Neo­na­zis mar­schie­ren in Schwe­den auf

Rechts­ex­tre­me ver­sam­meln sich in Gö­te­borg – 10 000 Ge­gen­de­mons­tran­ten er­war­tet

Lingener Tagespost - - POLITIK - Von As­trid Die­pes

GÖ­TE­BORG. Die schwe­di­sche Po­li­zei be­rei­tet sich auf den größ­ten Po­li­zei­ein­satz seit zehn Jah­ren vor. Zu ei­ner Na­zi­de­mons­tra­ti­on in Gö­te­borg wer­den heu­te Mit­tag über 1000 Teil­neh­mer und bis zu 10 000 Ge­gen­de­mons­tran­ten er­war­tet. Die rechts­ex­tre­me neo­na­zis­ti­sche Or­ga­ni­sa­ti­on „Nor­dis­ka mot­s­tånds­rör­el­sen“(Nordische Wi­der­stands­be­we­gung) fiel be­reits in der Ver­gan­gen­heit we­gen bru­ta­ler Ge­walt­ta­ten bei De­mons­tra­tio­nen auf. Im Ja­nu­ar 2016 grif­fen be­waff­ne­te Mit­glie­der die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on bei ei­ner De­mons­tra­ti­on in Stock­holm Po­li­zis­ten an.

„Ge­walt­tä­ti­ge Men­schen“

In der Zei­tung „Af­ton­bla­det“be­ur­teilt Chris­ter Matts­son, For­scher der Uni­ver­si­tät Gö­te­borg, die „Nordische Wi­der­stands­be­we­gung“als „ei­ne ge­walt­tä­ti­ge Be­we­gung mit ei­ner ge­walt­tä­ti­gen Ideo­lo­gie, die ge­walt­tä­ti­ge Men­schen an­zieht“. Die Be­we­gung hat in Schwe­den meh­re­re Hun­dert Mit­glie­der. Hin­zu kom­men Neo­na­zis aus Nor­we­gen und Dä­ne­mark.

Die Na­zior­ga­ni­sa­ti­on ist streng hier­ar­chisch or­ga­ni­siert und be­steht seit 1997. Selbst er­klär­tes Ziel ist es, die De­mo­kra­tie und de­mo­kra­ti­sche Par­tei­en ab­zu­schaf­fen und mit ei­ner Herr­schaft un­ter ei­ner star­ken Lei­tung zu er­set­zen. Ein Groß­teil der Mit­glie­der ist vor­be­straft. Simon Lind­berg, Lei­ter der „Nor­di­schen Wi­der­stands­be­we­gung“, nann­te die De­mons­tra­ti­on im Vor­feld „die wich­tigs­te po­li­ti­sche Vor­stel­lung der mo­der­nen Zeit“.

Die schwe­di­sche Kir­che or­ga­ni­siert ei­nen lan­des­wei­ten Pro­test. Sie ruft die Be­völ­ke­rung auf, als Sym­bol ge­gen den rechts­ex­tre­men Hass Ker­zen in die Fens­ter der Häu­ser zu stel­len und nicht weg­zu­se­hen.

Die De­mons­tra­ti­ons­stre­cke wur­de nach har­scher Kri­tik so ge­än­dert, dass die De­mons­tran­ten nicht an den Sy­nago­gen der Stadt vor­bei­kom­men. Zum Be­ginn der De­mons­tra­ti­on wer­den die Glo­cken der Chris­ti­nen­kir­che der Deut­schen Ge­mein­de Gö­te­borg ge­läu­tet.

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