Die Li­be­ra­len wach­sen ra­sant

Rund 15 Pro­zent mehr Mit­glie­der

Lingener Tagespost - - POLITIK - Von Burk­hard Ewert Fo­to: dpa

OS­NA­BRÜCK. Die Mit­glie­der­zahl der FDP steigt ra­sant. In ei­nem Ge­spräch mit un­se­rer Re­dak­ti­on sag­te Bun­des­schatz­meis­ter Her­mann Ot­to Solms, „wir ge­hen da­von aus, dass wir die Zahl von 60 000 noch vor der Bun­des­tags­wahl am 24. Sep­tem­ber über­schrei­ten“. Seit Jah­res­be­ginn ist die Par­tei sei­nen Wor­ten zu­fol­ge um mehr als 6500 Mit­glie­der ge­wach­sen. Ei­ne ho­he drei­stel­li­ge Zahl von An­trä­gen be­fin­de sich noch in Be­ar­bei­tung. Zur FDP wä­ren da­mit in den ers­ten neun Mo­na­ten des Jah­res rund zehn­mal mehr neue Mit­glie­der ge­sto­ßen als im ge­sam­ten Vor­jahr. En­de 2016 hat­te die Par­tei gut 53 000 Mit­glie­der. Die Zu­wachs­ra­te be­trägt knapp 15 Pro­zent.

Solms führ­te den Zustrom maß­geb­lich auf die öf­fent­li­che Wir­kung des Par­tei­vor­sit­zen­den Chris­ti­an Lind­ner zu­rück. „Er hat sich zu ei­ner re­gel­rech­ten Sym­bol­fi­gur für ei­ne fort­schritt­li­che Po­li­tik ent­wi­ckelt“, sag­te der Schatz­meis­ter. „Nach je­dem öf­fent­li­chen Auf­tritt er­hal­ten wir neue Mit­glieds­an­trä­ge.“Auch sei die Idee der Ei­gen­ver­ant­wor­tung wie­der stär­ker ge­fragt. „Die Men­schen wol­len sich nicht mehr gän­geln las­sen.“Fer­ner hät­ten Ak­teu­re wie Do­nald Trump, Em­ma­nu­el Ma­cron und Wla­di­mir Pu­tin so­wie die Kri­se der EU die Po­li­tik wie­der span­nend ge­macht. „Es geht um viel“, sag­te Solms. „Das spü­ren die Men­schen.“

Mit 60 000 Mit­glie­dern über­schrei­tet die FDP wie­der Her­mann die Zahl von 2013, als die Par­tei aus dem Bun­des­tag aus­ge­schie­den war. Da­mals zähl­te sie rund 5000 Mit­glie­der. Auch mit dem Spen­den­auf­kom­men zeig­te sich die FDP zu­frie­den. Laut Solms ha­ben ihr in die­sem Jahr 4251 Spen­der Geld über­wie­sen, da­von die weit über­wie­gen­de Zahl Pri­vat­per­so­nen. „Mein Ziel als Schatz­meis­ter ist es, dass das auf rund fünf Mil­lio­nen Eu­ro fest­ge­leg­te Wahl­kampf­bud­get weit­ge­hend mit Spen­den fi­nan­ziert wird“, sag­te Solms.

Er zeig­te sich über­zeugt, dass die FDP in den Bun­des­tag ein­zieht. Auch die Grü­nen sieht der par­la­men­ta­ri­sche Ve­te­ran dort wei­ter­hin ver­tre­ten, ob­wohl sie zu­letzt in Um­fra­gen nur noch knapp über der Fünf-Pro­zent-Mar­ke la­gen. „Auch wenn mich die mo­ra­li­schen Vor­hal­te der Grü­nen ner­ven, wer­den sie als Ver­tre­ter nach­hal­ti­ger Um­welt­po­li­tik ih­ren Platz im Bun­des­tag si­chern kön­nen“, sag­te Solms über die Par­tei, die er 1983 als Ab­ge­ord­ne­ter ins Par­la­ment hat­te ein­zie­hen se­hen.

Ein et­wai­ges Mi­nis­ter­amt für sich schloss Solms aus. „Da wä­ren jün­ge­re Ver­tre­ter am Zu­ge“, wink­te der 76-Jäh­ri­ge ab.

FDP-Schatz­meis­ter Ot­to Solms.

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