Ther­me ist im Schutz­ge­biet mög­lich

Land­rats­amt sieht kei­ne Pro­ble­me mit dem Vor­ha­ben im Land­schafts­schutz­ge­biet

Lindauer Zeitung - - LINDAU - Von Dirk Au­gus­tin

- Die Ther­me kann im Land­schafts­schutz­ge­biet ge­baut wer­den. Die un­te­re Na­tur­schutz­be­hör­de im Land­rats­amt sieht kei­nen Wi­der­spruch zwi­schen den Plä­nen für das Bau­vor­ha­ben und dem Schutz­ge­biet.

Das schreibt Mit­ar­bei­tern Bar­ba­ra Schma­ler in ih­rer Stel­lung­nah­me zum Be­bau­ungs­plan, das der Lin­dau­er Zei­tung vor­liegt. Be­züg­lich des ge­plan­ten Park­plat­zes soll­te die Stadt aber klä­ren, ob ei­ne Um­welt­ver­träg­lich­keits­prü­fung not­wen­dig ist.

„Die vor­ha­ben­be­zo­ge­ne Pla­nung wi­der­spricht nicht den Schutz­zwe­cken der Land­schafts­schutz­ge­biets­ver­ord­nung“, ur­teilt Schma­ler ab­schlie­ßend. Das über­setzt Si­byl­le Eh­rei­ser, Pres­se­spre­che­rin des Land­rats­am­tes so: „Wenn sich die Stadt an den vor­ha­ben­be­zo­ge­nen Be­bau­ungs­plan hält, dann ist das Vor­ha­ben so in Ord­nung.“Da­mit wi­der­spricht das Land­rats­amt dem Bund Na­tur­schutz, der ei­ne Än­de­rung des Schutz­ge­bie­tes ge­for­dert hat­te.

Als Grund­satz hebt Schma­ler in ih­rem Schrei­ben her­vor, dass das Grund­stück im Eich­wald an­ders zu be­ur­tei­len ist als Grund­stü­cke, die bis­her nicht be­baut und kaum ge­nutzt sind. Denn wo die Ther­me ge­plant ist, gibt es seit Jahr­zehn­ten ein Strand- und Frei­bad. Die Ther­me sei da­mit al­so nicht et­was völ­lig Neu­es, „son­dern er­wei­tert le­dig­lich das An­ge­bot für Ba­de­gäs­te“, schreibt Schma­ler. Zum Teil sieht sie das so­gar als vor­teil­haft für das Schutz­ge­biet, weil die Stadt Män­gel be­sei­ti­gen will, als Bei­spie­le nennt sie das Ver­schwin­den der Au­tos aus dem Eich­wald und ei­ne ge­rin­ge Ver­sie­ge­lung als heu­te.

Auf vie­le um­strit­te­ne Fra­gen geht Schma­ler auch ein­zeln ein. So hält sie fest, dass der Baum­be­stand „na­he­zu voll­stän­dig er­hal­ten und er­gänzt“wer­de. „Ins­be­son­de­re wird der Ei­chen­hain durch Her­aus­nah­me der Park­plät­ze deut­lich auf­ge­wer­tet.“Der kom­pak­te Neu­bau wer­de zu­dem we­ni­ger tren­nen­de Wir­kung ha­ben als die bis­her lang­ge­zo­ge­nen Bau­ten, zu­gleich wer­de er deut­lich nied­ri­ger als die Bäu­me und stö­re da­her kaum. Vorteil­heft sei­en die Sau­na­ge­bäu­de vor der Eis­hal­le, die das Land­schafts­bild ver­bes­sern.

Die Ther­me ma­che ge­eig­ne­te Tei­le der Land­schaft wei­ter­hin der All­ge­mein­heit zu­gäng­lich. öko­lo­gisch sei aber ein Puf­fer zum Na­tur­schutz­ge­biet er­for­der­lich, die es bis­her nicht ge­be. Da­mit ver­bes­ser­ten Stadt und In­ves­tor al­so den Schutz des Ge­biets.

Laut Schma­ler ist für die Ther­me aus den ge­nann­ten Grün­den kei­ne Be­frei­ung von Vor­ga­ben des Land­schafts­schutz­ge­bie­tes nö­tig.

Kri­tik übt sie le­dig­lich, dass die Fol­gen des Park­plat­zes für die Na­tur in den Plan­un­ter­la­gen nicht aus­rei­chend ge­wür­digt sei­en. Sie rät der Stadt zu­dem, zu klä­ren, ob ei­ne for­mel­le Um­welt­ver­träg­lich­keits­prü­fung not­wen­dig ist.

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