Weih­nach­ten im El­sass

Mehr als 100 Weih­nachts­märk­te so­wie lie­be­voll ge­schmück­te Städ­te und Dör­fer ver­wan­deln die Region zwi­schen dem Fest der hei­li­gen Kat­ha­ri­na und dem Drei­kö­nigs­tag in ein Weih­nachts­wun­der­land.

Leckeres aus der Landkueche - - Inhalt -

Ent­de­cken Sie Weih­nachts­tra­di­tio­nen und klas­si­sche Re­zep­te aus der fran­zö­si­schen Region

Bil­der im Uhr­zei­ger­sinn: Der Weih­nachts­markt in

Col­mar fas­zi­niert Jung und Alt; Fach­werk­fas­sa

den prä­gen das Stadt­bild von Straß­burg; kein

Weih­nachts­fest oh­ne selbst ge­ba­cke­ne Bre­de­le; ty­pisch el­säs­si­sche Wein­stu­be; Bau­man­hän

ger im Land der Stof­fe.

Der 25. No­vem­ber ist im El­sass je­des Jahr ein ganz be­son­de­res Da­tum, denn am Tag der hei­li­gen Kat­ha­ri­na be­ginnt für die El­säs­ser die ma­gi­sche Weih­nachts­zeit. Die un­mit­tel­bar an Deutsch­land und die Schweiz gren­zen­de Region im Os­ten Frank­reichs ist dank sei­ner 21 Na­tur­schutz­ge­bie­te, ge­schichts­träch­ti­ger Stät­ten und le­ben­di­ger Tra­di­tio­nen zu je­der Jah­res­zeit ei­nen Be­such wert, doch in den Wo­chen vor dem Fest er­füllt ei­ne ganz be­son­de­re At­mo­sphä­re die weih­nacht­lich ge­schmück­ten und stim­mungs­voll be­leuch­te­ten Stra­ßen, Gas­sen und Plät­ze. Von der größ­ten Stadt bis zum kleins­ten Dorf put­zen sich al­le Ge­mein­den fest­lich her­aus, der Duft von el­säs­si­schen Spe­zia­li­tä­ten und wür­zi­gem Glüh­wein er­füllt die Luft, an Stän­den und Bu­den kann man tra­di­ti­ons­rei­ches Kunst­hand­werk, Weih­nachts­schmuck und vie­les mehr be­wun­dern. Der Be­such des Weih­nachts­mark­tes dient hier aber nicht nur dem leib­li­chen Wohl oder da­zu, das ei­ne oder an­de­re Weih­nachts­ge­schenk zu kau­fen. Man holt hier auch sei­nen Weih­nachts­baum, geht mit der Fa­mi­lie zwi­schen den ge­schmück­ten Holz­hüt­ten wie in ei­nem klei­nen Mär­chen­dorf spa­zie­ren oder kommt ein­fach her, um sich von den Düf­ten des Fes­tes be­tö­ren zu las­sen.

Bil­der im Uhr­zei­ger­sinn: Ein Lich­ter­meer vor his­to­ri­scher Ku­lis­se: Col­mar prä­sen­tiert sich in fest­li­chem Glanz; Krip­pe im Win­zer­dorf Dam­bach-la-vil­le; Baum­schmuck aus ed­ler Spit­ze; Schnee­schuh­wan­de­rer am Lac Blanc auf der Ost­sei­te der Vo­ge­sen.

Die sie­ben Weih­nachts­län­der

Weit über 100 Weih­nachts­märk­te sind in der Ad­vents­zeit Ma­gnet für Ein­hei­mi­sche und Be­su­cher glei­cher­ma­ßen, dar­un­ter der be­rühm­te „Christ­kin­dels­mä­rik“im Schat­ten des Straß­bur­ger Müns­ters. Der äl­tes­te Weih­nachts­markt Frank­reichs hat sich sei­ne Ur­sprüng­lich­keit und Au­then­ti­zi­tät be­wahrt, und so ste­hen heu­te wie schon 1570 Er­wach­se­ne und Kin­der stau­nend vor dem, was kul­tu­rel­le und ku­li­na­ri­sche Tra­di­tio­nen her­ge­ben. Wäh­rend der Weih­nachts­zeit teilt sich das El­sass in sie­ben ma­gi­sche Weih­nachts­län­der, Straß­burg ist ei­nes da­von: das Land der Aro­men. Rund um Wis­sem­bourg be­fin­det sich das Land der Le­gen­den, das als Wie­ge von My­then und sa­gen­haf­ten Weih­nachts­fi­gu­ren wie der des angst­ein­flö­ßen-

den Hans Trapp gilt. Die Ge­gend um Sa­ver­ne an den Aus­läu­fern der Vo­ge­sen gilt als Land der Lich­ter, Sé­le­s­tat und Um­ge­bung prä­sen­tie­ren sich als Land des Weih­nachts­baums. Die Wein­stra­ße ent­lang von Col­mar, Kay­sers­berg und Ri­be­au­vil­le führt ins Land der Ster­ne, wäh­rend man sich in Mul­hou­se, Alt­kirch und den um­ge­ben­den Or­ten auf die Spu­ren der rei­chen Tex­til­in­dus­trie be­ge­ben kann: im Land der Weih­nachts­lie­der und -stof­fe. Auf hal­bem Weg zwi­schen Col­mar und Mul­hou­se schließ­lich stößt man auf das Land der Weih­nachts­aben­de, ein nach­ge­stell­tes Dorf, in dem das el­säs­si­sche Land­le­ben des 19. und 20. Jahr­hun­derts wie­der­er­weckt wird.

Von Bre­de­le und Weih­nachts­bier

Egal wel­ches der sie­ben Weih­nachts­län­der man be­sucht, an sai­so­na­len Spe­zia­li­tä­ten kommt man nicht vor­bei. „Bre­de­le“heißt das el­säs­si­sche Weih­nachts­ge­bäck, das es in den un­ter­schied­lichs­ten For­men und mit di­ver­sen Zu­ta­ten gibt: als Sprin­ger­le, Le­cker­li, Al­bert­le, Fin­ger­le und wie sie al­le hei­ßen. Tro­cken- und Zi­trus­früch­te spie­len in der el­säs­si­schen Kü­che zum Fest ei­ne gro­ße Rol­le, des­halb backt man hier ne­ben den klas­si­schen Leb­ku­chen auch den „Be­ra­we­cka“, ein tra­di­tio­nel­les Bir­nen- bzw. Früch­te­brot. Da­zu wird mit Ho­nig ge­süß­ter Glüh­wein ge­trun­ken oder aber das schon seit dem Mit­tel­al­ter be­kann­te, stark malz­hal­ti­ge und wür­zig-run­de Weih­nachts­bier.

Text: Ste­fa­nie Buchinger · Fo­tos: CR­TA/MEY­ER (4), Cr­ta/zvar­don (2), Psn/betsch (2), CR­TA Ham­pé (1), Fo­to­lia (O.M., by-stu­dio, Gra­phies.thèque)

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