Trick­ser und Täu­scher

Lingener Tagespost - - WIRTSCHAFT - Von Kat­ha­ri­na Rit­zer k.rit­zer@noz.de

Na­tür­lich kann VW al­le recht­li­chen Mit­tel bis hin zum Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt aus­schöp­fen, um sich ei­ner Son­der­prü­fung durch sei­ne ei­ge­nen Ak­tio­nä­re zu ent­zie­hen. Aber was hat der Kon­zern da­bei zu ge­win­nen? Selbst wenn die obers­ten Rich­ter die Son­der­prü­fung tat­säch­lich un­ter­sa­gen wür­den, was höchst un­wahr­schein­lich ist, wä­re VW der Ver­lie­rer.

Der Au­to­bau­er steht al­len wohl­fei­len Be­teue­run­gen zum Trotz im­mer mehr und so­gar noch schmut­zi­ger in der Schmud­del­ecke – als Trick­ser, Tar­ner und Täu­scher. Als Ge­heim­nis­krä­mer, der et­was sehr Schlim­mes zu ver­ber­gen hat. Als schuld­be­wuss­ter, aber völ­lig un­ein­sich­ti­ger Be­trü­ger, der sich mit al­len Mit­teln ge­gen je­de Auf­klä­rung wehrt – das Ober­lan­des­ge­richt Cel­le hat die­se Hal­tung sehr tref­fend als „an­dau­ern­de In­trans­pa­renz“ver­ur­teilt. Das sind be­mer­kens­wert deut­li­che Wor­te ei­nes ho­hen deut­schen Ge­richts, die aber an VW ab­per­len wie Re­gen am Lack.

Merk­wür­dig nur, dass ein von den US-Be­hör­den ein­ge­setz­ter Auf­pas­ser be­reits seit ei­nem hal­ben Jahr in Wolfs­burg je­den St­ein um­dre­hen kann und die gu­te Zu­sam­men­ar­beit mit den VW-Ma­na­gern so­gar aus­drück­lich lobt. Scheint, als ak­zep­tie­re der Welt­kon­zern nur ei­ne Welt­macht als eben­bür­tig – nicht aber deut­sche Ge­rich­te.

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