Tier­schutz-Skan­dal: Haf­leg-Part­ner ge­schockt

Gas­tro­no­men neh­men kein Fleisch mehr aus der Pro­duk­ti­on des Ost­p­ri­gnit­zer Bio-Schlacht­hofs ab

Märkische Allgemeine - - LAND & LEUTE - C.A.

Ha­ken­berg. Das Fleisch der Ha­ken­ber­ger Fleisch Ge­sell­schaft (Haf­leg) sei „die ers­te Wahl der lo­ka­len Spit­zen­gas­tro­no­mie“. So steht es auf der In­ter­net­sei­te des Neu­rup­pi­ner Ho­tels Re­sort Mark Bran­den­burg. Dar­un­ter der Hin­weis: „Aus ak­tu­el­lem An­lass be­zie­hen wir kurz­fris­tig un­ser Fleisch von ei­nem an­de­ren Lie­fe­ran­ten“. Denn bei dem bis da­hin vie­len als vor­bild­lich gel­ten­den Schlacht­be­trieb sind gra­vie­ren­de Tier­schutz-Ver­stö­ße be­kannt ge­wor­den. Das Ve­te­ri­när­amt Neu­rup­pin ent­zog der Haf­leg die Schlach­ter­laub­nis, nach­dem die Tier­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on Ani­mal Rights Watch ver­stö­ren­de Auf­nah­men aus dem Schlacht­hof ver­öf­fent­licht hat­te. Der Be­trieb ent­ließ Mit­ar­bei­ter; die Staats­an­walt­schaft er­mit­telt. Mat­thi­as Kle­ber, Kü­chen­chef im Re­sort Mark Bran­den­burg, zeig­te sich ge­schockt. Es tue ihm leid, dass das Un­ter­neh­men un­ter „ein, zwei Idio­ten lei­den muss, die den Re­spekt vor Tie­ren ver­lo­ren ha­ben.“Kle­ber for­dert, dass das Un­ter­neh­men den Schlach­tungs­pro­zes­ses bes­ser do­ku­men­tiert und die Mit­ar­bei­ter bes­ser schult. Da­zu sei­en eng­ma­schi­ge­re Kon­trol­len der Be­hör­den nö­tig.

Zu den Be­trof­fe­nen ge­hört der Bio-Gas­tro­no­mie­händ­ler Ha­vel­land-Ex­press, der sei­ne Wa­ren in ganz Eu­ro­pa ver­treibt. Er ver­kauft ab so­fort kei­ne Pro­duk­te mehr aus Ha­ken­berg. Das Fleisch von dort wur­de auch im Dach­gar­ten-Re­stau­rant des Bun­des­tag vom Fein­kost­an­bie­ter Kä­fer ser­viert.

Oli­ver Prokop, In­ha­ber des Neu­rup­pi­ner Bio­kon­sums, lässt sei­ne Tie­re bei Haf­leg schlach­ten. „Das ist ja nicht ge­ra­de Bom­ben­wer­bung für Bio“, sagt er. Ihn bringt die Sa­che in Be­dräng­nis. Die Haf­leg sei die ein­zi­ge Bi­oSchlach­te­rei für Scha­fe und Läm­mer weit und breit. „Wenn sie jetzt ge­schlos­sen ist, weiß ich nicht, was ich ma­che.“

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