MI­LI­TÄR AUF DEN STRASSEN MIT LANDLORD KRE­IERT RYOHEI KAWANISHI MO­DE FÜR RAP­PER UND AN­DE­RE STREET­WE­AR-FANS

L'Officiel Germany - - Editorial -

Sich von Hip-hop-mo­de der Jahr­tau­send­wen­de be­ein­flus­sen zu las­sen und die­se dann an die Rap­stars der Jetzt­zeit zu ver­kau­fen: Das krie­gen wohl nur Ja­pa­ner hin. Ryohei Kawanishi, dem De­si­gner des New Yor­ker La­bels Landlord, ist mit sei­ner Herbst-win­ter-kollektion eben je­nes Kunst­stück ge­lun­gen – trotz oder ge­ra­de we­gen der ba­by­blau­en und ro­sa­far­be­nen Kunst­pelz­män­tel. Auch die mit glit­zern­den Plat­ten­co­vern be­druck­ten Ka­pu­zen­pull­over, das Rep­til­le­deri­mi­tat auf den Hemd­ta­schen so­wie die fast lä­cher­lich gro­ßen Bag­gy­p­ants er­in­nern an die über­trie­be­nen Out­fits der ehe­mals schwer an­ge­sag­ten Dip­set Cr­ew aus Har­lem.

Die In­spi­ra­ti­on kommt nicht von un­ge­fähr. Kawanishi hat­te es nach sei­nem Stu­di­um an der Lon­do­ner Cen­tral Saint Mar­tins in das nörd­lich des Cen­tral Parks ge­le­ge­ne Vier­tel ver­schla­gen – das ja­pa­ni­sche Mo­de­un­ter­neh­men Uni­q­lo fi­nan­zier­te ihm noch ei­nen Mas­ter an der New Yor­ker Parsons School of De­sign. In New York lern­te er auch sei­nen Ge­schäfts­part­ner Da­ni­el Huang kennen. Der hat­te ge­ra­de das Fa­mi­li­en­ge­schäft, ei­ne Fir­ma für Mi­li­tärklei­dung, über­nom­men und such­te noch ei­nen De­si­gner für ei­ne zi­vi­le Mo­de­li­nie. 2015 grün­de­ten die bei­den ihr Män­ner­la­bel.

Fla­shi­ge Hip-hop-looks sind des­halb auch nicht die ein­zi­ge Stär­ke von Landlord. Gut ver­ar­bei­te­te Street­we­ar mit Mi­li­ta­ry-ein­flüs­sen ist die ge­stal­te­ri­sche Es­senz, die Ryohei Kawanishi mit sai­so­na­len High­lights würzt. Die aber eben im­mer wie­der sei­ner di­rek­ten Nach­bar­schaft ent­nom­men sind: Für nächs­ten Früh­ling zeig­te er ei­ne Reg­gae-in­spi­rier­te Kollektion mit viel Sa­tin in Rot, Gelb und Grün. Das tra­gen be­stimmt auch wie­der sei­ne be­rühm­ten Kun­den, die Rap­per Big Se­an, Mi­gos und A$AP Ro­cky – ob sie nun selbst aus Har­lem stam­men oder nicht.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.