In Lin­dau nicht mehr Ver­ge­wal­ti­gun­gen durch Zu­wan­de­rer

Lindauer Zeitung - - LINDAU -

LIN­DAU (ju­le/dpa) - Die Zah­len hat­ten für Auf­ruhr ge­sorgt: Bay­ern­weit sind im ers­ten Halb­jahr 2017 mit 685 Fäl­len fast 50 Pro­zent mehr Ver­ge­wal­ti­gun­gen an­ge­zeigt wor­den als im Vor­jah­res­zeit­raum. Die Zahl der Ta­ten, die Zu­wan­de­rern zu­ge­ord­net wur­den, stieg da­bei um 91 Pro­zent auf 126. Das sag­te In­nen­mi­nis­ter Joa­chim Herr­mann (CSU) am Di­ens­tag im Ka­bi­nett. Im Land­kreis Lin­dau zeich­net sich die­ser Trend al­ler­dings nicht ab.

Im Ge­gen­teil: Wenn man es ganz ge­nau nimmt, dann hat sich die An­zahl der tat­ver­däch­ti­gen Flücht­lin­ge im Ver­gleich zum Vor­jahr so­gar ver­rin­gert. Das zeigt ei­ne Sta­tis­tik, die das Po­li­zei­prä­si­di­um Schwa­ben Süd/West auf An­fra­ge der LZ her­aus­ge­ge­ben hat. Denn im ers­ten Halb­jahr 2016 wur­den der Po­li­zei drei Ver­ge­wal­ti­gungs­fäl­le an­ge­zeigt, bei ei­nem der Tat­ver­däch­ti­gen han­del­te es sich um ei­nen Flücht­ling. Bis En­de Ju­li die­ses Jah­res gab es fünf Ver­ge­wal­ti­gungs­fäl­le. Doch auch hier war nur ein Tat­ver­däch­ti­ger ein Zu­wan­de­rer.

Al­ler­dings sind solch klei­ne Fall­zah­len sta­tis­tisch ge­se­hen so­wie­so nicht be­son­ders aus­sa­ge­kräf­tig. Doch ein Blick auf den ge­sam­ten Be­zirk des Po­li­zei­prä­si­di­ums Schwa­ben Süd/West zeigt: Auch dort ist die Zahl der Ver­ge­wal­ti­gungs­fäl­le, in de­nen Zu­wan­de­rer un­ter Tat­ver­dacht ste­hen, nicht ge­stie­gen. Wäh­rend es im ers­ten Halb­jahr die­ses Jah­res 43 an­ge­zeig­te Ver­ge­wal­ti­gun­gen gab, bei de­nen fünf Tat­ver­däch­ti­ge Zu­wan­de­rer sein sol­len, wa­ren es im Vor­jah­res­zeit­raum 42 Ver­ge­wal­ti­gun­gen und sechs tat­ver­däch­ti­ge Flücht­lin­ge.

Kriminalstatistik gibt es sonst nur für’s gan­ze Jahr

Be­mer­kens­wert ist, dass In­nen­mi­nis­ter Herr­mann die Zah­len für das ers­te Halb­jahr 2017 be­reits jetzt her­aus­ge­ge­ben hat. „Der Be­trach­tungs­zeit­raum von sechs Mo­na­ten ist un­ge­wöhn­lich“, sagt Po­li­zei­spre­cher Jür­gen Kraut­wald im Ge­spräch mit der LZ. Denn um va­li­de Zah­len zu be­kom­men, müs­se man gan­ze Jah­re be­trach­ten und mit­ein­an­der ver­glei­chen. Die Kriminalstatistik wer­de in der Re­gel erst im März des Fol­ge­jah­res ver­öf­fent­licht. Erst dann sind die Fäl­le des Vor­jah­res so­weit er­mit­telt, dass über­haupt kon­kre­te Zah­len ge­nannt wer­den kön­nen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.