Her­aus­for­de­rung

Märkische Allgemeine - - LAND & LEUTE - Von Rü­di­ger Braun

Vor ei­nem gu­ten Jahr wur­de Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel in ei­ner Fern­seh­sen­dung von ei­nem jun­gen Kran­ken­pfle­ger mit der ka­ta­stro­pha­len Pfle­ge­si­tua­ti­on in Deutsch­land kon­fron­tiert. Jetzt schießt ihr Ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn aus al­len Roh­ren. 13 000 neue Pfle­ge­stel­len sol­len schon ab dem kom­men­den Jahr schlimms­te Not lin­dern hel­fen. Von 2020 an wird die Pfle­ge am Kran­ken­bett durch ein ei­ge­nes Pfle­ge­bud­get oh­ne Ab­zü­ge fi­nan­ziert. Das al­les ist löb­lich, wird aber nicht aus­rei­chen. In bran­den­bur­gi­schen Ein­rich­tun­gen kennt man längst die ge­wal­ti­ge Her­aus­for­de­rung der Pfle­ge. Das Land ist am här­tes­ten be­trof­fen. In sei­nen länd­li­chen Re­gio­nen sind die Men­schen nicht nur meist viel äl­ter als an­ders­wo, ih­re Ver­sor­gung ist auch un­gleich schwie­ri­ger ge­wor­den. Was dort schon All­tag ist, wird bald in ganz Deutsch­land durch­schla­gen. Bran­den­burgs Ge­sund­heits­mi­nis­te­rin Su­san­na Ka­ra­wans­kij hat recht: Die­se Pro­ble­me kön­nen nur be­wäl­tigt wer­den, wenn die Pfle­ge­be­ru­fe at­trak­ti­ver wer­den. Das wird kos­ten. Nicht nur weil hö­he­re Löh­ne ge­zahlt, son­dern vor al­lem auch, weil die Ar­beits­be­din­gun­gen ver­bes­sert wer­den müs­sen. Das heißt: Noch mehr Per­so­nal aus­bil­den und ein­stel­len als jetzt ver­an­schlagt. Nur so wird be­frie­di­gen­de Pfle­ge mög­lich sein. Ins­ge­samt muss die Ge­sell­schaft ge­wal­ti­ge Res­sour­cen um­schich­ten. Es geht nicht an­ders. Der de­mo­gra­fi­sche Wan­del ist ei­ne Tat­sa­che.

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