Frem­des Fie­ber

Märkische Allgemeine - - LAND & LEUTE - Von Ul­rich Wan­ge­mann

Das West-Nil-Fie­ber hat Bran­den­burg er­reicht, auch wenn nur ein Pferd er­krank­te. Weil man bei all den Seu­chen wie Schwei­ne­pest und Vo­gel­grip­pe leicht durch­ein­an­der ge­rät, sei ein we­nig Ent­war­nung ge­ge­ben: Der Er­re­ger hat es auf Wild­vö­gel ab­ge­se­hen. Ge­langt er per Mü­cken­stich ins Blut von Säu­ge­tie­ren, ist das für ihn ei­ne Sack­gas­se. Pfer­de und Men­schen ste­cken sich un­ter­ein­an­der nicht an. In­fek­tio­nen kön­nen gleich­wohl un­an­ge­nehm sein, in sel­te­nen Fäl­len le­bens­be­droh­lich. Müs­sen wir uns al­so gro­ße Sor­gen ma­chen? Grund zur Pa­nik be­steht nicht. In den USA und Sü­d­eu­ro­pa hat man schon Er­fah­rung mit grö­ße­ren Grup­pen In­fi­zier­ter. Meist bleibt es bei grip­pe­ähn­li­chen Er­schei­nun­gen. Schwe­re Krank­heits­ver­läu­fe tra­ten vor al­lem bei al­ten, ge­sund­heit­lich ge­schwäch­ten Men­schen auf. An­ders als bei der im­mer nä­her rü­cken­den Schwei­ne­pest geht vom West-Nil-Fie­ber ei­ne viel ge­rin­ge­re wirt­schaft­li­che Be­dro­hung aus. Das tau­send­fa­che Keu­len von Nutz­tie­ren ist nicht zu be­fürch­ten. Hin­ge­gen steht im Fal­le ei­nes Aus­bruchs der Schwei­ne­pest die wirt­schaft­li­che Exis­tenz der Haus­schwein-Hal­ter in der Re­gi­on auf dem Spiel. Des­we­gen auch rüs­tet sich das Land mit fahr­ba­ren Kühl­häu­sern für Tot­fun­de und Ab­schuss­prä­mi­en für Jä­ger, wenn die mehr Wild­schwei­ne er­le­gen als in den Vor­jah­ren.

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