Wil­des Grün

Le­cke­re Re­zep­te, Wis­sens­wer­tes und prak­ti­sche Hel­fer für die Wild­kräu­ter­kü­che

Leckeres aus der Landkueche - - Inhalt -

Ganz un­schein­bar und still wach­sen sie am We­ges­rand oder wer­den oft so­gar als läs­ti­ges Un­kraut aus den Gär­ten ent­fernt: wil­de Kräu­ter wie Brenn­nes­sel, Giersch, Gun­del­re­be und vie­le wei­te­re wohl­klin­gen­de Na­men. Was vie­le nicht wis­sen ist, dass die ver­meint­li­chen Stö­ren­frie­de übe­r­aus ge­sun­de Nah­rungs­mit­tel sind, die zu­dem her­vor­ra­gend schme­cken, wenn sie rich­tig zu­be­rei­tet wer­den. Ge­ra­de jetzt im Früh­jahr, wo es über­all wächst und sprießt, trei­ben auch die Wild­kräu­ter wie­der aus. Im Ge­gen­satz zu Kul­tur­pflan­zen be­nö­ti­gen sie das Zu­tun des Men­schen nicht und wach­sen ganz oh­ne Un­ter­stüt­zung und Pfle­ge. Die meis­ten von ih­nen sind wah­re Über­le­bens­künst­ler und trot­zen jeg­li­chen Um­stän­den wie lan­gen Tro­cken­pe­ri­oden oder schlech­ten Bo­den­ver­hält­nis­sen. An­ders als Zucht­pflan­zen wer­den sie au­ßer­dem sel­ten von Krank­hei­ten be­fal­len, was sie vor al­lem ih­rem ho­hen Ge­halt an Nähr- und Vi­tal­stof­fen zu ver­dan­ken ha­ben, der sie so ro­bust und wi­der­stands­fä­hig macht.

Rand­voll mit Ge­sund­heit

Wer glaubt, dass Obst und Ge­mü­se nicht in ih­rem Vit­amin- und Mi­ne­ral­stoff­ge­halt zu über­tref­fen sind, wird von den Wild­kräu­tern schnell ei­nes Bes­se­ren be­lehrt. Die Brenn­nes­sel bei­spiels­wei­se lie­fert fast drei­mal so viel Vit­amin C wie Brok­ko­li, der ge­mein­hin als gu­ter Lie­fe­rant des le­bens­wich­ti­gen Vit­amins gilt. Auch an­de­re Mi­ne­ral­stof­fe wie Ka­li­um kom­men zum Bei­spiel in Gän­se­blüm­chen oder Fran­zo­sen­kraut (Klein­blü­ti­ges Knopf­kraut) in weit hö­he­ren Men­gen vor, als dies bei den kul­ti­vier­ten Obst- und Ge­mü­se­sor­ten der Fall ist. Des Wei­te­ren ent­hal­ten Wild­kräu­ter wert­vol­le se­kun­dä­re Pflan­zen­stof­fe so­wie Bit­ter­stof­fe, Gerb­stof­fe, Schleim­stof­fe oder ät­he­ri­sche Öle, die al­le­samt ei­nen ge­sund­heits­för­dern­den Ef­fekt auf un­se­ren Kör­per ha­ben kön­nen. Bit­ter­stof­fe för­dern zum Bei­spiel Oben rechts: Ein Klas­si­ker in der Kräu­ter­kü­che ist na­tür­lich das Pes­to, zum Bei­spiel aus wür­zi­gem Bär­lauch. Un­ten links: Die­ser wächst von April bis Mai in gro­ßen Flä­chen an schat­ti­gen Or­ten. Un­ten rechts: Ge­sam­melt wer­den soll­ten nur die Kräu­ter, die Sie wirk­lich ken­nen.

das Ver­dau­ungs­sys­tem, in­dem sie die Pro­duk­ti­on von Ma­gen- und Gal­len­säf­ten an­re­gen. Sie pfle­gen so­mit ei­ne ge­sun­de Darm­flo­ra und beu­gen un­an­ge­neh­men Gär­pro­zes­sen so­wie In­fek­tio­nen durch Pil­ze vor.

Wer sucht, der fin­det Ob­wohl ih­nen die ge­sun­de Wir­kung von Wild­kräu­tern be­kannt ist, scheu­en sich vie­le da­vor, sie selbst zu sam­meln und zu ver­zeh­ren. Zu­ge­ge­ben: Ei­ne ge­eig­ne­te Stel­le zu fin­den, an der die Kräu­ter kei­nen stö­ren­den Ein­flüs­sen wie ge­düng­ten Fel­dern, Hun­de­kot oder Au­to­ab­ga­sen aus­ge­setzt sind, ist nicht im­mer leicht. Des­halb lohnt es sich meist, ei­nen et­was wei­te­ren Weg auf sich zu neh­men und ab­ge­le­ge­ne­re Stel­len in Wald und Wie­se auf­zu­su­chen. Wenn Sie sich in der Pflan­zen­kun­de noch nicht so gut aus­ken­nen, fan­gen Sie zu­nächst mit den be­kann­te­ren Sor­ten wie Brenn­nes­sel, Wald­meis­ter, Klee oder Bär­lauch an. Die ein­fachs­te Art, sich Kräu­ter­wis­sen an­zu­eig­nen, ist na­tür­lich ei­ne Kräu­ter­füh­rung mit ei­nem Ex­per­ten, der vie­le Tipps zu Un­ter­schei­dungs­merk­ma­len und Stand­or­ten gibt.

Ku­li­na­ri­scher Hoch­ge­nuss

Ne­ben der ge­sund­heits­för­dern­den Wir­kung dür­fen aber auch die ge­schmack­li­chen Vor­zü­ge der Wild­kräu­ter nicht ver­nach­läs­sigt wer­den. Ob frisch im Sa­lat, als Sup­pe, zu Pes­to oder zu ei­ner Kräu­ter­mi­schung ver­ar­bei­tet – sie ver­lei­hen vie­len Ge­rich­ten ei­ne wun­der­ba­re Wür­ze. Las­sen Sie sich von den le­cke­ren Re­zep­ten von Ex­per­tin Dia­ne Ditt­mer auf den fol­gen­den Sei­ten ver­füh­ren und pro­bie­ren Sie es gleich selbst aus!

Fotos: Fo­to­lia, Gu/an­ke Schütz (Re­zep­te) Ge­ball­te Pflan­zen­kraft

Wild­kräu­ter sind nicht nur ei­ne schmack­haf­te Zu­tat für zahl­rei­che Ge­rich­te, son­dern

ver­sor­gen uns dank ih­res ho­hen Vit­amin- und Mi­ne­ral­stoff­ge­halts mit vie­len ge­sund­heits­för­dern­den

Stof­fen.

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