In­ter­view

AB OK­TO­BER IST LEIN­WAND-ADO­NIS CHRIS HEMSWORTH IN „THOR TAG DER ENT­SCHEI­DUNG“ ZU SE­HEN VOR DEM NEU­EN MARVEL-SPEK­TA­KEL HAT DER AUS­TRA­LI­ER DEN HEL­DEN-HAM­MER KURZ­ZEI­TIG BEISEITEGELEGT UM ALS BOT­SCHAF­TER DEN DUFTKLASSIKER „BOSS BOTTLED“ ZU SCHWIN­GEN

L'Officiel Hommes Germany - - Inhalt - in­ter­view: MAT­THI­AS LUCKWALDT

An­ders, als er­war­tet, er­scheint Chris Hemsworth zum In­ter­view nicht im maß­ge­schnei­der­ten An­zug samt tail­lier­tem Bu­si­ness­hemd und schma­ler Kra­wat­te. So prä­sen­tier­te sich sein Wer­be-vor­gän­ger Ger­ard But­ler. Aber nein, der 34-jäh­ri­ge Aus­tra­li­er ent­schied sich an die­sem un­ge­müt­li­chen Mor­gen lie­ber für be­que­mes Bein­kleid zum schwar­zen Ku­schel­pul­li. Doch auch un­ter läs­sig weit ge­schnit­te­ner Ca­sual­ness sind die Mus­keln des „Thor“-mi­men mehr als nur zu er­ah­nen. An Hems­worths Hals blitzt ei­ne sil­ber­ne Ket­te, um sein lin­kes Hand­ge­lenk trägt er ei­nen wil­den Mix aus Le­der- und Sil­ber­arm­bän­dern und sei­ne kur­zen Haa­re sind lo­cker durch­wu­schelt. Kurz: Der Schau­spie­ler wirkt, als hät­te er ge­ra­de noch auf ei­nem Surf­brett ge­stan­den. Wo­bei das Haupt­quar­tier von Hu­go Boss in Met­zin­gen eher für schar­fe Schnit­te als die per­fek­te Wel­le be­rühmt ist. Was der ent­spann­te Look gleich­wohl un­ter­streicht: Chris Hemsworth ist kein aus­tausch­ba­res Mar­ken­mas­kott­chen.

LOH Im Mo­ment sit­zen wir in Met­zin­gen – und es ist frisch. Ist fie­ses Wet­ter für ei­nen Aus­tra­li­er de­pri­mie­rend?

CHRIS HEMSWORTH Ich bin in Mel­bourne auf­ge­wach­sen. Da be­kom­men wir hin und wie­der auch Schau­er ab. Un­ser Laid-back-li­fe­style fehlt mir aber schon, wenn ich un­ter­wegs bin. Mei­ne Frau und ich sind vor vier Jah­ren von Los An­ge­les zu­rück nach Aus­tra­li­en ge­zo­gen. Das war die bes­te Ent­schei­dung un­se­res Le­bens. Wir woh­nen in By­ron Bay, knapp 800 Ki­lo­me­ter nörd­lich von Sydney. Die Flo­ra und Fau­na sind dort re­gel­recht tro­pisch, und mei­ne Kin­der wach­sen mit Koa­las, Schlan­gen und Kän­gu­rus auf. Na­tür­lich ha­ben wir auch ei­ne fa­bel­haf­te Küs­te zum Sur­fen – und ei­ne Men­ge Haie. [lacht]

LOH Und wie duf­tet Ih­re neue al­te Hei­mat? CH

Nach Eu­ka­lyp­tus­blät­tern. Ge­ra­de im hei­ßen Som­mer, wenn al­les rings­her­um aus­trock­net und der Bo­den un­ter dei­nen Fü­ßen knackt, liegt ihr Duft be­son­ders in­ten­siv in der Luft. Mei­ne Kind­heit in Aus­tra­li­en roch vor al­lem nach Ko­kos­nuss, Son­nen­creme und Surf­board­wachs. Wenn ich an die­se Zeit zu­rück­den­ke, wer­de ich rich­tig emo­tio­nal. So vie­le schö­ne Er­in­ne­run­gen kom­men da hoch.

LOH Ein Te­e­nie, der nach Son­ne und Meer riecht, braucht wahr­schein­lich gar kein Eau de Toi­let­te, oder?

CH Nicht wirk­lich. Ich ha­be mich da­mals auch mehr fürs Wel­len­rei­ten in­ter­es­siert als für Be­au­ty­pro­duk­te. Das ers­te Par­füm, das ich ge­schenkt be­kam, war zu­fäl­lig „Boss Sport“. Der Duft wird heu­te gar nicht mehr pro­du­ziert. Er hat­te ei­nen grü­nen Fla­kon mit ro­ter Kap­pe. Vor­her kann­te ich die Mar­ke nicht, ob­wohl sie in Aus­tra­li­en be­reits sehr po­pu­lär war. Die Mo­de von Boss hät­te da­mals mein Bud­get ge­sprengt. [lacht]

LOH Als Thor sind Sie seit ei­ni­gen Jah­ren ein Ac­tion-he­ro. Wer sind Ih­re Hel­den im ech­ten Le­ben?

CH Mein Dad! Nicht nur, weil er mich und mei­ne bei­den Brü­der vor und nach der Schu­le zum Sur­fen an den Strand ge­fah­ren hat oder uns ge­zeigt hat, wie man ei­nen Fuß­ball rich­tig kickt, son­dern vor al­lem we­gen sei­nes selbst­lo­sen En­ga­ge­ments für ver­nach­läs­sig­te Kin­der. Er und mei­ne Mut­ter ha­ben vie­le Jah­re als So­zi­al­ar­bei­ter für den aus­tra­li­schen Ju­gend­schutz ge­ar­bei­tet. Ih­re Lei­den­schaft und ihr un­er­müd­li­cher Ein­satz für die Rech­te von Kin­dern hat mich schon früh tief be­ein­druckt.

LOH Ha­ben Sie sich des­halb auch im letz­ten Jahr für die Cha­ri­ty-kam­pa­gne „Po­lis­hed Man“en­ga­giert?

CH Mit der Ak­ti­on, bei der sich je­der Mann ei­nen Fin­ger­na­gel bunt la­ckiert und ein Bild da­von in den so­zia­len Me­di­en pos­tet, wol­len wir auf Kin­des­miss­brauch auf­merk­sam ma­chen. Denn 90 Pro­zent der Tä­ter sind Män­ner, je­des fünf­te Kind welt­weit wird miss­han­delt. Da­hin­ter steckt die Stif­tung YGAP, mit der ich schon ei­ni­ge Jah­re zu­sam­men­ar­bei­te. Sie un­ter­stützt mit gro­ßen Kin­der­hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen be­trof­fe­ne Kin­der the­ra­peu­tisch und hilft ih­nen, die trau­ma­ti­schen Er­leb­nis­se rich­tig zu ver­ar­bei­ten. Denn nicht sel­ten bleibt bei den Op­fern ein Ge­fühl von Schuld und Scham zu­rück. Lei­der ist Kin­des­miss­brauch im­mer noch ein Ta­bu­the­ma, das zu oft un­ter den Tep­pich ge­kehrt wird.

LOH Im neu­en Tv-spot von „Boss Bottled“er­wäh­nen Sie mehr­mals den Be­griff der In­te­gri­tät. Was be­deu­tet Ih­nen das Wort?

CH Viel. Sehr viel. Die Welt um uns her­um ist mitt­ler­wei­le so laut und un­ge­zü­gelt ge­wor­den. Al­les, was wir tun, muss im­mer von ei­nem Knall­ef­fekt be­glei­tet sein – oh­ne geht es schein­bar nicht mehr. Wir den­ken aber zu we­nig über die Kon­se­quen­zen nach. Ich fin­de es wich­tig, zu sei­nem Wort zu ste­hen, ehr­lich zu sein und vor al­lem Mit­ge­fühl zu zei­gen. Wor­te drü­cken bloß aus, wer wir sein möch­ten. Un­se­re Ta­ten be­wei­sen aber, wer wir wirk­lich sind!

Chris Hemsworth ist der letz­te Zu­gang in ei­ner Vio-rei­he von Duft­bot­schaf­tern für Boss: So war­ben ne­ben Ger­ard But­ler be­reits Fuß­ball-stars wie Ma­rio Go­mez, Mar­co Reus und Thia­go Silva für die ver­schie­de­nen Her­ren­par­füms

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