Di­cke Luft

Lingener Tagespost - - POLITIK - ak­tu­el­les@noz.de

Für Bar­ba­ra Hend­ricks war es die St­un­de der Wahr­heit. Denn die Bun­des­um­welt­mi­nis­te­rin muss­te am gest­ri­gen Di­ens­tag in Brüs­sel bit­ter er­fah­ren, dass der Preis für stän­di­ges Weg­du­cken und Ver­schla­fen hoch sein kann. Die Brüs­se­ler EU-Kom­mis­si­on ist fest ent­schlos­sen, die Igno­ranz der Re­gie­run­gen in Sa­chen Luf­t­rein­hal­tung zu durch­bre­chen – und sich auch mit den mäch­ti­gen Au­to­bau­ern an­zu­le­gen. Wer es in den Mi­nis­te­ri­en oder den Füh­rungs­eta­gen der Kon­zer­ne im­mer noch nicht

ver­stan­den hat: Es gibt kei­ne Schon­frist mehr. Die Luft in den Bal­lungs­räu­men muss sau­be­rer wer­den. Jetzt, nicht in zehn oder 20 Jah­ren. Und zwar nicht des­we­gen, weil ir­gend­ei­ne eu­ro­päi­sche Ver­wal­tung ein Mo­de-The­ma ent­deckt hat, son­dern weil Men­schen krank wer­den und ster­ben. Denn die Luft zum At­men steckt vol­ler Schad­stof­fe.

Das wür­de­lo­se Ge­scha­cher zwi­schen den po­li­ti­schen Ebe­nen Bund, Länder und Kom­mu­nen soll­te auf­hö­ren. Not­wen­dig ist ei­ne kon­zer­tier­te Ak­ti­on al­ler Zu­stän­di­gen. Auch die Au­to­lob­by muss aus ih­ren Ses­seln her­aus­kom­men. Es gibt kein ba­na­les „Wei­ter so“mehr.

Fahr­ver­bo­te sind nicht län­ger ei­ne ab­ge­fah­re­ne Idee, son­dern rea­lis­ti­sche Dro­hung. Brüs­sel hat viel zu lan­ge Groß­mut und Ge­duld wal­ten las­sen.

Von Det­lef Dre­wes

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