Netz­agen­tur ver­tei­digt Strom­au­to­bahn

Ab­schluss des Ost­deut­schen Ener­gie­fo­rums in Leipzig

Leipziger Volkszeitung - - Wirtschaft - VON UL­RICH MIL­DE

LEIPZIG.

Die Bun­des­netz­agen­tur hält am Bau der Strom­au­to­bah­nen von Nord nach Süd fest. „Wir brau­chen die­se Ver­bin­dun­gen“, sag­te ges­tern in Leipzig zum Ab­schluss des sechs­ten Ost­deut­schen Ener­gie­fo­rums Pe­ter Franke, Vi­ze­prä­si­dent der Bon­ner Re­gu­lie­rungs-und Auf­sichts­be­hör­de. Der wirt­schaft­lich star­ke Sü­den der Re­pu­blik be­nö­ti­ge den im Os­ten und Nor­den pro­du­zier­ten Strom. Es ge­be ei­ne im­mer stär­ke­re Ent­kopp­lung von Strom­pro­duk­ti­on und Ab­nah­me. In den neu­en Län­dern wer­de deut­lich mehr Strom her­ge­stellt, als in der Re­gi­on ab­ge­setzt wer­de.

Ge­gen­wär­tig gibt es nach Auf­fas­sung von Franke noch kei­ne ge­eig­ne­ten gro­ßen Spei­cher, die dann Strom aus er­neu­er­ba­ren Ener­gi­en lie­fern könn­ten, wenn meh­re­re Ta­ge lang der Wind nicht weht und kaum die Son­ne scheint. Auch die zu­neh­men­den de­zen­tra­len Lö­sun­gen der Ener­gie­ver­sor­gung „er­set­zen nicht den Netz­aus­bau“. Die Ost-be­auf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung, Iris Glei­cke (SPD), un­ter­stütz­te die­se Po­si­ti­on. „Der Aus­bau ist er­for­der­lich, um die Ver­sor­gungs­si­cher­heit zu ga­ran­tie­ren.“Die Staats­se­kre­tä­rin ver­tei­dig­te die Erd­ver­ka­be­lung der gro­ßen Strom­tras­sen. Das sei zwar teu­rer als Lei­tun­gen über der Er­de, stei­ge­re aber die Ak­zep­tanz. „Das führt wie­der­um zu ei­nem schnel­le­ren Aus­bau.“Oh­ne ihn wie­der­um kön­ne die Ener­gie­wen­de nicht ge­lin­gen.

Die Braun­koh­le wird nach An­sicht der So­zi­al­de­mo­kra­tin zwar noch be­nö­tigt, um die Schwan­kun­gen bei den er­neu­er­ba­ren Ener­gi­en aus­zu­glei­chen. Gleich­wohl wer­de die Koh­le­ver­stro­mung ab­neh­men, an­dern­falls sei­en die Kli­ma­zie­le nicht zu er­rei­chen. Der frü­he­re Fdp-bun­des­tags­frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Her­mann Ot­to Solms, der jetzt wie­der für das Par­la­ment kan­di­diert, sag­te, die Koh­le wer­de noch so lan­ge ge­braucht, bis es ei­ne flä­chen­de­cken­de ab­ge­si­cher­te Ver­sor­gung mit er­neu­er­ba­ren Ener­gi­en ge­be. Grund­sätz­lich müs­se Deutsch­land sich aber aus der Ver­stro­mung von Koh­le und Gas ver­ab­schie­den. Solms for­der­te die Ab­schaf­fung des Er­neu­er­ba­re-ener­gi­en-ge­set­zes. „Wir müs­sen raus aus der Plan- und zu­rück in die Markt­wirt­schaft.“

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