DAR­KNET

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Auf Land­kar­ten spricht man vom wei­ßen Fleck, wenn es um ein un­be­kann­tes, nicht er­schlos­se­nes Ge­biet geht. Die Ter­ra in­co­gni­ta des In­ter­nets aber ist tief­schwarz: Das Dar­knet schot­tet sich vom Rest des In­ter­nets ab. Der Zu­gang? Recht sim­pel. Statt Brow­sern wie Fi­re­fox, In­ter­net Ex­plo­rer & Co. öff­net TOR („The Oni­on Rou­ter“) die Tür zum viel­schich­ti­gen Netz­werk. Die Soft­ware lei­tet den Da­ten­ver­kehr über drei zu­fäl­lig aus­ge­wähl­te Sta­tio­nen von ins­ge­samt et­wa 7000 Kno­ten­rech­nern welt­weit um. Mit je­der Sta­ti­on wird die äu­ßers­te Scha­le der Ver­schlüs­se­lung ent­fernt – da­her der Zwie­bel-na­me. Das lässt sich mit ei­ner Ver­fol­gungs­jagd ver­glei­chen: Ein Wa­gen biegt drei­mal ab, ist da­nach au­ßer Sicht­wei­te und kann sich un­be­hel­ligt durch die Schat­ten­welt be­we­gen. Und die ist viel klei­ner als vie­le den­ken: Ge­ra­de mal cir­ca 5000 Seiten bie­ten In­hal­te. Wer Dar­knet sagt, meint meist des­sen Schwarz­markt: Waf­fen, Kin­der­por­nos, Dro­gen. Rich­tig ist: Im Dar­knet, der di­gi­ta­len Un­ter­welt, hat je­der et­was zu ver­ber­gen. Das gilt ganz si­cher für Pä­do­phi­le, Amok­läu­fer und Dro­gen­dea­ler. Aber eben auch für Whist­leb­lo­wer, Jour­na­lis­ten und Ge­heim­dienst­ler. Sau­dis face­boo­ken da­mit ge­schützt vor den neu­gie­ri­gen Bli­cken der Staats­macht, chi­ne­si­sche Dis­si­den­ten le­sen ame­ri­ka­ni­sche On­li­ne­me­di­en. Es ist nicht die Tech­nik selbst, die bö­se ist. Es ist im­mer der Mensch, der sie an­wen­det.

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