Ein Kom­pro­miss im bes­ten Sin­ne

Lingener Tagespost - - VORDERSEITE - Von Burk­hard Ewert b.ewert@noz.de

Ei­nen Fa­mi­li­en­nach­zug nicht zu­zu­las­sen klingt grau­sam. Aber er hat nun ein­mal zwei Sei­ten. Ei­ner­seits, dass Flücht­lin­ge und ih­re An­ge­hö­ri­gen ver­eint sind – wer will ih­nen den Wunsch ver­den­ken. An­de­rer­seits aber auch, dass ein Scout als Ers­tes und be­vor­zugt nach Deutsch­land kommt. An­ders als in vie­len Nach­bar­län­dern könn­te er hier si­cher sein, dass spä­ter ein­mal für al­le greift, was vor­her­seh­ba­ren se­kun­dä­ren An­stieg be­deu­ten, oh­ne dass, und das ist der ent­schei­den­de Punkt, ei­ne dau­er­haf­te Blei­be­per­spek­ti­ve be­stün­de. Dass es nur um die­sen Per­so­nen­kreis geht, wird in der De­bat­te häu­fig schlicht igno­riert.

Was Kri­ti­ker der Ei­ni­gung mo­ti­viert, nun wie­der auf der SPD her­um­zu­ha­cken, bleibt ihr Ge­heim­nis. Im­mer­hin ist der Nach­zug ge­gen­wär­tig aus­ge­setzt. Dass er vom Som­mer an über­haupt wie­der greift, liegt an den So­zi­al­de­mo­kra­ten. 12 000 Nach­züg­ler im Jahr sind auch nicht we­nig. Zu­gleich ist da­mit aber kei­ne Ga­ran­tie ver­bun­den und so­mit der An­reiz ge­min­dert, per Fa­mi­li­en­nach­zug Ein­wan­de­rung in Ei­gen­re­gie zu or­ga­ni­sie­ren. Es han­delt sich da­her um ei­nen Kom­pro­miss im bes­ten Sin­ne.

zu­nächst nur ihm ge­gol­ten hat­te.

Das be­deu­tet kei­nen Miss­brauch, wohl aber Kal­kül, und kann Fehl­ent­wick­lun­gen zur Fol­ge ha­ben. Zu­dem wür­de die völ­li­ge Frei­ga­be bei ho­hen pri­mä­ren Zu­zugs­zah­len ei­nen kaum

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