INSOMNIA

Ma­xi Jazz war der hohl­wan­gi­ge Ho­he­pries­ter der schlaf­lo­sen Nacht­schwär­mer. Und ihr Ge­bet, das ging so:

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Deep in the bo­som of the gent­le night / Is when I se­arch for the light / Pick up my pen and start to wri­te / I strugg­le, fight dark forces / In the cle­ar moon light / Wi­thout fe­ar … insomnia / I can’t get no sleep. Die hyp­no­ti­sche Über-hym­ne Insomnia des bri­ti­schen Tri­os Faith­less aus dem Jahr 1996 traf den Ge­schmack von Du­del­ra­dio­hö­rern eben­so wie den von ex­zes­si­ven Club­gän­gern, die ge­nau wuss­ten, wor­über der Sprech­sän­ger – ein Bud­dhist – mit sei­ner so­no­ren Stim­me klag­te: Wer sei­ne Fei­er­lau­ne stän­dig che­misch auf­peppt, um dau­er­ra­vend die Nacht zum Tag zu ma­chen, muss sich ir­gend­wann auch mit Schlaf­stö­run­gen her­um­quä­len. Ri­si­ken und Ne­ben­wir­kun­gen der 90er. Das bri­ti­sche Mix­mag wähl­te den Dan­ce-tran­ce-song auf Platz 5 der „Grea­test Dan­ce Tracks Of All Ti­me“. Ob die Bass­li­ne tat­säch­lich ein Samp­le des Tracks No­vel­ty Wa­ves (1995) vom nor­we­gi­schen Am­bi­en­tHou­se-tüft­ler Bio­s­phe­re ist? Ob das deut­sche Dan­ce-pro­jekt Sash! sich für den Hit En­co­re un fois (1997) bei Insomnia be­dient hat? Das be­rei­tet heu­te nie­man­dem mehr schlaf­lo­se Näch­te. Und da Gott ja be­kannt­lich ein DJ ist und Eva, wenn man so dar­über nach­denkt, ir­gend­wie durch ein Samp­le von Adam ent­stand, braucht hier kei­ner der Be­tei­lig­ten fürch­ten, ei­ne hei­ße Soh­le im Fe­ge­feu­er hin­le­gen zu müs­sen.

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