Ra­me­low: Strom­tras­se ist ei­ne Zu­mu­tung

Thü­rin­ger Re­gie­rungs­chef will Mer­kel Pro­blem ver­deut­li­chen

Leipziger Volkszeitung - - SACHSEN UND MITTELDEUTSCHLAND - VON SI­MO­NE RO­THE

ER­FURT. Thü­rin­gen geht auf Kon­fron­ta­ti­on zur Bun­des­netz­agen­tur. Mi­nis­ter­prä­si­dent Bo­do Ra­me­low (Lin­ke) kün­dig­te ges­tern in Er­furt wei­te­ren Wi­der­stand ge­gen Plä­ne an, die Sued­link-strom­tras­se durch Tei­le Thü­rin­gens zu le­gen. Es sto­ße bei der rot-rot-grü­nen Lan­des­re­gie­rung auf Un­ver­ständ­nis, dass Thü­rin­gens Al­ter­na­tiv­vor­schlag ei­ner – wie im

Ge­setz vor­ge­se­he­nen – ge­rad­li­ni­gen Tras­sen­füh­rung von Nord nach

Süd von der Bun­des­netz­agen­tur ver­wor­fen wor­den sei. „Das ist ei­ne Zu­mu­tung. Ich bin nicht ge­willt, das zu ak­zep­tie­ren“, sag­te Ra­me­low.

Die Lan­des­re­gie­rung, aber auch Kom­mu­nal­po­li­ti­ker und Initia­ti­ven wol­len ver­hin­dern, dass mit Sued­link ei­ne drit­te neue Strom­tras­se zum Trans­port von Wind­strom durch das Land ge­baut wird. „Die Las­ten der Ener­gie­wen­de müs­sen fair ver­teilt wer­den“, sag­te Um­welt­mi­nis­te­rin An­ja Sie­ges­mund (Grü­ne).

Ra­me­low will über die Tras­sen­pla­nung so­wie un­ge­nutz­te Ka­pa­zi­tä­ten der in Thü­rin­gen vor­han­de­nen Pump­spei­cher­wer­ke mit der neu­en Bun­des­re­gie­rung re­den. „Ich wer­de bei Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel um ein Ge­spräch nach­su­chen.“Da­bei sol­le es um die nicht voll­stän­di­ge Aus­las­tung der neu ge­bau­ten 380-Kilo­volt-tras­se durch Thü­rin­gen nach Bay­ern ge­hen so­wie um den Zu­kauf von Strom aus Ös­ter­reich und Nor­we­gen, statt die Pump­spei­cher in Thü­rin­gen zu nut­zen.

Die gut 700 Ki­lo­me­ter lan­ge Sued­link­t­ras­se soll im Zu­ge der Ener­gie­wen­de Wind­strom nach Süd­deutsch­land lei­ten. Die Plä­ne der Netz­be­trei­ber Ten­net und Trans­net­bw se­hen vor, Nord- und West­thü­rin­gen in die Rou­te ein­zu­be­zie­hen. Not­falls wer­de das Land ge­gen den Pl­an­fest­stel­lungs­be­schluss kla­gen.

Bo­do Ra­me­low

An­ja Sie­ges­mund

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