Die Ero­tik von Bas­tia­an Woudt Von Na­di­ne Barth

Je­des De­tail hat Ge­wicht, ist ge­wollt. Mo­no­chrom und kon­trast­reich in­sze­niert Bas­tia­an Woudt sei­ne Mo­ti­ve. Der 29-jäh­ri­ge Hol­län­der setzt auf Kon­tras­te, de­ren „äs­the­ti­schen Ele­men­te“er be­wusst ak­zen­tu­iert

L'Officiel Hommes Germany - - Inhalt - text NA­DI­NE BARTH fo­tos BAS­TIA­AN WOUDT

Schön­heit, sagt er, muss dich be­rüh­ren. Schön­heit ist die Kunst, die du ha­ben willst. Du möch­test von schö­nen Men­schen um­ge­ben sein, mit Mu­sik, der du zu­hö­ren willst. Na­tür­lich ist die­ser Be­griff von Schön­heit sub­jek­tiv, gibt er zu. Er, der Fo­to­graf, wird die­ses Jahr 30 Jah­re alt. Er lebt in Alk­maar, na­he Ams­ter­dam. Sein Stu­dio ist um die Ecke, da­rin schafft er schwarz-wei­ße Wel­ten, in die man ein­tau­chen kann, die in ih­rer Sanft­heit flir­ren, de­ren Dun­kel­heit leuch­tet.

Er er­klärt, dass sei­ne Pa­let­te nur Schwarz, Grau und Weiß ent­hält. Mit der per­fek­ten Kom­bi­na­ti­on der drei Tö­ne kön­ne er in ei­ner Fo­to­gra­fie mehr er­zäh­len als mit al­len Far­ben die­ser Welt. Er ex­pe­ri­men­tiert viel. Er sagt, er möch­te den Men­schen vor sei­ner Ka­me­ra zei­gen, wie er sie sieht. Ihm geht es um ei­ne zu­sätz­li­che Di­men­si­on, ei­ne per­sön­li­che No­te. Es ist ei­ne Art Me­di­ta­ti­on über das Por­trät.

Er hat sich das Fo­to­gra­fie­ren selbst bei­ge­bracht. Stu­dier­te Bü­cher, ging in Aus­stel­lun­gen und auf Mes­sen.

Sei­ne Hel­den be­nennt er mit Ir­ving Penn, Richard Ave­don, Bill Brandt, auch Pao­lo Ro­ver­si. Die Klas­si­ker, die wie er die Kon­tras­te lie­ben. Das ex­akt ge­setz­te Licht. Ei­ne Kör­per­lich­keit, plas­tisch greif­bar, sinn­lich er­fahr­bar.

Er fing an zu fo­to­gra­fie­ren, als 2009 sein ers­ter Sohn ge­bo­ren wur­de. Von ei­nem eher pik­to­ria­len Stil ging er in Rich­tung Abs­trak­ti­on, mach­te Stills von Ob­jek­ten, wand­te sich wie­der den Men­schen zu. Er hat vier Kin­der. Er fuhr nach Ma­rok­ko, um dort zu fo­to­gra­fie­ren. Dort muss­te er aus sei­ner Com­fort Zo­ne her­aus, er­zählt er, das hät­te sei­ne Au­gen ge­öff­net. Man muss manch­mal sei­nen Work­flow ver­än­dern, um ein bes­se­rer Fo­to­graf zu wer­den, meint er noch.

Er liebt sei­ne Mit­tel­for­mat­ka­me­ra, die Pha­se One XF, mit der di­gi­ta­len Rück­wand IQ250, und spricht von dem ein­zig­ar­ti­gen Ge­fühl der Bil­der, die man da­mit ma­chen kann. Manch­mal, für die schnel­le­ren Fo­tos, für Mo­men­te un­ter­wegs, nimmt er ei­ne Lei­ca M240.

Sei­ne Wer­ke wur­den be­reits in Rot­ter­dam, Den Haag, Stock­holm, Ber­gen, Pa­ris und New York ge­zeigt. Im Sep­tem­ber hän­gen Bil­der von ihm auf der „Pho­to Shang­hai“und der „Un­se­en“in Ams­ter­dam.

Auf ei­nem Vi­deo, das ein Shoo­ting mit dem schwar­zen Mo­del Thu­la Ne­ka zeigt, sieht man ihn als ei­nen be­dacht agie­ren­den, sich ge­schmei­dig be­we­gen­den Fo­to­gra­fen mit ras­pel­kur­zen Haa­ren. Er trägt ei­ne Holz­ket­te über der Uhr und Ta­toos am Arm. Ei­ne lang­sa­me, jaz­zi­ge Kla­vier­me­lo­die ist dem Schwarz-weiß-film un­ter­legt.

Er, Bas­tia­an Woudt, ge­hört zu den upri­sing stars der Fo­to­welt.

Por­trait of Sa­sha © Bas­tia­an Woudt

Sas­has Hand © Bas­tia­an Woudt

Nu­de On Chair © Bas­tia­an Woudt

Va­ru­sa Hat © Bas­tia­an Woudt

Nu­de In Grain © Bas­tia­an Woudt

Clo­se Up Nu­de © Bas­tia­an Woudt

Va­ru­se Smo­ke © Bas­tia­an Woudt

Cha­peau © Bas­tia­an Woudt

Whi­te Nu­de © Bas­tia­an Woudt

Bas­tia­an Woudt: Ka­ra­wan, 2017, 96 Sei­ten, Wa­an­ders, 40 Eu­ro, ar­ti­books.com Al­le Bil­der Cour­te­sy Kah­mann Gal­le­ry, Ams­ter­dam, kah­mann­gal­le­ry.com, und Vi­sio­na­ry Agen­cy, Ams­ter­dam, vi­sio­na­ry-agen­cy.com Web­site des Künst­lers: bas­tia­an­woudt.com

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