Drei Kopf­hö­rer, zwei Bos­se, ei­ne Idee Von Hans Bus­sert

Drei Kopf­hö­rer, zwei Fir­men­chefs, ei­ne Idee: Dior Homme und Senn­hei­ser schnei­dern den per­fek­ten Hör­ge­nuss

L'Officiel Hommes Germany - - Inhalt - Text HANS BUS­SERT

SSer­ge Brun­schwig ist der lei­den­schaft­li­che­re der bei­den: Beim Dop­pe­l­in­ter­view im Pen­in­su­la in Pa­ris ist dem Vor­stands­vor­sit­zen­den von Dior Homme sei­ne Be­geis­te­rung für das ge­mein­sa­me Pro­jekt leicht an­zu­mer­ken. Vol­ler Eu­pho­rie spricht er über Tä­sch­ner­hand­werk, das Er­be sei­nes Hau­ses und – fan­tas­tisch! – El­vis Pres­ley. Im Nie­der­säch­si­schen We­de­mark, wo die Senn­hei­ser elec­tro­nic Gm­bh & Co. KG be­hei­ma­tet ist, ar­bei­ten vor al­lem Tech­ni­ker. De­ren CEO, Da­ni­el Senn­hei­ser, er­zählt mit ru­hi­ger Stim­me von Mess­tech­nik und Ma­te­ri­al­kun­de – er weiß, dass sei­ne Kopf­hö­rer schon ab den ers­ten Tak­ten über­zeu­gen. Zu­sam­men­ge­bracht hat den Mo­de­men­schen und den Au­dio­spe­zia­lis­ten ei­ne Initia­ti­ve des deut­schen und fran­zö­si­schen Hand­werks. Ein Emp­fang beim deut­schen Bot­schaf­ter im Pa­ri­ser Hô­tel Be­au­har­nais, vie­le Tref­fen der De­sign­teams und noch mehr vor­bei­ge­flos­se­nes Was­ser in Wiet­ze und Sei­ne spä­ter prä­sen­tie­ren bei­de Fir­men­len­ker im Pen­in­su­la ei­ne Kopf­hö­r­er­kol­lek­ti­on, die höchs­ten au­dio­phi­len An­sprü­chen ge­nügt. Ins­ge­samt drei Mo­del­le in vier Bund­les gibt es: Ho­me, Dai­ly, Po­cket und Tra­vel. De­ren De­sign? Feins­tes Le­der und ro­te De­tails. Echt Cou­ture – Dior Homme eben.

LOH Herr Brun­schwig, las­sen Sie uns wis­sen, was gu­tes Hand­werk ist?

SER­GE BRUN­SCHWIG Gu­tes Hand­werk ent­wi­ckelt sich im­mer wei­ter. Es sucht sich neue Her­aus­for­de­run­gen und bleibt krea­tiv. Ein Hand­wer­ker muss re­le­vant, mo­dern und be­geh­rens­wert blei­ben. Ge­nau wie

bei die­sen Kopf­hö­rern. Es be­gann mit ei­ner abs­trak­ten Idee: Wir wuss­ten nur, dass wir et­was zu­sam­men ma­chen woll­ten. Am En­de kön­nen wir bei­de sehr stolz sein. Die Kopf­hö­rer in Ih­ren Ta­schen sind ech­te Senn­hei­ser Pro­duk­te, aber eben auch echt Dior Homme.

LOH Und was ist gu­tes Hand­werk für Sie, Herr Senn­hei­ser? DA­NI­EL SENN­HEI­SER

Für uns be­deu­tet Hand­werk in ers­ter Li­nie Ma­te­ri­al­kun­de. Spe­zi­ell im Au­dio­be­reich, wo wir mit Mem­bra­nen und Ke­ra­mik ar­bei­ten, ent­zieht sich ein Teil un­se­rer Kon­trol­le: Feuch­tig­keit, Luft­druck und an­de­res be­ein­flus­sen die Ma­te­ria­li­en. Ein gu­ter Tech­ni­ker hat ei­nen fast in­tui­ti­ven Um­gang da­mit. Oft lässt sich gar nicht er­klä­ren, war­um es funk­tio­niert. Aber es funk­tio­niert.

LOH Ir­ri­tiert Sie das nicht? DA­NI­EL SENN­HEI­SER

Für uns als deut­sches Un­ter­neh­men ist das tat­säch­lich manch­mal ein we­nig un­ge­wohnt. Wir ver­su­chen ja im­mer, al­les zu mes­sen. Wir ha­ben so­gar un­se­re ei­ge­nen Mess­in­stru­men­te ent­wi­ckelt, weil die exis­tie­ren­den Ge­rä­te nicht ge­nau ge­nug wa­ren. Da wird un­ser Hand­werk fast zur Wis­sen­schaft. Aber wir ha­ben mitt­ler­wei­le ak­zep­tiert, dass wir nicht al­les ver­ste­hen wer­den.

LOH Was ist das ty­pisch Fran­zö­si­sche an Dior Homme?

SER­GE BRUN­SCHWIG Nun, fran­zö­si­sches Sa­voir-fai­re, das „Ge­wusst wie“, hat sei­nen Ur­sprung in der Re­nais­sance. Es be­gann mit Franz dem Ers­ten, der an sei­nem Hof die bes­ten Hand­wer­ker sei­ner Zeit ver­sam­mel­te. Da­mals muss­te je­der Ge­gen­stand im­mer auch mög­lichst schön sein. Die­ses De­ko­ra­ti­ve ha­ben wir bei Dior Homme bei­be­hal­ten. Na­tür­lich müs­sen Din­ge und vor al­lem auch Klei­dung in ers­ter Li­nie funk­tio­nie­ren. Aber wir wol­len eben auch im­mer, dass sie mög­lichst gut aus­se­hen. Wir wol­len Schön­heit zu ei­nem Teil des täg­li­chen Le­bens ma­chen.

LOH Wie muss man sich ih­re Zu­sam­men­ar­beit vor­stel­len – tra­fen da zwei Wel­ten auf­ein­an­der?

DA­NI­EL SENN­HEI­SER Un­se­re Ar­beits­wei­se ist sehr viel ana­ly­ti­scher. Das liegt in der Art un­se­rer Pro­duk­te be­grün­det. Für uns steht nor­ma­ler­wei­se die tech­ni­sche Lö­sung an ers­ter Stel­le. Des­we­gen war die Zu­sam­men­ar­beit mit Dior Homme so frucht­bar: Es gab ei­ne De­si­gn­lö­sung, an die wir un­se­re Tech­nik her­an­füh­ren muss­ten. Viel­leicht hät­ten wir oh­ne die Lei­den­schaft des Dior-teams zwi­schen­drin auf­ge­ge­ben. SER­GE BRUN­SCHWIG Es stimmt schon, dass bei Dior viel über die Lei­den­schaft funk­tio­niert. Es gibt ei­ne De­ad­line – den Show­ter­min. Und zu die­sem Zeit­punkt muss al­les fer­tig sein. Je­der Mit­ar­bei­ter weiß das. Und auch wenn es manch­mal un­mög­lich scheint: Am En­de klappt es. Das ge­mein­sa­me Ziel ent­fal­tet ei­nen ma­gne­ti­schen Sog, der al­le ge­mein­sam ins Ziel trägt. Und so war es auch bei die­sem Pro­jekt. Wir woll­ten das Bes­te ge­ben. Das ist das Schö­ne an so ei­ner Zu­sam­men­ar­beit: Man un­ter­stützt sich ge­gen­sei­tig und wächst zu­sam­men.

LOH Das The­ma der ak­tu­el­len Aus­ga­be ist „Kon­trast“. Wel­che Rol­le spie­len Kon­tras­te in Ih­rer Bran­che?

SER­GE BRUN­SCHWIG Kon­tras­te sind al­les in der Mo­de. Auch bei Dior selbst: Mit un­se­ren Cou­ture-li­ni­en ma­chen wir höchs­te Hand­werks­kunst. Gleich­zei­tig ist es ja noch Mo­de und muss al­le sechs Mo­na­te ei­nem Pu­bli­kum vor­ge­stellt wer­den. Die er­for­der­li­che Schnel­lig­keit steht oft in ei­nem gro­ßen Kon­trast zu un­se­rem Stre­ben nach Per­fek­ti­on. Oder der Um­gang mit Street­we­ar bei Dior Homme – der steht erst ein­mal im Wi­der­spruch zum klas­si­schen Er­be des Hau­ses. Aber man muss mit die­sen Kontrasten ar­bei­ten. Und dann wird es span­nend. DA­NI­EL SENN­HEI­SER Auch bei uns im Au­dio-be­reich sind Kon­tras­te ent­schei­dend. Laut­stär­ken, Hö­hen, Mit­ten, Bäs­se – oh­ne Kon­trast wür­de al­les gleich klin­gen. Aber auch bei ei­ner Part­ner­schaft wie der von Dior Homme und Senn­hei­ser geht es um Kon­tras­te. Der ei­ne ist wie ei­ne Lein­wand für den an­de­ren. Oft ent­steht erst ein­mal ein kon­tras­tie­ren­des Bild. Aber dann führt man es zu­sam­men, und es funk­tio­niert. Ge­ra­de weil es nicht ganz de­ckungs­gleich ist. Nur durch Ab­wei­chun­gen und das Be­schrei­ten an­de­rer We­ge kann auch et­was Neu­es ent­ste­hen.

LOH Und wel­che Mu­sik hö­ren Sie selbst ger­ne?

SER­GE BRUN­SCHWIG Ich will ehr­lich sein: Ich hö­re am liebs­ten klas­si­sche Mu­sik. Glenn Goulds Gold­berg-va­ria­tio­nen kann ich im­mer wie­der hö­ren. Wie je­der Fan weiß, gibt es da­von zwei Auf­nah­men. Ei­ne von 1955 und ei­ne von 1981. Mir ge­fällt die ers­te bes­ser. Ich fin­de sie na­tür­li­cher. 1981 hat Glenn Gould es viel­leicht ein we­nig über­trie­ben. Und man kann ihn im Hin­ter­grund auch ein biss­chen zu laut mit­sum­men hö­ren, wie ich fin­de. DA­NI­EL SENN­HEI­SER Ich ha­be wirk­lich ei­nen sehr breit ge­fä­cher­ten Ge­schmack. Ich hö­re viel Klas­sik: Bach, Mo­zart und auch Re­nais­sance­mu­sik. Und dann er­le­be ich ge­ra­de ein per­sön­li­ches Pink-floy­dRe­vi­val. Wir ha­ben die Band kürz­lich bei ei­ner Aus­stel­lung in Lon­don un­ter­stützt, und zur Vor­be­rei­tung ha­be ich mir noch ein­mal mei­ne al­ten Plat­ten an­ge­hört. Da­bei ha­be ich fest­ge­stellt, dass die ein­fach nicht alt wer­den.

LOH Es gibt ei­nen gro­ßen Un­ter­schied zwi­schen MP3, dem gän­gi­gen Dow­load­for­mat, und Schall­plat­ten aus Vi­nyl.

SER­GE BRUN­SCHWIG Der Sound von Plat­ten ist so viel bes­ser! Auf ei­nem gu­ten Plat­ten­spie­ler klingt es, als wenn man selbst im Stu­dio wä­re. Ich wür­de mir wün­schen, dass die Leu­te, die un­se­re Kopf­hö­rer be­nut­zen, auch auf die Klang­qua­li­tät der Mu­sik ach­ten. DA­NI­EL SENN­HEI­SER Wenn man ein­mal rich­tig gu­ten Sound ge­hört hat, kann man ein­fach nicht mehr zu­rück. Man will dann im­mer nur ei­ne bes­se­re Qua­li­tät.

SER­GE BRUN­SCHWIG Das ist ge­nau­so wie in der Mo­de: Qua­li­tät macht ein­fach süch­tig.

WENN MAN EIN­MAL RICH­TIG GU­TEN SOUND GE­HÖRT HAT KANN MAN EIN­FACH NICHT MEHR ZU­RÜCK

Herr der Pe­gel: Da­ni­el Senn­hei­ser lei­tet das gleich­na­mi­ge Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men

Mon­sieur Cou­ture: Ser­ge Brun­schwig ist Vor­stands­vor­sit­zen­der von Dior Homme

Senn­hei­sers In-ear-kopf­hö­rer IE 800 im rot-weiß-schwar­zen Dior-homme-fi­nish: auch op­tisch ein Ge­nuss

Die ak­ti­ve Rausch­un­ter­drü­ckung des PXC 550 sorgt für luxuriöse Hör­er­leb­nis­se. Das Mo­dell ist in gleich drei Dior-homme-x-senn­hei­ser-pak­ten er­hält­lich – je­weils mit ei­nem ei­ge­nen Tra­ge- bzw. Auf­be­wah­rungs­sys­tem

Am­bo Le­af © Bas­tia­an Woudt

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