Hin­ter di­cken Klos­ter­mau­ern

Leckeres aus der Landkueche - - Winterküche -

... soll einst dem Maul­bron­ner Lai­en­mönch Ja­kob die Idee zur ge­füll­ten Teig­ta­sche ge­kom­men sein. Ge­gen En­de der Fas­ten­zeit kam er un­ver­hofft in den Be­sitz ei­nes schö­nen Stü­ckes Fleisch – zur da­ma­li­gen Zeit ein ech­ter Schatz. Um die­sen nicht ver­kom­men zu las­sen und den­noch die Ge­bo­te der Fas­ten­zeit – zu­min­dest au­gen­schein­lich – zu wah­ren, be­schloss er, das Fleisch klein zu ha­cken und mit Spi­nat zu ver­mi­schen. Um die Täu­schung per­fekt zu ma­chen, hüll­te er die schmack­haf­te Mas­se noch in ei­nen dün­nen Teig­man­tel. So konn­te er den sünd­haf­ten Ge­nuss vor den Au­gen Got­tes und sei­ner Mit­brü­der ver­ber­gen. Im schwä­bi­schen Volks­mund wer­den die Maul­ta­schen da­her auch „Herr­gottsb’schei­ßer­le“ge­nannt. Der Er­folg sei­ner Er­fin­dung gibt ihm je­doch recht – und die klei­ne List wur­de ihm hof­fent­lich vom Herr­gott schnell ver­zie­hen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.