Putz­frau kon­tert Kanz­le­rin

Pe­tra Vo­gel er­zählt von ih­rer Be­geg­nung mit Mer­kel

Leipziger Volkszeitung - - MEDIEN - VON JAN STERNBERG

W ie­der ein­mal spricht Deutsch­land über ei­ne knall­har­te Putz­frau aus dem Ruhr­ge­biet. Pe­tra Vo­gel brach­te am Don­ners­tag die Kanz­le­rin in der Zdfsen­dung „Kl­ar­text“mit ih­ren Fra­gen zur Al­ters­ar­mut ins Sch­lin­gern. Sie schil­der­te, dass sie nach 40 Jah­ren Ar­beits­le­ben nur 654 Eu­ro Ren­te ver­die­nen wird. Die Kanz­le­rin sagt, sie kön­ne das Ren­ten­sys­tem „nicht so­fort“än­dern. Die Putz­frau hakt nach: „Was heißt so­fort? Dass Sie das ir­gend­wann än­dern wol­len?“Nein, will Mer­kel nicht. Sie ver­weist le­dig­lich auf die Grund­si­che­rung, die in ih­rer Kanz­ler­schaft ein­ge­führt wur­de. Die Ge­bäu­de­rei­ni­ge­rin ver­weist auf die Bür­ger­ver­si­che­rung nach ös­ter­rei­chi­schem Vor­bild. Dort müss­ten „die Al­ten nicht am Bahn­hof her­um­strei­chen, um Fla­schen zu sam­meln“.

Im Netz wird Vo­gel als „U-boot der Link­s­par­tei“be­zeich­net. In der Par­tei sei sie aber nicht ak­tiv, sagt sie dem Re­dak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land (RND). Stark en­ga­giert ist sie hin­ge­gen bei der IG Bau­en-ar­beit-um­welt in Gel­sen­kir­chen. Und dort liegt der Schlüs­sel, um ih­ren re­so­lu­ten Auf­tritt zu ver­ste­hen. Denn Pe­tra Vo­gel ist dort Kol­le­gin und bes­te Freun­din von Su­si Ne­u­mann, die 2016 zum Me­dien­star wur­de.

Eben­so re­so­lut und prin­zi­pi­en­fest wie Vo­gel brach­te Ne­u­mann den da­ma­li­gen SPD-CHEF Sig­mar Ga­b­ri­el in Be­dräng­nis. Ihr Satz „War­um bleibt ihr bei den Schwat­ten?“wur­de zum ge­flü­gel­ten Wort der Spd-lin­ken, die von Rot-rot-grün träum­ten. In vie­len Talk­shows be­rich­te­te Ne­u­mann von „ih­ren Mä­dels“, die „al­le in die Al­ters­ar­mut rut­schen“. Pe­tra Vo­gel ge­hört zu die­sen „Mä­dels“und steht in punk­to Schlag­fer­tig­keit ih­rer Freun­din Su­si in nichts nach.

Nach der Zdf-sen­dung such­te die Kanz­le­rin noch das Ge­spräch mit Vo­gel. „Sie stürm­te auf mich zu, er­griff mei­ne Hand und sag­te, dass ich ihr leid­tä­te.“Die­sen Aus­weg auf die per­sön­li­che Ebe­ne aber ge­stand Vo­gel der Kanz­le­rin nicht zu. Es ge­he nicht nur um sie, son­dern um Hun­dert­tau­sen­de, die für ei­ne aus­kömm­li­che Ren­te zu we­nig ver­die­nen wür­den. „Nicht nur Putz­frau­en, auch Ta­xi­fah­rer oder Bä­cke­rei­fach­ver­käu­fer. Für die müs­sen Sie et­was tun.“Mer­kels Ant­wort je­doch blieb va­ge.

Pe­tra Vo­gel bei „Kl­ar­text“.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.