Agrar­mi­nis­ter kri­ti­sie­ren EU-Plä­ne: „Ei­ne Far­ce“

Ab­schluss der Kon­fe­renz in Lü­ne­burg

Lingener Tagespost - - NORDWEST -

dpa LÜ­NE­BURG. Die Agrar­mi­nis­ter von Bund und Län­dern ha­ben zum Ab­schluss ih­rer Herbst­ta­gung in Lü­ne­burg ge­for­dert, die von der EU ge­plan­te Über­ar­bei­tung der Öko­ver­ord­nung ab­zu­leh­nen. „Das ist ein un­miss­ver­ständ­li­ches Si­gnal Rich­tung Ber­lin und Brüs­sel, dem ak­tu­el­len Ent­wurf der EU-Kom­mis­si­on kei­nes­falls zu­zu­stim­men“, sag­te Nie­der­sach­sens Agrar­mi­nis­ter Chris­ti­an Mey­er (Grü­ne). Er ist tur­nus­mä­ßig in die­sem Jahr Vor­sit­zen­der der Agrar­mi­nis­ter­kon­fe­renz. Mey­er nann­te die EU-Plä­ne am Frei­tag ei­ne „Far­ce“, weil sie mit mehr Bü­ro­kra­tie und Be­las­tun­gen für die Öko­bau­ern ver­bun­den sei­en.

„Es kä­me zu völ­lig un­sin­ni­gen Re­ge­lun­gen, wo­nach et­wa das Schna­bel­kür­zen bei Le­ge­hen­nen im Öko­land­bau wie­der er­laubt sein wür­de“, er­klär­te er am En­de des drei­tä­gi­gen Tref­fens. Ähn­lich sa­hen es auch Till Back­haus als Spre­cher der SPD-ge­führ­ten Län­der und sei­ne Amts­kol­le­gin Clau­dia Dal­bert aus Sach­sen-An­halt für die grün ge­führ­ten Mi­nis­te­ri­en. Auch die CDU-ge­führ­ten Län­der sei­en mit dem der­zei­ti­gen Stand nicht zu­frie­den, sag­te Pe­ter Hauk, Land­wirt­schafts­mi­nis­ter von Ba­den-Würt­tem­berg. Die Öko­ver­ord­nung der EU soll von 2020 an ein­heit­li­che­re Stan­dards für den An­bau und Im­port von Bio­pro­duk­ten vor­ge­ben.

Kei­ne Ei­ni­gung wur­de beim um­strit­te­nen Pflan­zen­schutz­mit­tel Gly­pho­sat er­reicht. Man ha­be sich da­bei nicht zu ei­ner un­ab­hän­gi­gen wis­sen­schaft­li­chen Be­wer­tung ei­nes mög­li­chen Krebs­ri­si­kos durch­rin­gen kön­nen, kri­ti­sier­te Dal­bert. Auch ver­bes­ser­te Hal­tungs­be­din­gun­gen für Sau­en wur­den von der Ta­ges­ord­nung ge­nom­men. Grund­sätz­lich ste­he aber der frü­he­re Be­schluss, sie zu ver­bes­sern, be­ton­te Mey­er. Die Zie­le der EU-Agrar­po­li­tik müss­ten neu aus­ge­rich­tet wer­den, for­der­te Back­haus. Sol­che Zie­le müss­ten hoch­wer­ti­ge Le­bens­mit­tel, Kli­ma­schutz, Ar­ten­viel­falt und sau­be­res Was­ser sein.

Die Milch­bau­ern sol­len wei­ter un­ter­stützt wer­den. Be­son­ders die frei­wil­li­ge Men­gen­re­du­zie­rung ha­be zu ei­ner spür­ba­ren Ent­las­tung am Markt ge­führt, doch kön­ne ei­ne neue Kri­se kom­men, warn­te Mey­er. Auf eu­ro­päi­scher Ebe­ne müs­se es ei­ne Viel­zahl von Kri­sen­in­stru­men­ten ge­ben. Be­ste­hen­de Milch­pul­ver- und Ma­ger­milch­be­stän­de soll­ten mit mög­lichst ge­rin­gen Auswirkungen auf den Preis ab­ge­baut wer­den.

Fo­to: dpa

Chris­ti­an Mey­er

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