EROBERER

L'Officiel Hommes Germany - - Gesellschaft -

Es gibt ei­ne Men­ge Din­ge, die Bill Ga­tes und Ste­ve Jobs ge­mein­sam ha­ben. Das Ge­burts­jahr 1955 et­wa. Ih­ren Glau­ben an den Com­pu­ter als die Tech­nik der Zu­kunft. Die fast zeit­glei­che Grün­dung der heu­ti­gen Im­pe­ri­en Mi­cro­soft 1975 und App­le 1976. Ihr man­gel­haf­tes Mo­de­ver­ständ­nis na­tür­lich. Und dass sie ein­an­der für Voll­trot­tel hiel­ten. Was sie trenn­te, war ihr so­zia­ler Sta­tus und ihr Ge­schäfts­sinn. Ga­tes, Kind ei­nes Rechts­an­wal­tes und ei­ner Leh­re­rin, lern­te das Pro­gram­mie­ren auf ei­ner Eli­teSchu­le in Se­at­tle; Jobs, als Wai­se ad­op­tiert, Fru­ta­ri­er und zwi­schen­durch Sinn su­chend in In­di­en un­ter­wegs, lö­te­te Lei­ter­plat­ten in ei­ner ka­li­for­ni­schen Ga­ra­ge. Klar, dass sie sich be­geg­nen wür­den. Klar, dass sie als Soft­ware (Ga­tes) und Hard­ware (Jobs) zu­sam­men ar­bei­ten wür­den. Und klar, dass das, wie bei Al­pha-männ­chen üb­lich, nicht funk­tio­nie­ren wür­de: App­le stand für Cool­ness, In­no­va­ti­on und Wag­nis, Mi­cro­soft für Feh­ler­an­fäl­lig­keit, Lan­ge­wei­le und Wett­be­werbs­ver­ach­tung. Von heu­te aus ge­se­hen ist Bill Ga­tes Sie­ger nach Zah­len, als reichs­ter Mensch der Welt und groß­zü­gi­ger Stif­ter. Der an Bauch­spei­chel­drü­sen­krebs ge­stor­be­ne Ste­ve Jobs da­ge­gen CEO der Her­zen, das cho­le­ri­sche Ge­nie, dem sein be­din­gungs­los fol­gen­der An­hang per­fekt de­sign­te Rech­ner, das ipho­ne und knub­be­li­ge Pixar-mons­ter ver­dankt. An­ge­sichts die­ser Bio­gra­fi­en: Stu­diert man nun bes­ser BWL oder Kunst?

Was ist die Schnitt­men­ge aus Fuß­ball und Schau­spie­le­rei? Sam Claf­lin muss nicht lan­ge über­le­gen, um ei­ne pas­sen­de Ant­wort zu fin­den. Denn er kennt bei­de Wel­ten als Prot­ago­nist. „Im Sta­di­on, auf der Büh­ne und im Ki­no geht es um gro­ße Emo­tio­nen und ei­ne mit­rei­ßen­de Show“, er­klärt er. Ei­gent­lich woll­te Sam Claf­lin gar nicht Schau­spie­ler wer­den. Der 31-jäh­ri­ge Bri­te hat­te ganz an­de­re Plä­ne. Als Kind und Ju­gend­li­cher ver­bringt der ta­len­tier­te Spie­ler je­de freie Mi­nu­te mit Ki­cken, spielt mit sei­nem Schul­team sehr er­folg­reich auf ver­schie­de­nen Po­si­tio­nen in der Lan­des­li­ga, bis zu je­nem ver­häng­nis­vol­len Nach­mit­tag. „Ich war mit mei­nen Freun­den auf dem Bolz­platz und ha­be mir da­bei mei­nen Knö­chel ge­bro­chen“, er­zählt Claf­lin über den Tag, der sein Le­ben ver­än­der­te. „Fuß­ball hat mir da­mals al­les be­deu­tet, ich ha­be so­gar nachts da­von ge­träumt. Und ich wuss­te ge­nau, wie mein Le­ben ein­mal aus­se­hen soll­te. Ich woll­te Pro­fi wer­den.“

Trifft man Sam Claf­lin heu­te, hat man im­mer noch den Ein­druck, mit ei­nem smar­ten Sport­ler zu spre­chen. Mit dy­na­mi­schen, fe­dern­den Schrit­ten be­tritt er die Sui­te ei­nes Ho­tels in Lon­don. Er hat nichts von die­ser künst­le­ri­schen, ver­geis­tig­ten Aus­strah­lung, die ei­ni­ge sei­ner Kol­le­gen so ge­wis­sen­haft pfle­gen. Und das ist an­ge­nehm. Claf­lin ist ein Mann des fes­ten Hän­de­drucks, sein Blick di­rekt und das zu­nächst fei­ne Lä­cheln en­det je­des Mal in ei­nem brei­ten Grin­sen. Sei­ne Ge­schich­ten sind im­mer mit bri­ti­schem Hu­mor an­ge­rei­chert, auch wenn sie kein (un­mit­tel­ba­res) Hap­py End ha­ben, wie sein Traum von ei­ner Kar­rie­re als Pro­fi­fuß­bal­ler. ha­be ich ge­merkt, dass ei­ne neue Lie­be dar­aus wird.“Er ka­na­li­siert sei­ne eins­ti­ge Lei­den­schaft in neue Bah­nen. 100 Pro­zent für Plan B.

Nach sei­nem Ab­schluss an der „Lon­don Aca­de­my of Mu­sic and Dra­ma­tic Art“hat der Sohn ei­nes Fi­nanz­be­ra­ters und ei­ner Hilfs­leh­re­rin aus Nor­wich er­staun­lich schnell Er­folg, auch mit Hol­ly­woo­dB­lock­bus­tern. 2010 wird er für „Pi­ra­tes of the Ca­rib­be­an – Frem­de Ge­zei­ten“als Mis­sio­nar Phi­lip Swift be­setzt, der sich in ei­ne Meer­jung­frau ver­lie­ben darf. Es fol­gen Rol­len in „Snow Whi­te and the Hunt­s­man“und in der bei Te­enagern be­lieb­ten „Die Tri­bu­te von Pa­nem“-rei­he als Fin­nick Odair – sein end­gül­ti­ger Durch­bruch. Von nun an cas­tet man ihn als ro­man­ti­sche Ge­heim­waf­fe in herz­schmerz­li­chen Fil­men wie „Lo­ve, Ro­sie – Für im­mer viel­leicht“oder „Ein gan­zes hal­bes Jahr“. Die lau­fen sehr er­folg­reich, doch Claf­lin wünscht sich Rol­len mit mehr Tief­gang. Wie ein cle­ve­rer Trai­ner än­dert er sei­ne Tak­tik, be­wirbt sich für die Haupt­rol­le des Phi­lip in der Neu­ver­fil­mung des Daph­ne- duMau­ri­er-klas­si­kers „Mei­ne Cou­si­ne Ra­chel“. Hier ver­liebt er sich zwar wie­der, aber dies­mal am Ran­de des Wahn­sinns. Ein raf­fi­nier­ter Schach­zug. Du Mau­ri­ers psy­cho­lo­gisch ab­grün­di­ge Ro­ma­ne wie „Wenn die Gon­deln Trau­er tra­gen“wa­ren schon mehr­fach Vor­la­ge für an­spruchs­vol­le Ki­no-un­ter­hal­tung. Al­fred Hitch­cock ver­film­te gleich drei ih­rer Ro­ma­ne, un­ter an­de­rem „Die Vö­gel“und „Re­bec­ca“.

War­um Claf­lin die Met­a­mor­pho­se vom Sport­ler zum Schau­spie­ler so ge­schmei­dig ge­lun­gen ist? Sei­ne Theo­rie: „In Spie­len ha­be ich oft vor­ge­täuscht, dass ich übel ge­foult wor­den bin, so wie vie­le Fuß­bal­ler es eben ma­chen. Mei­ne Mut­ter be­haup­tet, we­gen mei­ner Ak­tio­nen als ‚Dra­ma Queen‘ wuss­te sie schon früh, dass ich ein­mal Schau­spie­ler wer­den wür­de.“Ob­wohl er in­zwi­schen mit sei­ner Frau –

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