Auf das Quo­rum kommt es an

Die Stich­wahl bringt die Ent­schei­dung – wenn ei­ner der Kan­di­da­ten 21 200 Stim­men er­reicht

Märkische Allgemeine - - POTSDAM - Von Il­di­ko Röd

Pots­dam. Der Count­down läuft. Am Sonn­tag­abend steht fest, wer der neue Ober­bür­ger­meis­ter be­zie­hungs­wei­se die neue Ober­bür­ger­meis­te­rin wird. In der Stich­wahl: Mi­ke Schu­bert (SPD) und Mar­ti­na Trauth (par­tei­los für die Lin­ke). Die MAZ be­ant­wor­tet al­le wich­ti­gen Fra­gen rund um die Stich­wahl.

Darf man wäh­len ge­hen, wenn man die Wahl­be­nach­rich­ti­gung ver­lo­ren hat?

▶ Ja, de­fi­ni­tiv. „Man muss die Wahl­be­nach­rich­ti­gung nicht un­be­dingt mit­neh­men“, sagt der stell­ver­tre­ten­de Kreis­wahl­lei­ter Ste­fan Tolks­dorf. Man muss sich im Wahl­lo­kal aus­wei­sen kön­nen und als Wäh­ler iden­ti­fi­ziert werden. Mit ei­nem gül­ti­gen Aus­weis­do­ku­ment – dem Pass oder Per­so­nal­aus­weis.

Ein­mal Brief­wäh­ler – im­mer Brief­wäh­ler?

▶ Nein. Wer sich beim ers­ten Wahl­gang am 23. Sep­tem­ber für die Brief­wahl ent­schie­den hat, be­kommt zwar für die Stich­wahl wie­der Brief­wahl-Un­ter­la­gen zu­ge­sandt. Al­ler­dings kann man die Stim­me auch bei ei­nem Ur­nen­wahl­lo­kal ab­ge­ben. Wich­tig: Die Brief­wahl­un­ter­la­gen müs­sen mit­ge­nom­men werden – eben­so die Aus­weis­pa­pie­re. Im Ur­nen­wahl­lo­kal wird der Wahl­schein ge­prüft und man er­hält ei­nen neu­en Stimm­zet­tel.

Bei der Stich­wahl muss das so­ge­nann­te Quo­rum er­reicht werden. Was ist das?

▶ Um ge­wählt zu werden, braucht ein Kan­di­dat min­des­tens 15 Pro­zent der Stim­men al­ler Pots­da­mer Wahl­be­rech­tig­ten (der­zeit gibt es et­wa 141000). Über­setzt in Zah­len be­deu­tet das: „Wenn ei­ner der bei­den Kan­di­da­ten et­wa 21200 gül­ti­ge Stim­men be­kommt, dann ist das Quo­rum er­reicht“, so Tolks­dorf. Zum Ver­gleich: Am 23. Sep­tem­ber gin­gen beim ers­ten Wahl­gang et­wa 75 000 Pots­da­mer wäh­len. Das Quo­rum lag bei 21 145 Stim­men.

Wird das Quo­rum er­reicht?

▶ „Die Wahl­be­tei­li­gung ist in der Stich­wahl zwar tra­di­tio­nell nied­ri­ger als im ers­ten Wahl­gang, den­noch wird sie al­ler Vor­aus­sicht nach deut­lich über 30 Pro­zent lie­gen“, so Tolks­dorf. Zum Ver­gleich: Der SPDKan­di­dat Mi­ke Schu­bert er­hielt im ers­ten Wahl­gang 32 Pro­zent, al­so über 23 000 Stim­men. Da­mit lag er als ein­zi­ger Be­wer­ber über dem ge­for­der­ten Quo­rum.

Wie sa­hen frü­her die Un­ter­schie­de zwi­schen ers­tem und zwei­tem Wahl­gang aus?

▶ Bei der OB-Wahl 2010 lag die Wahl­be­tei­li­gung in der Stich­wahl nur knapp vier Pro­zent­punk­te un­ter dem ers­ten Wahl­gang (von 45,9 auf 42,1 Pro­zent). We­sent­lich grö­ßer fiel die Kluft bei der OB-Wahl 2002 aus.

Ste­fan Tolks­dorf, Stell­ver­tre­ten­der

Kreis­wahl­lei­ter

Hier ging die Wahl­be­tei­li­gung um sat­te 36 Pro­zent­punk­te run­ter, nach­dem der ers­te Wahl­gang mit ei­ner Bun­des­tags­wahl zu­sam­men­ge­fal­len war. Jann Ja­kobs (SPD), der in der ers­ten Run­de wie der si­che­re Sie­ger aus­ge­se­hen hat­te, muss­te plötz­lich an­ge­sichts der Auf­hol­jagd von Hans-Jür­gen Schar­fen­berg (Lin­ke) ex­trem zit­tern.

Was pas­siert, wenn das Quo­rum wi­der Er­war­ten nicht er­reicht wird?

▶ Dann werden die Kar­ten noch ein­mal neu ge­mischt. Die Ober­bür­ger­meis­ter-Stel­le müss­te öf­fent­lich neu aus­ge­schrie­ben werden. Je­der könn­te sich be­wer­ben. „Dann wür­de ein Aus­wahl­ver­fah­ren statt­fin­den, ähn­lich wie bei der Be­set­zung von De­zer­nen­ten­stel­len“, er­läu­tert Tolks­dorf. An­schlie­ßend wä­ren die Stadt­ver­ord­ne­ten am Zug. Sie müss­ten über die Be­wer­ber ab­stim­men – vor­aus­ge­setzt, man kann sich auf ei­nen mehr­heits­fä­hi­gen Kan­di­da­ten ei­ni­gen. Sonst muss neu aus­ge­schrie­ben werden.

Die Wahl­be­tei­li­gung wird al­ler Vor­aus­sicht nach deut­lich über 30 Pro­zent lie­gen.

Al­le In­fos zur Wahl un­ter MAZ-on­line.de/obwahl2018

FO­TO: HAJO VON CÖLLN

OBer­Bür­ger­meis­ter-WAhl in Pots­dAm 2018: Zwei WAhl­plA­kA­te An der Brei­te StrA­ße in Pots­dAm.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.