AFD schei­tert im Land­tag mit Bur­ka­ver­bot

Par­la­ment sprach auch über Schul­start und Die­sel-af­fä­re

Leipziger Volkszeitung - - Sachsen Und Mitteldeutschland -

DRESDEN.

Die AFD ist im Land­tag mit ei­nem Ge­setz­ent­wurf zur Ge­sichts­ver­schleie­rung ge­schei­tert. Die an­de­ren Par­tei­en sa­hen ges­tern da­rin ei­nen Ver­stoß ge­gen das Grund­ge­setz und war­fen der AFD vor, we­ni­ge Wo­chen vor der Bun­des­tags­wahl nur po­pu­lis­ti­sche Zie­le zu ver­fol­gen. Au­ßer­dem wei­se der Ent­wurfs­text er­heb­li­che hand­werk­li­che Män­gel auf. Die AFD ver­tei­dig­te die Vor­la­ge und ver­wies auf Si­cher­heits­as­pek­te und die Selbst­be­stim­mung der Frau. Au­ßer­dem ge­be es so­ge­nann­te Bur­ka-ver­bo­te be­reits in Frank­reich und Bel­gi­en, sag­te die Ab­ge­ord­ne­te Kirs­ten Mus­ter bei der Ein­brin­gung. „Der Ent­wurf ist oh­ne Zwei­fel ver­fas­sungs­wid­rig“, sag­te Ri­co An­ton (CDU), stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der des Rechts­aus­schus­ses, und ver­wies auf die grund­ge­setz­lich ga­ran­tier­te Re­le­gi­ons­frei­heit. „Das, was Sie hier ab­lie­fern, ist nicht mehr als plum­per Po­pu­lis­mus.“Ähn­lich äu­ßer­te sich der Lin­ken-rechts­ex­per­te Klaus Bartl: „Wenn Sie Ih­re is­la­mo­pho­be Ideo­lo­gie in Ge­set­zes­form gie­ßen müs­sen, dann ge­ben Sie sich doch et­was mehr Mü­he.“

The­ma im Par­la­ment war auch der Schul­start – den Kul­tus­mi­nis­te­rin Brun­hild Kurth (CDU) als ge­ord­net be­zeich­net und ge­gen mas­si­ve Kri­tik der Op­po­si­ti­on ver­tei­dig­te. Zwar räum­te sie ein, dass die Zahl der Sei­ten­ein­stei­ger auf­grund nicht vor­han­de­ner aus­ge­bil­de­ter Leh­rer bei den Neu­ein­stel­lun­gen mit 52 Pro­zent hoch sei. Von ei­nem „Schul­cha­os“zu spre­chen sei den­noch ei­ne Ohr­fei­ge für en­ga­gier­te Leh­rer. Das Bil­dungs­sys­tem sei bes­ser „als es in und von Sach­sen dar­ge­stellt“wer­de, sag­te Kurth. Be­an­tragt hat­te die De­bat­te die Lin­ke. De­ren kul­tur­po­li­ti­scher Spre­cher Franz So­dann hielt Kurth auch Pla­nungs­rück­stän­de beim Schul­haus­bau und Klas­sen­zu­sam­men­le­gun­gen vor. Laut Pe­tra Zais (Grü­ne) ma­che das Aus­blei­ben von grö­ße­ren Pro­tes­ten deut­lich, dass die feh­len­de Ord­nung „sich zum Dau­er­zu­stand an säch­si­schen Schu­len“ent­wi­ckelt ha­be.

Im Die­sel-skan­dal for­der­te Sach­sens Wirt­schafts­mi­nis­ter Mar­tin Du­lig (SPD) im Land­tag von der Au­to­mo­bil­in­dus­trie tech­ni­sche Lö­sun­gen zur Schad­stoff­re­du­zie­rung. „Mit Soft­ware­lö­sun­gen kann man kein Ver­trau­en ge­win­nen“, sag­te er. Den Au­to­mo­bil­ma­na­gern warf er vor, nicht zu ver­ste­hen, was auf dem Spiel ste­he. „Wir ha­ben Ver­ant­wor­tung in Sach­sen al­lein für 80 000 Be­schäf­tig­te.“Die CDU warf der Deut­schen Um­welt­hil­fe vor, mit Fahr­ver­bo­ten ei­ne ideo­lo­gi­sche De­bat­te zu be­feu­ern, die den Die­sel ver­teu­feln wol­le. Lin­ke und Grü­ne hiel­ten der schwarz-ro­ten Lan­des­re­gie­rung ei­ne ver­fehl­te Ver­kehrs­po­li­tik vor. Er hat die Zwer­ge im Griff: Rein­hard Grie­bel ar­bei­tet in sei­ner Ma­nu­fak­tur an „Wen­de­lin, dem Gro­ßen“. Mehr als 500 ver­schie­de­ne Fi­gu­ren wer­den in Grä­fen­ro­da im Thü­rin­ger Wald ge­schaf­fen. 1874 ge­grün­det, ist die Fir­ma mitt­ler­wei­le der ein­zi­ge Her­stel­ler von Zwer­gen in ganz Deutsch­land.

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