Ge­brauchs­an­wei­sung für die Ver­fol­gung

Lindauer Zeitung - - KULTUR -

Der als „He­xen­jä­ger“in die Ge­schich­te ein­ge­gan­ge­ne Hein­rich Kra­mer oder Hen­ri­cus In­sti­to­ris ist um 1430 im el­säs­si­schen Schlett­stadt ge­bo­ren und um 1505 in Brünn oder Ol­mütz ge­stor­ben. Der päpst­li­che In­qui­si­tor hat mit sei­nem Werk „Mal­leus Male­fi­car­um“, zu deutsch „He­xen­ham­mer“, qua­si das Hand­buch der He­xen­ver­fol­gung ge­schrie­ben. Schon als jun­ger Mensch ist er in den für die In­qui­si­ti­on be­rüch­tig­ten Do­mi­ni­ka­ner­or­den ein­ge­tre­ten und wur­de zum In­qui­si­tor der Or­dens­pro­vinz Ale­ma­nia. Der Text der „He­xen­bul­le“für Papst In­no­zenz VIII. soll Kra­mer ent­wor­fen ha­ben. 1484 kam er nach Ra­vens­burg und brach­te zwei Frau­en auf den Schei­ter­hau­fen. In Inns­bruck schei­ter­te er mit sei­nen Pro­zes­sen. Der Bi­schof ver­wies ihn der Stadt. In je­ner Zeit be­gann Kra­mer am „He­xen­ham­mer“zu schrei­ben, in dem er fünf Kenn­zei­chen ei­ner He­xe be­nann­te: Sie hat ei­nen Pakt mit dem Teu­fel ge­schlos­sen und mit ihm Ge­schlechts­ver­kehr voll­zo­gen. Sie kann durch die Luft flie­gen, um zum He­xen­sab­bat zu ge­lan­gen. Sie übt Scha­den­zau­ber aus. Wolf­gang Beh­rin­ger schreibt: „Zu den Be­son­der­hei­ten des ,He­xen­ham­mers’ ge­hört es, dass we­der Druck­ort, noch Durck­da­tum oder Ver­fas­ser völ­lig ein­deu­tig zu be­stim­men sind.“Da­mals war es noch nicht üb­lich, den Druck­ort oder das Jahr auf­zu­neh­men. In­zwi­schen aber wur­de ein Dru­cker aus Spey­er er­mit­telt. Die ers­te Ausgabe dürf­te 1487 er­schie­nen sein. (ba­mi)

FO­TO: MU­SE­UM HUM­PIS-QUAR­TIER

Die­se Ausgabe des „Mal­leus Male­fi­car­um“in der Aus­stel­lung stammt aus der Bi­b­lio­thek des Ab­tes von Wein­gar­ten.

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