Mit­tel­punkt der Land­haus­kü­che

Ein Aga ist nicht nur ein Herd, son­dern ei­ne Art zu le­ben. Die spe­zi­el­le Wär­me­spei­cher­tech­nik ist das Ge­heim­nis für scho­nend ge­gar­te Le­bens­mit­tel und sorgt zu­gleich für Ge­müt­lich­keit. Mög­lich wird das durch ein tra­di­tio­nel­les Ma­te­ri­al, das selbst mo­der­ne

Leckeres aus der Landkueche - - Inhalt -

Lieb­ling der Pro­mis und Gour­mets: ein Aga-herd ist das Zen­trum der Kü­che

Was ha­ben Pop-iko­ne Ma­don­na, die Hol­ly­woo­dSchau­spie­le­rin­nen Ka­te Wins­let und Sha­ron Sto­ne, Clau­dia Schif­fer, Co­lin Firth und Cris­tia­no Ro­nal­do ge­mein­sam? Sie al­le sind stol­ze Be­sit­zer ei­nes Aga-her­des. Der Pro­mi­nenz ist der tra­di­tio­nel­le Ofen al­ler­dings kei­nes­wegs vor­be­hal­ten, auch wenn schon in den 1940er-jah­ren Agas so ge­fragt wa­ren, dass man ei­ne War­te­zeit von vie­len Wo­chen auf sich neh­men muss­te. Da­bei wur­de der Herd mit sei­ner Wär­me­spei­cher­tech­nik erst in den 20er-jah­ren er­fun­den – vom Schwe­den Gus­taf Dalén, der mehr als 100 Pa­ten­te sein Ei­gen nann­te. Längst wird der Aga-herd nicht mehr in Schwe­den ge­fer­tigt, son­dern in der tra­di­ti­ons­rei­chen Gie­ße­rei Co­albrook­da­le in Tret­ford in der eng­li­schen Graf­schaft Shrop­shire. Guss­ei­sen ist ein wich­ti­ger Teil der bri­ti­schen Ge­schich­te: Zu­erst als Ma­te­ri­al für Ka­no­nen ver­wen­det, ließ Abra­ham Dar­by 1707 ein Ver­fah­ren pa­ten­tie­ren, bei dem bau­chi­ge Töp­fe mit­hil­fe von Sand statt Ton ge­gos­sen wur­den, was die Pro­duk­ti­on auch wirt­schaft­lich in­ter­es­sant mach­te. Zwei Jah­re spä­ter grün­de­te Abra­ham Dar­by Co­albrook­da­le. Shrop­shire wird heu­te als „Ge­burts­ort“der In­dus­tri­el­len Re­vo­lu­ti­on be­zeich­net, hier ent­stand schon da­mals nicht nur Koch­ge­schirr, son­dern un­ter an­de­rem die ers­te guss­ei­ser­ne Brü­cke über den Fluss Se­vern, der ers­te guss­ei­ser­ne Mo­tor­zy­lin­der, die ers­te guss­ei­ser­ne Stra­ßen­bahn und wei­te­re Mei­len­stei­ne die­ser Zeit. Heu­te stellt man in Co­albrook­da­le ne­ben Töp­fen aus Guss­ei­sen vor al­lem Öfen her – wie na­tür­lich den Aga, der noch auf die­sel­be alt­be­währ­te Art und Wei­se pro­du­ziert wird wie vor 70 Jah­ren. Trotz sei­ner Be­liebt­heit ist der Aga weit da­von en­fernt, ein Mas­sen­pro­dukt zu sein. Da die Form nach dem Guss zer­bro­chen wird, ist je­des Stück ein Uni­kat. Die gro­ßen Vor­tei­le des Ma­te­ri­als wie die gu­te Wär­me­spei­che­rung oder die ex­tre­me Lang­le­big­keit ha­ben den Herd zum Dau­er­bren­ner wer­den las­sen. Mit der Zeit geht man trotz­dem: Neue Aus­füh­run­gen und Far­ben spie­geln mo­der­ne An­sprü­che wi­der. Ei­nes hat sich aber nie ge­än­dert: Der Aga steht im Mit­tel­punkt je­der Kü­che. x

Por­trät

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