Streit­fak­tor Zäh­ne­put­zen

Vie­len Klein­kin­dern ist das bors­ti­ge Ding ein Graus – doch mit ein paar Tricks kommt schnell die Rou­ti­ne

Leipziger Volkszeitung - - FAMILIE - VON JU­LIA KIRCHNER

Ab dem ers­ten Milch­zahn put­zen, die rich­ti­ge Zahn­pas­ta ver­wen­den und das Kind wäh­rend­des­sen mit Lie­dern oder Spiel­chen ani­mie­ren – wenn es mal so ein­fach wä­re. Denn: Vor al­lem klei­nen Kin­dern ist das bors­ti­ge Ding meist sehr su­spekt. In der Pra­xis kaut der Nach­wuchs oft­mals nur auf der Zahn­bürs­te rum oder läuft krei­schend weg, wenn man „Zäh­ne put­zen“sagt. Die gu­te Nach­richt: Ir­gend­wann ha­ben sie sich dar­an ge­wöhnt. Prof. Diet­mar Oes­ter­reich, Vi­ze­prä­si­dent der Bun­des­zahn­ärz­te­kam­mer, gibt El­tern fol­gen­de Tipps:

■ Muss man schon mit Klein­kin­dern zum Zahn­arzt?

Sinn­voll wä­re es. Zum ei­nen, um Schä­den am Zahn früh zu be­mer­ken: „Et­wa 15 Pro­zent der Klein­kin­der ha­ben früh­kind­li­che Ka­ries.“Aus­ge­löst wird er oft durch sü­ße und säu­re­hal­ti­ge Ge­trän­ke in der Fla­sche. Zum an­de­ren ist es gut, Kin­der so früh wie mög­lich mit der Pro­ze­dur beim Zahn­arzt ver­traut zu ma­chen. Es scha­det des­halb nicht, schon bei den ers- ten Milch­zäh­nen ei­nen Zahn­me­di­zi­ner auf­zu­su­chen.

■ Was ist bes­ser für Kin­der: elek­tri­sche Zahn­bürs­te oder Hand­zahn­bürs­te? Pau­schal lässt sich das nicht sa­gen, es gibt kei­ne Un­ter­su­chun­gen da­zu, was bes­ser ist. Oft fin­den klei­ne Kin­der ei­ne elek­tri­sche Zahn­bürs­te aber span­nen­der, so­dass sie sich leich­ter zum Put­zen be­we­gen las­sen. Ein­zi­ger Nach­teil: Mit der elek­tri­schen Bürs­te ler­nen Kin­der we­ni­ger schnell, mit Ge­schick die rich­ti­gen Putz­be­we­gun­gen aus­zu­füh­ren. Gut ist, wenn El­tern ih­nen ab­wech­selnd Hand- oder elek­tri­sche Zahn­bürs­te ge­ben.

■ Wor­auf soll­te man bei der Aus­wahl von Kin­der­zahn­pas­ta ach­ten?

Dar­auf, dass für Kin­der bis sechs Jah­re der Fluo­rid­an­teil bei ma­xi­mal 500 ppm (parts per mil­li­on) liegt. Nach­le­sen lässt sich das hin­ten auf der Ver­pa­ckung. Ab sechs Jah­ren brau­chen Kin­der dann kei­ne ei­ge­ne Zahn­pas­ta mehr, sie kön­nen die der Er­wach­se­nen mit­be­nut­zen.

■ Wel­che Tricks funk­tio­nie­ren beim Zäh­ne­put­zen be­son­ders gut?

El­tern kön­nen auf den Ge­wöh­nungs­ef­fekt hof­fen. Ir­gend­wann ist das Zäh­ne­put­zen so ri­tua­li­siert, dass es ein­fach da­zu­ge­hört. Bis da­hin kön­nen es El­tern zum Bei­spiel mit ei­nem tief hän­gen­den klei­nen Spie­gel pro­bie­ren, in dem sich die Kin­der be­ob­ach­ten. „Gut ist auch, wenn die Kin­der und Er­wach­se­ne re­gel­mä­ßig ge­mein­sam put­zen.“Und auch, wenn das Put­zen der ers­ten Milch­zäh­ne recht kurz aus­fällt: We­ni­ger ist bes­ser als nichts. „Wich­tig ist, dass Fluo­rid an die Milch­zäh­ne kommt.“

Fo­to: dpa

Et­wa 15 Pro­zent der Klein­kin­der ha­ben früh­kind­li­che Ka­ries – oft­mals aus­ge­löst durch sü­ße oder säu­re­hal­ti­ge Ge­trän­ke in der Fla­sche.

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