Lok­füh­rer wol­len 7,5 Pro­zent mehr Geld

Auf­takt zur Ta­rif­run­de bei der Bahn

Märkische Allgemeine - - WIRTSCHAFT - Von BernT RöTer

Ber­lin. Die Ge­werk­schaft Deut­scher Lo­ko­mo­tiv­füh­rer (GDL) will in der Ta­rif­run­de 2018 mit der Deut­schen Bahn mög­lichst oh­ne Streik zu ei­nem Kom­pro­miss kom­men. Sie for­dert 7,5 Pro­zent mehr Geld bei zwei Jah­ren Ver­trags­lauf­zeit und prä­zi­se­re Ar­beits­zeit­re­geln. „Bei­de Sei­ten star­ten mit dem fes­ten Wil­len, im Ver­hand­lungs­we­ge zu ei­nem Er­geb­nis zu kom­men“, sag­te der GDL-Vor­sit­zen­de Claus We­sels­ky am Frei­tag vor dem ers­ten Tref­fen bei­der Sei­ten in Ber­lin.

Bahn-Per­so­nal­vor­stand Mar­tin Sei­ler zeig­te sich zu­ver­sicht­lich, dass ei­ne Ei­ni­gung bald ge­lin­gen kön­ne. „Es ist un­se­re Ab­sicht, dass wir das mög­lichst vor Weih­nach­ten ab­schlie­ßen. Das ist sehr am­bi­tio­niert, aber aus un­se­rer Sicht mach­bar“, sag­te Sei­ler. Die GDL will die Re­geln für Ru­he­zei­ten zwi­schen den Schich­ten und Pau­sen für die rund 36 000 Mit­ar­bei­ter des Zug­per­so­nals kon­kre­ter fest­le­gen, wie We­sels­ky ver­deut­lich­te. Vie­le Ma­na­ger im Bahn­kon­zern ver­such­ten, die be­ste­hen­den Ta­rif­re­geln zur Ar­beits­zeit zu um­ge­hen.

An­ders als für die grö­ße­re Ei­sen­bahn- und Ver­kehrs­ge­werk­schaft (EVG) steht für die GDL die Wahl­mög­lich­keit zwi­schen mehr Geld, mehr Ur­laub oder we­ni­ger Wo­chen­ar­beits­zeit nicht im Mit­tel­punkt. „Ei­ne wei­te­re Ver­kür­zung der Wo­chen­ar­beits­zeit bei glei­chem Ent­gelt ist von uns we­der ge­for­dert noch ziel­füh­rend in die­ser Per­so­nal­si­tua­ti­on“, sag­te der GDL-Chef mit Blick auf den Fach­kräf­te­man­gel, den auch die Bahn spürt.

Die EVG hat­te am Don­ners­tag erst­mals mit der Bahn ver­han­delt. An­schlie­ßend hieß es bei der Ge­werk­schaft, das an­ge­streb­te Wahl­recht zwi­schen Lohn­er­hö­hung und mehr Frei­zeit kön­ne zum „Knack­punkt“die­ser Ta­rif­run­de werden. Die jüngs­te Lohn­er­hö­hung kön­nen die Ei­sen­bah­ner seit An­fang die­ses Jah­res auf Wunsch in sechs Ta­ge mehr Ur­laub oder ei­ne St­un­de we­ni­ger Wo­chen­ar­beits­zeit um­wan­deln. Die EVG will die­ses Wahl­mo­dell er­wei­tern.

Die GDL ver­han­delt für rund 36 000 Be­schäf­tig­te des Zug­per­so­nals, dar­un­ter fal­len nach Bahn-An­ga­ben 18800 Lok­füh­rer, 3200 Lo­kran­gier­füh­rer, 9100 Zug­be­glei­ter, 2600 Mit­ar­bei­ter der Bord­gas­tro­no­mie und 2100 Ver­kehrs­pla­ner. Ins­ge­samt geht es in den Ta­rif­ver­hand­lun­gen um 160 000 Be­schäf­tig­te.

FO­TO: LU­KAS SCHUL­ZE/DPA

Claus We­sels­ky, Vor­sit­zen­der der Lok­füh­rer­ge­werk­schaft GDL.

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