Die­sel-Rück­ruf kos­tet VW wei­te­re Mil­li­ar­den

Au­to­mo­bil­in­dus­trie warnt vor „Pau­schal­ur­tei­len“und vor „Hys­te­rie“in Um­welt­de­bat­te

Lingener Tagespost - - VORDERSEITE - Von Bea­te Ten­fel­de und Jörg San­ders

Die Au­f­ar­bei­tung der Ab­gas­af­fä­re in den USA kos­tet den VW-Kon­zern wei­te­re Mil­li­ar­den. VDA-Prä­si­dent Wiss­mann warnt in­des vor Pau­schal­ur­tei­len über die Bran­che.

OSNABRÜCK. Das Er­geb­nis im lau­fen­den Ge­schäft wer­de im drit­ten Quar­tal mit rund 2,5 Mil­li­ar­den Eu­ro be­las­tet, teil­te der Volks­wa­gen-Kon­zern am Frei­tag in Wolfs­burg mit. Hin­ter­grund sei ei­ne Auf­sto­ckung der Vor­sor­ge für das Rück­ruf- und Nach­rüst­pro­gramm be­trof­fe­ner 2,0Li­ter-Die­sel­wa­gen in Nord­ame­ri­ka. Da­mit stei­gen die Auf­wen­dun­gen für die Be­wäl­ti­gung des Die­selskan­dals auf ins­ge­samt et­wa 25,1 Mil­li­ar­den Eu­ro.

Der Ver­band der Au­to­mo­bil­in­dus­trie (VDA) warnt un­ter­des­sen vor „Pau­schal­ur­tei­len“über die Bran­che. „Der VDA ver­tritt über 600 Mit­glieds­un­ter­neh­men, wir re­den über die Feh­ler we­ni­ger Fir­men“,

sag­te der Prä­si­dent des Ver­ban­des, Mat­thi­as Wiss­mann, un­se­rer Re­dak­ti­on. Zwar ge­be es „be­rech­tig­te Fra­gen an die deut­sche Au­to­mo­bil­in­dus­trie, und es gibt An­lass zu Är­ger und Kri­tik“, räum­te

Wiss­mann ein. Ei­ne ak­tu­el­le Al­lens­bach-Stu­die zei­ge aber, dass zwei Drit­tel der Fah­rer deut­scher Au­tos wei­ter­hin Ver­trau­en in die Qua­li­tät ein­hei­mi­scher Fahr­zeu­ge hät­ten.

Wiss­mann sieht au­ßer­dem kei­nen An­lass zu „Hys­te­rie“in der Stick­oxid-De­bat­te. „Wir ha­ben heu­te in Deutsch­land 70 Pro­zent we­ni­ger ver­kehrs­be­ding­te Stick­oxid­emis­sio­nen als 1990. Die Luft­qua­li­tät ist im­mer bes­ser ge­wor­den.“

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