Traum­wel­ten

An­mu­tig wie Ge­mäl­de prä­sen­tiert das rö­mi­sche Mo­de­haus FEN­DI sei­ne drit­te »Hau­te Fourr­u­re«-kol­lek­ti­on und lädt mit flo­ra­len Mo­ti­ven zum lu­xu­riö­sen Schwel­gen ein

L'Officiel Germany - - Portfolio - Fo­tos KARL LA­GER­FELD

Vir­tuo­se Ver­ar­bei­tung, de­tail­ver­lieb­tes wie künst­le­ri­sches Hand­werk und je­des Teil ein ab­so­lu­tes Meis­ter­werk – was für an­de­re Mo­de­häu­ser die Hau­te Cou­ture, al­so die gro­ße Schnei­der­kunst dar­stellt, ist für Fen­di die Hau­te Fourr­u­re. Im Jahr 1925 als Pelz- und Le­derate­lier ge­grün­det, hat die ita­lie­ni­sche Mar­ke in ih­rer über neun­zig­jäh­ri­gen Ge­schich­te die Ver­ar­bei­tung von edels­ten Pel­zen per­fek­tio­niert. »Pelz ist Fen­di und Fen­di ist Pelz«, so Chef­de­si­gner Karl La­ger­feld. Ei­ner, der es wis­sen muss. Denn im­mer­hin ist der Mo­de­zar schon über ein hal­bes Jahr­hun­dert – seit 1965 – für das De­sign der Rö­mer ver­ant­wort­lich. Er ent­staub­te das Image des lu­xu­riö­sen Ma­te­ri­als und nahm ihm die be­hä­bi­ge »Ma­da­mig­keit«. Je­de Sai­son ge­lingt es ihm aufs Neue, Tra­di­ti­on mit In­no­va­ti­on zu ver­bin­den. Schon in den Sieb­zi­ger­jah­ren be­han­del­te er Pelz wie ein nor­ma­les Ma­te­ri­al und ent­warf fe­der­leich­te Mo­del­le. Bei sei­nen Ent­wür­fen wirkt ra­sier­ter Nerz ein­mal wie ei­ne ganz zar­te Feder, dann wie schil­lern­de Pail­let­ten und schließ­lich wie fi­li­gra­ne Blü­ten. Für die Win­ter­kol­lek­ti­on 2017/18 ließ der Mo­de­ma­cher mit Mohn­blu­men, Gän­se­blüm­chen und Ro­sen ge­mein­sam mit dem au­ßer­or­dent­li­chen Hand­werks­ge­schick der Krea­teu­re ei­nen mär­chen­haf­ten Fan­ta­sie­wald zum Le­ben er­we­cken. Far­ben­fro­he Blu­men aus Pelz wir­ken, als wür­den sie förm­lich aus Klei­dern her­aus­sprie­ßen. Auf­wen­di­ge 3-D- Sti­cke­rei­en ver­lei­hen den Ro­ben, Ca­pes und Män­teln et­was Or­ga­ni­sches. Da­hin­ter steckt die Ate­lier­ar­beit von rund 40 Mit­ar­bei­tern. Die Kür­sch­ner ge­ben teil­wei­se noch im Ru­he­stand ihr Wis­sen an die nächs­te Ge­ne­ra­ti­on wei­ter, da es bis zu zehn Jah­re dau­ert, bis man pro­fes­sio­nell Fel­le schnei­den kann. »Man muss die­se Ar­beit schät­zen, da es nur noch ganz we­ni­ge gibt, die sie be­herr­schen«, er­klärt La­ger­feld. Im Durch­schnitt wer­den für je­de ein­zel­ne der auf­wen­di­gen Hau­te-fourr­u­re-krea­tio­nen des Hau­ses 400 bis 600 Ar­beits­stun­den in den rö­mi­schen Ate­liers er­bracht. Für die Prunk­stü­cke fal­len aber auch schon mal bis zu 1250 St­un­den an, das sind et­was mehr als 52 Ta­ge. Wo­mit ein­mal mehr der Be­weis er­bracht wä­re, dass es sich bei den Ein­zel­stü­cken nicht et­wa um Ge­brauchs­ge­gen­stän­de, son­dern um ech­te Kunst­wer­ke han­delt.

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