Ge­nuss von der Stan­ge

Spar­gel zählt zu den schmack­haf­tes­ten Früh­lings­bo­ten, die das Erd­reich bie­tet

Leckeres aus der Landkueche - - Inhalt -

Lan­ge wächst und ge­deiht das aro­ma­ti­sche Stan­gen­ge­mü­se im Ver­bor­ge­nen, bis es wäh­rend der ers­ten war­men Früh­lings­ta­ge wie­der an die Spit­ze un­se­res Spei­se­plans schießt. Kur­ze Zeit nur dau­ert die Spar­gel­sai­son an, die in der Re­gel An­fang April be­ginnt und be­reits am 24. Ju­ni, dem Jo­han­nis­tag, tra­di­tio­nell ein En­de hat. Zum ers­ten Mal wur­de die ge­sun­de De­li­ka­tes­se in ih­rer grü­nen Va­ri­an­te 1565 im Stutt­gar­ter Lust­gar­ten an­ge­baut, Mit­te des 17. Jahr­hun­derts war sie be­reits in al­ler Mun­de – le­dig­lich der heu­te so be­lieb­te wei­ße Spar­gel, der un­ter­ir­disch kul­ti­viert wird, wur­de erst im Lau­fe des 19. Jahr­hun­derts zu­fäl­lig ent­deckt. Seit ei­ni­gen Jah­ren wächst die An­hän­ger­schar des grü­nen Spar­gels aber wie­der ste­tig, und das nicht oh­ne Grund: Da die­ser über der Er­de im Son­nen­licht wächst, ent­hält er be­son­ders viel Vit­amin C, auch sein Ge­schmack ist im Ge­gen­satz zum mil­den Aro­ma des wei­ßen Spar­gels in­ten­siv-wür­zig, wes­halb er ger­ne für die Zu­be­rei­tung herz­haf­ter Quiches und cre­mi­ga­ro­ma­ti­scher Risot­tos ver­wen­det wird. Doch auch ge­grillt oder im Ofen zu­be­rei­tet ist er ein Ge­nuss: Mit Oli­ven­öl und gro­bem Meer­salz wür­zen, ca. 10 Mi­nu­ten bei 230 Grad im Ofen rös­ten und mit Zi­tro­nen­spal­ten ser­vie­ren.

Ge­nuss auf die re­gio­na­le Art

In Bay­ern wird in Schro­ben­hau­sen ge­sto­chen, in Nie­der­sach­sen gibt es ei­ne gan­ze „Spar­gel­stra­ße“– so zahl­reich wie die An­bau­ge­bie­te sind auch die re­gio­na­len Vor­lie­ben: Im Nor­den ge­nießt man Spar­gel ger­ne mit fri­schem Fisch, in Frank­furt hin­ge­gen darf die Grü­ne So­ße nicht feh­len. Da­bei sind die sai­so­na­len Stan­gen kei­nes­wegs nur Ne­ben­dar­stel­ler: Mit et­was zer­las­se­ner oder brau­ner But­ter ser­viert, sind sie auch so­lo ei­ne wah­re Gau­men­freu­de. Ob grün oder weiß, ge­kocht oder ge­dämpft – Spar­gel ist hier­zu­lan­de äu­ßerst be­liebt. Schon Mit­te des 17. Jahr­hun­derts war der Spar­gel bei uns weit ver­brei­tet. Im ver­gan­ge­nen Jahr sorg­ten mil­de Tem­pe­ra­tu­ren für ei­nen Ern­te­er­trag von ge­schätz­ten 114.000 Ton­nen Spar­gel auf ei­ner An­bau­flä­che von mehr als 20.000 Hekt­ar. Ein Groß­teil da­von wur­de vom Spit­zen­rei­ter Nie­der­sach­sen ge­sto­chen, ins­ge­samt wird Spar­gel in elf Bun­des­län­dern an­ge­baut. In Eu­ro­pa ge­hört Deutsch­land da­mit zu den füh­ren­den Spar­gel­er­zeu­gern und ein Groß­teil des Ei­gen­be­darfs wird durch ein­hei­mi­sche Er­zeug­nis­se ge­deckt – wei­ßer Spar­gel ist und bleibt der Vor­rei­ter.

Auf­grund sei­nes Ge­halts an Bal­last­stof­fen, Fol­säu­re, Vit­amin A und E ist Spar­gel ein äu­ßerst ge­sun­der Ge­nuss

Fotos: Sibylle Piet­rek

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.