Po­li­ti­sches Be­ben in Bay­ern?

Vor der Land­tags­wahl am Sonn­tag sa­gen Um­fra­gen der CSU mas­si­ve Ver­lus­te vor­aus

Märkische Allgemeine - - ERSTE SEITE -

Mün­chen. Par­tei­en-End­spurt vor der Land­tags­wahl in Bay­ern: Mit letz­ten Groß­kund­ge­bun­gen wol­len CSU und SPD noch­mals um das Ver­trau­en der Bür­ger wer­ben. Die Um­fra­gen sa­gen bei­den Par­tei­en für Sonn­tag mas­si­ve Ver­lus­te vor­aus. Die CSU von Mi­nis­ter­prä­si­dent Mar­kus Sö­der und Par­tei­chef Horst See­ho­fer wird dem­nach ih­re ab­so­lu­te Mehr­heit ver­lie­ren und muss sich mög­li­cher­wei­se meh­re­re Ko­ali­ti­ons­part­ner su­chen. Die De­mo­sko­pen sa­hen sie zu­letzt bei Wer­ten zwi­schen 33 und 35 Pro­zent, die SPD bei 11 bis 12 Pro­zent. Al­ler­dings sind noch vie­le Wäh­ler un­ent­schlos­sen.

Das sta­bils­te Bünd­nis bei ei­nem Ver­lust der ab­so­lu­ten CSU-Mehr­heit wä­re ei­nes mit den Grü­nen. Sö­der äu­ßer­te sich skep­tisch hin­sicht­lich Schwar­zG­rün: „Das Pro­gramm der Grü­nen ist aus mei­ner Sicht so in der Form nicht ko­ali­ti­ons­fä­hig“, sag­te er am Frei­tag im ZDF. „Das wirkt zwar frisch, aber das Pro­gramm ist ur­alt.“Vor al­lem bei der in­ne­ren Si­cher­heit woll­ten die Grü­nen zu­rück­dre­hen, was die CSU be­schlos­sen ha­be. Er kön­ne sich bei den in­halt­li­chen Un­ter­schie­den ei­ne Zu­sam­men­ar­beit der­zeit kaum vor­stel­len.

Bei der Land­tags­wahl 2013 hat­te die CSU mit 47,7 Pro­zent der Stim­men noch die ab­so­lu­te Mehr­heit ge­holt. Sie stell­te 101 der 180 Ab­ge­ord­ne­ten im Land­tag. Die SPD war mit 20,6 Pro­zent (42 Sit­ze) zweit­stärks­te Kraft ge­wor­den.

Zwei Stim­men hat je­der Wäh­ler in Bay­ern, ei­ne für die Par­tei und ei­ne für den Di­rekt­kan­di­da­ten – so weit, so nor­mal. Bei 90 Stimm­krei­sen sind zu­nächst 90 von 180 Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten di­rekt ge­wählt. Aber: An­ders als im Bund und an­de­ren Län­dern werden Erst- und Zweit­stim­me zur end­gül­ti­gen Er­mitt­lung der Sitz­ver­tei­lung im Land­tag zu­sam­men­ge­zählt. Die Ge­samt­stim­men werden nach dem Grund­satz der Ver­hält­nis­wahl in Mandate um­ge­rech­net – und ent­schei­den, welche Frak­tio­nen ei­ne mehr­heits­fä­hi­ge Re­gie­rung bil­den kön­nen.

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