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KÜNST­LI­CHE GLET­SCHER SOL­LEN DIE KAR­GE LAND­SCHAFT DES HI­MA­LA­JA BE­LE­BEN UND BEGRÜNEN

L'Officiel Hommes Germany - - Inhalt -

La­dakh, auch Klein-ti­bet ge­nannt, ist ei­ne Re­gi­on im in­di­schen Bun­des­staat Jam­mu und Kasch­mir. Zwi­schen den Ge­birgs­ket­ten des Hi­ma­la­ja, hoch­ge­bir­gig und baum­frei, von Was­ser­man­gel be­droht. Wer hier lebt, auf 3500 Me­tern über dem Mee­res­spie­gel, bei mi­nus 30 Grad Cel­si­us im Win­ter, kann sich an der Schön­heit ent­le­ge­ner Ber­ge er

freu­en, soll­te aber auch hart im Neh­men sein. Um den Bau­ern hier ih­re Ar­beit, ihr Le­ben zu er­leich­tern, kam der In­ge­nieur So­nam Wang­chuk auf ei­ne Idee, die auf den ers­ten Blick ko­misch klingt: Eis in der Wüs­te. Auf den zwei­ten Blick ist es je­doch phy­si­ka­lisch lo­gisch: Trifft Was­ser am Mor­gen auf kal­ten Wüs­ten­sand, bil­den sich so­fort Eis­kris­tal­le, die in Schich­ten zu Hü­geln an­stei­gen – na­tür

li­chen Glet­schern ganz ähn­lich. Mit ei­ner Crowd­fun­ding-kam­pa­gne er­rich­te­te der 51-Jäh­ri­ge ei­nen Pro­to­typ. Ei­ne 2,3 Ki­lo­me­ter lan­ge Pi­pe­line führt Schmelz­was­ser zu ei­nem Dorf. Dank ei­ner Sprink­ler­an­la­ge ge­friert es auf dem Bo­den und ver­schwin­det nicht im In­dus, dem größ­ten Fluss der Re­gi­on. Die 1,5 Mil­lio­nen Li­ter hiel­ten sich so bis An­fang Ju­li und sorg­ten für die Be­wäs­se­rung von 5000 Bäu­men, die die Ein­hei­mi­schen ex­tra an­ge­pflanzt hat­ten. Der Uh­ren­her­stel­ler Ro­lex, der ei­nen

„Award for En­ter­pri­se“ver­gibt, zeich­ne­te die Idee aus. Mit dem Preis­geld will Wang­chuk nun rund 20 die­ser bis zu 30 Me­ter ho­hen „Eis­s­tu­pas“an­le­gen, die je­weils zehn Mil­lio­nen Li­ter lie­fern sol­len. Auf die­ser Ba­sis er­folgt im An­schluss ein um­fang­rei­ches Auf­fors­tungs­pro­gramm.

Und die Wüs­te, sie lebt.

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