Pferd in Bran­den­burg stirbt an West-Nil-Fie­ber

Er­re­ger in El­be-Els­ter nach­ge­wie­sen – Über­tra­gung durch Stech­mü­cken

Märkische Allgemeine - - ERSTE SEITE - Von Ul­rich Wan­ge­mann

Pots­dam. Das West-Nil-Vi­rus hat Bran­den­burg er­reicht. Wie Lan­des­tier­arzt Ste­phan Ni­ckisch der MAZ be­stä­tig­te, ist in Ples­sa (El­be-Els­ter) ein In­fek­ti­ons­fall auf­ge­tre­ten. An­ge­steckt hat sich ein Pferd, das mitt­ler­wei­le ver­en­det ist. „Aus ei­nem Be­stand von zwölf Pfer­den war ei­nes be­trof­fen“, sagt Ni­ckisch. Der Be­fund von En­de Sep­tem­ber sei vom Fried­rich-Lo­eff­ler-In­sti­tut (LFI) be­stä­tigt wor­den – das LFI ist das na­tio­na­le Re­fe­renz­la­bor für die Tier­seu­che. „Wir neh­men das sehr ernst“, sag­te der Lan­des­tier­arzt. Ge­sund­heits­be­hör­den sei­en in­for­miert wor­den.

Das West-Nil-Fie­ber ist ei­ne von Stech­mü­cken und Ze­cken über­tra­ge­ne In­fek­ti­ons­krank­heit, die bis­lang in Bran­den­burg noch nicht nach­ge­wie­sen wur­de. An ihr er­kran­ken nor­ma­ler­wei­se Vö­gel. Säu­ge­tie­re und Men­schen kön­nen je­tet doch eben­falls nach ei­nem Mü­cken­stich be­trof­fen sein. In sel­te­nen Fäl­len kann der Er­re­ger Hirn­haut­ent­zün­dung aus­lö­sen. Wie ges­tern be­kannt wur­de, ist in Bay­ern erst­mals ein Mensch an der In­fek­ti­on er­krankt.

Mel­de­pflicht be­steht seit 2015. In Süd- und Süd­ost­eu­ro­pa gab es in die­ser Sai­son ei­ne be­son­ders hef­ti­ge In­fek­ti­ons­wel­le mit zahl­rei­chen To­des­fäl­len vor al­lem bei äl­te­ren Men­schen. Zu­letzt mel­de­te auch Tsche­chi­en nach Jah­ren er­neut ers­te hei­mi­sche Er­kran­kun­gen.

Im Fall Ples­sa sind laut Ver­brau­cher­schutz­mi­nis­te­ri­um „zen­tral­ner­vö­se Aus­fall­er­schei­nun­gen“bei dem Pferd auf­ge­tre­ten. Da als Über­trä­ger ei­gent­lich nur Mü­cken in­fra­ge kom­men, ha­ben Amts­ve­te­ri­nä­re Mü­cken­fal­len auf­ge­stellt. Der Fang sei mitt­ler­wei­le auf dem Weg zum Lo­eff­ler-In­sti­tut, sagt Lan­des­tier­arzt Ni­ckisch. So wol­le man fest­stel­len, ob der Er­re­ger schon wei­ter ver­brei-

Ste­phan Ni­ckisch, Lan­des­tier­arzt

sei und ins­be­son­de­re die Wild­vo­gel­po­pu­la­ti­on be­dro­he. In ei­ner Mit­tei­lung des Ver­brau­cher­schutz­mi­nis­te­ri­ums heißt es, von mit dem West-Nil-Vi­rus in­fi­zier­ten und er­krank­ten Pfer­den ge­he kei­ne wei­te­re In­fek­ti­ons­ge­fahr aus.

Wie das baye­ri­sche Lan­des­amt für Ge­sund­heit und Le­bens­mit­tel­si­cher­heit mit­teil­te, hat sich jetzt zum ers­ten Mal ein Mensch in Deutsch­land nach­weis­lich mit dem Wes­tNil-Vi­rus in­fi­ziert. Ein Tier­arzt aus Bay­ern ha­be sich mit ho­her Wahr­schein­lich­keit bei der Ob­duk­ti­on ei­nes an dem Vi­rus ver­en­de­ten Bart­kau­zes aus ei­nem Wild­park in Po­ing (Land­kreis Ebers­berg) mit dem Er­re­ger an­ge­steckt. Der Ve­te­ri­när sei mitt­ler­wei­le aber wie­der ge­sund.

Der Deut­sche Jagd­ver­band warn­te ges­tern in ei­ner Mit­tei­lung vor dem Be­rüh­ren von to­ten Vö­geln. Sie soll­ten nur ge­schützt ein­ge­sam­melt und zur Be­gut­ach­tung ge­ge­ben werden.

Wir neh­men das sehr ernst.

Ade­le Neu­hau­ser am Sonn­tag im Wie­ner Tat­ort.

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