­gen vie­le Ein­dring­lin­ge ganz al­lein weh­ren – und die meis­ten Kei­me sind für uns so­wie­so völ­lig un­ge­fähr­lich. Wie wir uns vor den wirk­lich bö­sen schüt­zen, ver­rät Hy­gie­ne-Ex­per­te Prof. Dr. Franz Da­sch­ner.

Laura: Wo lau­ern denn die meis­ten Kei­me im All­tag?

Prof. Da­sch­ner: Kei­me sam­meln sich gern dort, wo Nah­rungs­mit­tel zu­be­rei­tet wer­den –

da­her ist die Kü­che ihr Lieb­lings­zim­mer. Und dort füh­len sie sich im Kü­chen­schwamm am wohls­ten. Ich emp­feh­le, ihn al­le ein bis zwei Wo­chen zu wech­seln. An­sons­ten gilt im Haus­halt: bloß nicht über­trei­ben. Ein­mal die Wo­che put­zen reicht völ­lig aus. Kühl­schrän­ke müs­sen auch nur ein­mal jähr­lich mit Es­sig­rei­ni­ger aus­ge­wischt wer­den – so­lan­ge kei­ne Le­bens­mit­tel dar­in ge­schim­melt ha­ben.

Soll­te ich des­in­fi­zie­ren­de Rei­ni­gungs­mit­tel ver­wen­den?

Die meis­ten Bak­te­ri­en im Haus­halt sind völ­lig harm­los – und vie­le so­gar sehr nütz­lich. Des­halb ist von an­ti­bak­te­ri­el­len Rei­ni­gungs­mit­teln ab­zu­ra­ten. Ers­tens rich­ten sie sich so­wie­so nur ge­gen be­stimm­te Kei­me und nüt­zen da­her we­nig. Au­ßer­dem zer­stö­ren sie die wich­ti­gen Ab­was­serbak­te­ri­en. Ich ra­te zu um­welt­freund­li­chen Mit­teln, z. B. aus der Frosch-Se­rie. Des­in­fi­ziert wer­den soll­te grund­sätz­lich nur auf An­ord­nung des Amts­arz­tes. Dies ge­schieht bei mel­de­pflich­ti­gen, an­ste­cken­den Krank­hei­ten.

Was ist der bes­te und si­chers­te Schutz vor schäd­li­chen Kei­men?

Häu­fi­ges und gründ­li­ches Hän­de­wa­schen. Das heißt: die Hän­de 30 Se­kun­den lang mit Sei­fe und war­mem Was­ser wa­schen. Be­son­ders vor und nach dem Kon­takt mit Nah­rungs­mit­teln soll­ten wir im­mer dar­an den­ken. Auf Hüh­ner­fleisch et­wa be­fin­den sich vie­le Sal­mo­nel­len. Wenn wir es zu­be­rei­ten und da­nach zum Ge­mü­se oder zur Tür­klin­ke grei­fen, kön­nen die Er­re­ger ver­teilt wer­den. Üb­ri­gens wer­den auch neun von zehn Kli­ni­k­in­fek­tio­nen über die Hän­de über­tra­gen. Wol­len wir ge­sund blei­ben, ge­ben wir un­se­rem Arzt al­so bes­ser nicht die Hand.

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