Be­au­ty

STAR-PARFÜMEUR PIER­RE BOURDON SPRICHT ÜBER SEIN GE­HEIM­NIS DÜF­TE ZU KOM­PO­NIE­REN

L'Officiel Hommes Germany - - Inhalt -

LOH Mon­sieur Bourdon, Ih­re Fans nen­nen Sie oft „Su­perna­se“ …

PB Ach, ich se­he mich eher als Par­füm­kom­po­nist. Mein Haupt­werk­zeug ist die Fan­ta­sie und nicht al­lein mein Ge­ruchs­sinn. Mich auf meine Na­se zu re­du­zie­ren ist ein we­nig so, als ru­fe man ei­nen Song­wri­ter bloß „Ohr“und ei­nen Ma­ler nur „ Au­ge“.

LOH War­um grün­de­ten Sie im Al­ter von 68 Ih­re ei­ge­ne Par­füm­mar­ke?

PB Ich hat­te das Ge­fühl, dass ich meine bes­ten Düf­te bis­her nicht ver­kau­fen konn­te. Die blie­ben bis­her pri­va­te Spie­le­rei. Ich woll­te sie aber mit an­de­ren Men­schen tei­len, be­vor ich ster­be.

LOH Ih­ren größ­ten Hit lan­de­ten Sie be­reits 1988: „Da­vid­off Cool Wa­ter“.

PB Die­ser Duft und sei­ne Ver­kaufs­zah­len ga­ben mir Selbst­si­cher­heit. Plötz­lich wuss­te ich: Du kannst kein to­ta­ler Flop sein! Das gab mir Mut, an ge­wag­te­ren, in­no­va­ti­ve­ren Krea­tio­nen zu ar­bei­ten. Ich woll­te Par­füms mit star­ker ei­ge­ner Iden­ti­tät schaf­fen. Nur ech­te Wag­nis­se ha­ben das Po­ten­zi­al, sich so lan­ge im Markt zu hal­ten.

LOH Duft­klas­si­ker wie, „Kou­ros“, „Jo­op! Hom­me“und auch „Jil San­der Sun“zäh­len zu Ih­ren Mei­len­stei­nen. Wo fin­den Sie Ide­en?

PB Rei­sen bie­ten die Ge­le­gen­heit, neue Ge­ruch­s­ent­de­ckun­gen zu ma­chen: un­be­kann­te Blu­men et­wa, frem­de Spei­sen, Ge­wür­ze. Die olfak­to­ri­sche Tra­di­ti­on di­ver­ser Kul­tu­ren zu ken­nen ist ex­trem wich­tig.

LOH Was ver­bin­det Ih­re Ar­beit mit der ei­nes Mo­de­de­si­gners?

PB Bei­de ha­ben den Drang, sich durch ih­re Kunst aus­zu­drü­cken. Und bei­de ge­ben Frauen und Män­nern Werk­zeu­ge an die Hand, wel­che ein Wohl­ge­fühl spenden und sie ver­füh­re­ri­scher ma­chen.

LOH Wis­sen Sie vor­her, ob ein Duft er­folg­reich sein wird?

PB Nein! Manch­mal weiß ich al­len­falls, dass er Po­ten­zi­al hat. In der Par­fü­me­rie wir­ken so vie­le Fak­to­ren zu­sam­men, auf die ich kei­nen Ein­fluss ha­be. Form des Fla­kons, Name, Kon­zept. Selbst „Cool Wa­ter“wur­de von sie­ben Mar­ken ab­ge­lehnt, be­vor ich ihn ver­kau­fen konn­te.

LOH Wel­ches Par­füm wür­den Sie gern noch kre­ieren?

PB Ich möch­te ver­ges­se­ne Duft­fa­mi­li­en zu neu­em Le­ben er­we­cken. Meine wich­tigs­te Zu­tat ist aber­mals ei­ne or­dent­li­che Por­ti­on Mut!

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