„SAMT CHROM UND GOLD – ALL DAS FIN­DE ICH ER­FRI­SCHEND“

HIN­TER DEM KÜR­ZEL „HAW“ VER­BIRGT SICH DER -JÄH­RI­GE HER­MANN AUGUST WEIZ­ENEGGER EIN GE­SPRÄCH ÜBER TRA­DI­TI­ON TRENDS & TRÄU­ME

L'Officiel Hommes Germany - - Design -

Er ent­wirft Ein­rich­tun­gen für fik­ti­ve Ho­tels und lässt Ro­bo­ter­ar­me zu Vio­li­nen­klän­gen Wachs­blö­cke be­ar­bei­ten. Her­mann August Weiz­enegger sprengt mit sei­nen Pro­jek­ten oft die Gren­zen von klas­si­schem Pro­dukt­de­sign. Ge­ra­de des­halb rei­ßen sich vie­le Her­stel­ler um sei­ne Ent­wür­fe: Smart, Ro­sen­thal, Man­da­ri­na Duck, Au­then­ti­cs … Wir spra­chen mit Weiz­enegger über „bru­tal schö­ne“Sitz­mö­bel und das En­de der skan­di­na­vi­schen Nüch­tern­heit.

LOH Werk­bund, Bau­haus, Die­ter Rams – deut­sches De­sign hat ei­ne lan­ge Tra­di­ti­on. Wie steht es heu­te um „De­si­gned in Ger­ma­ny“?

HAW Deut­schem De­sign haf­tet im­mer das Kon­zep­tio­nel­le an. Das sind oft ge­dank­lich durch­drun­ge­ne Ent­wür­fe. Auch die Nä­he zum In­ge­nieur­we­sen ist spür­bar. An­ders als in Ita­li­en, wo De­sign oft ei­nen viel freie­ren, künst­le­ri­schen An­satz hat.

LOH Sie selbst be­we­gen sich mit Ih­ren Pro­jek­ten häu­fig an der Schnitt­stel­le zur Kunst.

HAW Mich in­ter­es­siert De­sign als Ge­samt­kunst­werk. Ich will über Gestal­tung vom Ob­jekt in den Raum ge­hen. Des­halb be­we­ge ich mich ger­ne im Kunst­kon­text und ent­wi­cke­le auch Ob­jek­te in li­mi­tier­ter Auf­la­ge für den Whi­te Cu­be. Das ist dann ei­ne ganz an­de­re Sa­che, als wenn ich ein So­fa in Se­rie zu­sam­men mit ei­nem Her­stel­ler pro­du­zie­re.

LOH Was reizt Sie an der se­ri­el­len Pro­duk­ti­on von Sitz­mö­beln?

HAW Da geht es oft um den Um­gang mit Stof­fen. Wie viel Fashion steckt in ei­nem So­fa? Wel­che Schnitt­tech­ni­ken sind die rich­ti­gen? Mit Pul­po ha­be ich ge­ra­de bru­tal schö­ne Ses­sel für halb öf­fent­li­che Räu­me ent­wor­fen – die müs­sen dann auch ein biss­chen was aus­hal­ten kön­nen.

LOH Wel­chen gro­ßen Ein­rich­tungs­trend kön­nen wir in den nächs­ten Jah­ren er­war­ten?

HAW Die skan­di­na­vi­sche Nüch­tern­heit ist vor­bei. Was jetzt kommt, kann man vi­el­leicht als neue Ele­ganz be­schrei­ben. Da geht es um sehr hap­ti­sche Ma­te­ria­li­en wie Samt, die mit Chrom und Gold kom­bi­niert wer­den. Das fin­de ich per­sön­lich sehr er­fri­schend.

LOH Wie sieht Ihr Traum­haus aus?

HAW Das Ein­stein­haus in Ca­puth (ein klei­ner Ort in der Ge­mein­de Schwie­low­see in Bran­den­burg) ge­fällt mir gut. Oder auch das nur zwölf Qua­drat­me­ter gro­ße Schrank­haus, das ich zu­sam­men mit mei­nen Stu­den­ten von der Uni Pots­dam ent­wor­fen ha­be.

LOH Und dar­in dann Ih­re ei­ge­nen Mö­bel.

HAW Mein Bar­ho­cker De­von, den ich ger­ne als „post-mo­der­nes Ju­gend­stil- Ob­jekt“be­zeich­ne, wür­de da schon gut rein­pas­sen.

Bar­ho­cker DE­VON

Das Di­rek­to­ren­haus in Ber­lin zeigt vom 30.6. bis zum 10.9 ei­ne um­fas­sen­de Werk­schau Her­mann August Weiz­eneggers. In­fo: di­rek­to­ren­haus.com Web­site des De­si­gners: her­man­n­au­gust­weiz­enegger.de

Der All­gäu­er De­si­gner Weiz­enegger grün­de­te 2009 in Ber­lin sein Bü­ro HAW und ist Pro­fes­sor für In­dus­tri­al De­sign an der FH Pots­dam Ke­ra­mik­va­se MAKE­UP

Schmuck­do­se ADEN

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.