9,5 Mil­lio­nen sind zur Wahl auf­ge­ru­fen

9,5 Mil­lio­nen Men­schen im Frei­staat sind zum Ur­nen­gang auf­ge­ru­fen

Lindauer Zeitung - - ERSTE SEITE -

MÜN­CHEN (dpa) - Rund 9,5 Mil­lio­nen Men­schen dür­fen am Sonn­tag in Bay­ern ei­nen neu­en Land­tag wäh­len - das sind 36 000 mehr als bei der letz­ten Wahl vor fünf Jah­ren. 18 Par­tei­en und Wäh­ler­grup­pen be­wer­ben sich nach An­ga­ben des Lan­des­wahl­lei­ters um die Wäh­ler­gunst. An­ders als bei der Bun­des­tags­wahl ent­schei­det die Sum­me aus Erst- und Zweit­stim­men über die Sitz­ver­tei­lung im Land­tag.

MÜN­CHEN (dpa) - Am mor­gi­gen Sonn­tag wird in Bay­ern ein neu­er Land­tag ge­wählt. Rund 9,5 Mil­lio­nen Men­schen dür­fen ih­re Stim­me ab­ge­ben, rund 36 000 mehr als vor fünf Jah­ren. Dar­un­ter sind 600 000 Erst­wäh­ler. Zur Wahl ste­hen nach An­ga­ben des Lan­des­wahl­lei­ters 18 Par­tei­en und Wäh­ler­grup­pen mit ins­ge­samt 1923 Kan­di­da­ten. De­ren Durch­schnitts­al­ter liegt bei 48 Jah­ren. 31 Pro­zent sind Frau­en. Al­les Wich­ti­ge im Über­blick:

Wahl­recht:

Im baye­ri­schen Land­tags­wahl­recht gibt es ei­ne zen­tra­le Be­son­der­heit: An­ders als bei der Bun­des­tags­wahl ent­schei­det die Sum­me aus Erst- und Zweit­stim­men über die Sitz­ver­tei­lung im Land­tag. Bei­de Stim­men sind für die Sitz­ver­tei­lung al­so ge­nau gleich wich­tig.

Par­la­ment:

Dem Land­tag ge­hör­ten zu­letzt 180 Par­la­men­ta­ri­er an – wo­bei die CSU mit 101 Ab­ge­ord­ne­ten die ab­so­lu­te Mehr­heit hat­te. SPD, Freie Wäh­ler und Grü­ne bil­de­ten zu­sam­men die Op­po­si­ti­on. Bei der Wahl am 15. Sep­tem­ber 2013 war die CSU auf 47,7 Pro­zent der Stim­men ge­kom­men, die SPD lan­de­te bei 20,6 Pro­zent, die Frei­en Wäh­ler hol­ten 9,0 Pro­zent und die Grü­nen 8,6 Pro­zent. Auch am kom­men­den Sonn­tag wer­den wie­der 180 Man­da­te ver­ge­ben, 91 di­rekt in den ein­zel­nen Stimm­krei­sen, 89 über die Lis­ten in den ins­ge­samt sie­ben Re­gie­rungs­be­zir­ken. Es ist al­ler­dings da­von aus­zu­ge­hen, dass die Zahl im neu­en Land­tag we­gen er­war­te­ter Über­hang­man­da­te für die CSU und dann an­fal­len­der Aus­gleichs­man­da­te für die an­de­ren Par­tei­en deut­lich stei­gen könn­te.

Über­hang­man­da­te:

Bei der Land­tags­wahl ist Bay­ern in Wahl­krei­se und Stimm­krei­se un­ter­teilt. Die Wahl­krei­se ent­spre­chen da­bei den Re­gie­rungs­be­zir­ken, die in Stimm­krei­se un­ter­teilt sind. Es gibt al­so sie­ben Wahl­krei­se und 91 Stimm­krei­se. In Bay­ern hat je­der Wäh­ler zwei Stim­men. Mit der Erst­stim­me wählt man ei­nen Ab­ge­ord­ne­ten im Stimm­kreis, mit der Zweit­stim­me ei­nen Kan­di­da­ten oder ei­ne Par­tei be­zie­hungs­wei­se Wäh­ler­grup­pe im ge­sam­ten Wahl­kreis. In ei­nem Stimm­kreis ist der­je­ni­ge Be­wer­ber di­rekt in den Land­tag ge­wählt, der die meis­ten Erst­stim­men er­hal­ten hat – so­fern die Par­tei lan­des­weit min­des­tens fünf Pro­zent al­ler gül­ti­gen Erst- und Zweit­stim­men er­reicht. Wenn nun in ei­nem Wahl­kreis mehr Be­wer­ber ei­ner Par­tei in ih­ren Stimm­krei­sen ge­win­nen, als die Par­tei ge­mäß ih­rem Stim­men­an­teil Sit­ze hat, ent­ste­hen so­ge­nann­te Über­hang­man­da­te. Da­mit die Zahl der Sit­ze für die Par­tei­en in dem be­trof­fe­nen Wahl­kreis dem Ver­hält­nis der An­tei­le an al­len Stim­men ent­spricht, be­kom­men die an­de­ren Par­tei­en zu­sätz­li­che Man­da­te. Es dür­fen al­so mehr Ab­ge­ord­ne­te ins Par­la­ment ein­zie­hen. Das heißt Aus­gleichs­man­da­te.

Re­gie­rung:

Jahr­zehn­te­lang hat­te die CSU den Frei­staat mit ab­so­lu­ter Mehr­heit re­giert. 2008 ging die­se ab­so­lu­te Mehr­heit ver­lo­ren, die Christ­so­zia­len wa­ren auf ei­nen Ko­ali­ti­ons­part­ner an­ge­wie­sen. 2013 ge­lang es der Par­tei, die ab­so­lu­te Mehr­heit zu­rück­zu­er­obern. Mi­nis­ter­prä­si­dent war bis März Horst See­ho­fer, der die­ses Amt auf Druck sei­ner ei­ge­nen Par­tei dann an Mar­kus Sö­der ab­ge­ben muss­te. Sö­ders neu­es Ka­bi­nett ist so­mit erst ein gu­tes hal­bes Jahr im Amt.

Das Ma­xi­mi­lia­ne­um:

In Bay­ern sitzt der Land­tag seit 1949 im Ma­xi­mi­lia­ne­um in Mün­chen. Der Grund­stein für das Ge­bäu­de wur­de im Ok­to­ber 1857 ge­legt, der Bau dau­er­te 17 Jah­re. Ur­sprüng­lich war es für ei­ne Stu­di­en­stif­tung ge­dacht, die hoch­be­gab­te Abitu­ri­en­ten för­dern soll­te. Der Bau bil­det den re­prä­sen­ta­ti­ven Ab­schluss der Ma­xi­mi­li­an­stra­ße, mit der sich Kö­nig Max II. ein Denk­mal setz­te. Doch Kö­nig Max II. er­leb­te die Voll­en­dung des Bau­es nicht mehr, sein Sohn Lud­wig II. ließ die Ar­bei­ten fort­set­zen.

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