An­ge­klag­te gibt Be­tei­li­gung an Über­fäl­len zu

27-jäh­ri­ge Rechts­ex­tre­me: Woll­te Angst ver­brei­ten

Leipziger Volkszeitung - - SACHSEN UND MITTELDEUTSCHLAND - VON SIMONA BLOCK

DRES­DEN. Ak­tio­nen ge­gen Flücht­lin­ge ja, aber kei­ne Ge­walt: Die An­ge­klag­te im Pro­zess ge­gen sechs mut­maß­li­che Mit­glie­der der rechts­ex­tre­men „Frei­en Ka­me­rad­schaft Dres­den“(FKD) hat die Vor­wür­fe am zwei­ten Ver­hand­lungs­tag teil­wei­se ein­ge­räumt. Sie gab am Frei­tag im Land­ge­richt Dres­den zu, bei Über­fäl­len auf Aus­län­der und ein links­al­ter­na­ti­ves Wohn­pro­jekt 2015 in Dres­den da­bei ge­we­sen zu sein. Die 27-Jäh­ri­ge er­klär­te aber, nicht ak­tiv mit­ge­macht, von vie­len Sa­chen nichts ge­wusst zu ha­ben und sich von Ge­walt zu dis­tan­zie­ren.

Ihr und fünf Män­nern zwi­schen 22 und 29 Jah­ren wer­den Mit­glied­schaft in ei­ner kri­mi­nel­len Ver­ei­ni­gung, ge­fähr­li­che Kör­per­ver­let­zung, Land­frie­dens­bruch und das Her­bei­füh­ren ei­ner Spreng­stoff­ex­plo­si­on vor­ge­wor­fen. Sie sol­len an Kra­wal­len vor ei­ner Flücht­lings­un­ter­kunft im Au­gust 2015 in Hei­denau be­tei­ligt ge­we­sen sein. Auch für An­grif­fe auf Aus­län­der beim Dresd­ner Stadt­fest so­wie den Über­fall auf ein links­al­ter­na­ti­ves Wohn­pro­jekt – zu­sam­men mit der un­ter Ter­ror­ver­dacht ste­hen­den „Grup­pe Frei­tal“– sol­len sie ver­ant­wort­lich sein.

Sie sei nicht rechts­ex­trem, ha­be aber ein Pro­blem mit den stei­gen­den Flücht­lings­zah­len ge­habt, so die An­ge­klag­te. Die Tat­sa­che, dass in ih­rer Woh­nung Py­ro­tech­nik, Sturm­hau­ben, ein Schlag­ring, meh­re­re Mo­bil­te­le­fo­ne so­wie rechts­ex­tre­me Lie­der und Fo­tos ge­fun­den wur­den, le­ge ei­nen an­de­ren Ver­dacht na­he, be­merk­te der Vor­sit­zen­de Rich­ter Joa­chim Ku­bis­ta. Den Über­fall auf ei­ne Asyl­un­ter­kunft will die An­ge­klag­te als De­mo vor Asyl­woh­nun­gen ver­stan­den ha­ben. Als St­ei­ne ge­wor­fen wer­den soll­ten, ha­be sie mit ei­nem Teil der Grup­pe vor ei­nem an­de­ren Heim pro­tes­tiert. Sie ha­be nur ver­bal Angst und Schre­cken ver­brei­ten wol­len, er­klär­te die jun­ge Mut­ter.

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