Hartz­iv­streit: Ost­be­auf­trag­ter Hir­te un­ter­stützt Spahn

Leipziger Volkszeitung - - ERSTE SEITE -

LEIP­ZIG. Der neue Ost-be­auf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung, Chris­ti­an Hir­te (41, CDU), ver­tei­digt die Aus­sa­gen des künf­ti­gen Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ters Jens Spahn (CDU) zu Hartz IV. Spahn hat­te mit der Aus­sa­ge, mit Hartz IV ha­be „je­der das, was er zum Le­ben braucht“, für Wir­bel ge­sorgt. Die­ser Hin­weis sei „nicht völ­lig falsch“ge­we­sen, mein­te jetzt Hir­te, der aus Thü­rin­gen stammt. Mit Hartz IV wer­de schließ­lich da­für ge­sorgt, dass kei­ner völ­lig durchs Ras­ter fällt.

Schar­fe Kri­tik an Hir­te kam post­wen­dend von Sach­sens Spd-ge­ne­ral­se­kre­tä­rin Da­nie­la Kol­be. Sie fra­ge sich, „ob er sei­nen Job ver­stan­den hat“, sag­te sie ges­tern. Kol­be stell­te in­fra­ge, ob Hir­te tat­säch­lich die „Stim­me der Ost­deut­schen“sein kön­ne.

BER­LIN. Der Ruf nach ei­ner um­fas­sen­den Re­form für Lang­zeit­ar­beits­lo­se wird lau­ter: „Un­ser Ziel muss hö­her ge­steckt sein, als dass die Men­schen von Hartz IV oder an­de­ren Trans­fer­leis­tun­gen le­ben“, mahn­te Bun­des­prä­si­dent Frank-wal­ter St­ein­mei­er.

Aus­ge­löst hat­te die De­bat­te Jens Spahn (CDU). Der de­si­gnier­te Ge­sund­heits­mi­nis­ter hat­te für Em­pö­rung ge­sorgt mit der Aus­sa­ge, mit Hartz IV ha­be je­der, was er zum Le­ben brau­che. Der kom­mis­sa­ri­sche SPD-CHEF Olaf Scholz wies die Äu­ße­run­gen zu­rück. Spahn selbst be­kräf­tig­te sei­nen Stand­punkt. „Na­tür­lich ist es schwie­rig, mit so ei­nem klei­nen Ein­kom­men um­ge­hen zu müs­sen, wie es Hartz IV be­deu­tet“, sag­te Spahn in ei­ner N-tv-talk­show. Das de­cke nur die Grund­be­dürf­nis­se ab. „Das ha­be ich auch nicht in­fra­ge ge­stellt.“Wich­tig zu se­hen sei aber, dass das So­zi­al­sys­tem für je­den ein Dach über dem Kopf vor­se­he „und für je­den das Nö­ti­ge, wenn es ums Es­sen geht“.

Der Ost­be­auf­trag­te der neu­en Bun­des­re­gie­rung, Chris­ti­an Hir­te (CDU), zeig­te Ver­ständ­nis für Spahns Äu­ße­run­gen. Des­sen Hin­weis sei „nicht völ­lig falsch ge­we­sen“. Spd-ge­ne­ral­se­kre­tär Lars Kling­beil ver­wies auf den Ko­ali­ti­ons­ver­trag. „Wir ha­ben ein gro­ßes Pa­ket ge­gen Kin­der­ar­mut ge­schnürt, wir ha­ben uns mit dem Be­reich der Al­ters­ar­mut be­schäf­tigt. Das sind an­schei­nend Punk­te, die Herr Spahn nicht mit­be­kom­men hat.“

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