Al­di baut Woh­nun­gen an Märk­ten

Dis­coun­ter sieht Ex­pan­si­ons­mög­lich­kei­ten in meh­re­ren Stadt­tei­len und hat als nächs­tes of­fen­bar den Markt an der Zep­pe­lin­stra­ße im Blick

Märkische Allgemeine - - ERSTE SEITE - Rai

Pots­dam. Der Dis­count-Rie­se Al­di hat ges­tern Mor­gen im Born­sted­ter Feld von Pots­dam mit dem Tief­bau sei­nes ers­ten Mark­tes mit Woh­nun­gen dar­über be­gon­nen. Der auf 1400 Qua­drat­me­ter fast ver­dop­pel­te Markt für rund 14 Mil­lio­nen Eu­ro trägt 36 Miet­woh­nun­gen und soll im Früh­jahr 2020 öff­nen. Er ist das ers­te sol­che Pro­jekt in Pots­dam, doch es gibt wei­te­re Plä­ne. So möch­te der Kon­zern ei­ne ein­stö­cki­ge Fi­lia­le im Stadt­teil Pots­dam-West durch ei­nen ver­grö­ßer­ten Neu­bau mit Woh­nun­gen er­set­zen, und auch an ei­nem sol­chen Markt mit Woh­nun­gen im künf­ti­gen Stadt­teil Krampnitz ist das Un­ter­neh­men in­ter­es­siert. An­trä­ge für die Fol­ge­pro­jek­te ste­hen noch aus.

Born­sted­ter Feld/Pots­dam-West. Für ei­nen ers­ten Su­per­markt mit Woh­nun­gen dar­über hat der Dis­coun­ter Al­di ges­tern den sym­bo­li­schen ers­ten Spa­ten­stich voll­zo­gen. Das 14 Mil­lio­nen Eu­ro teu­re Pro­jekt soll im Früh­jahr 2020 er­öff­net wer­den; im Som­mer kom­men­den Jah­res be­ginnt die Ver­mark­tung der 36 Miet­woh­nun­gen, die Al­di selbst ver­wal­tet.

16 Mo­na­te soll der Bau brau­chen und kein Ein­zel­fall in Pots­dam blei­ben. Nach MAZ-In­for­ma­tio­nen wird der Al­di-Markt an der Zep­pe­lin­stra­ße das nächs­te Pro­jekt. Nach Aus­kunft von Man­fred Schaff­ner aus dem ver­ant­wort­li­chen Ba­bels­ber­ger Ar­chi­tek­ten­bü­ro Ur­ba­nia wird wahr­schein­lich auch die­ser Markt ab­ge­ris­sen und durch ei­nen grö­ße­ren Neu­bau mit Woh­nun­gen dar­über er­setzt.

In Pots­dam-West könn­te so­gar ein Stock­werk mehr auf­ge­setzt wer­den, was von der obers­ten Eta­ge den Blick zur Ha­vel mög­lich ma­chen wür­de.

Auch im neu­en Stadt­teil Krampnitz wird ein Al­di-Markt nach die­sem Mus­ter ge­plant, doch sind noch kei­ne der­ar­ti­gen An­fra­gen bei der Stadt ge­stellt. Lars Köl­ling, bei Al­di für Im­mo­bi­li­en und Ex­pan­si­on zu­stän­dig, sag­te der MAZ, man sei an Krampnitz in­ter­es­siert. Man prü­fe stadt­weit Stand­or­te, die sich für ähn­li­che Pro­jek­te eig­nen. Al­di hat sechs Märk­te in Pots­dam.

Die Ver­bin­dung von Markt und Woh­nun­gen sei ei­ne „wun­der­schö­ne Idee“, sag­te Ober­bür­ger­meis­ter Jann Ja­kobs (SPD). Das brau­che man in ver­dich­te­ten Wohn­ge­bie­ten wie dem Born­sted­ter Feld. Es sei wich­tig, ei­ne Ver­sor­gungs­in­fra­struk­tur nicht erst zu schaf­fen, wenn die Be­woh­ner schon da sind.

Die Bau­ge­neh­mi­gung hat der Kon­zern schon seit De­zem­ber 2017 und bin­nen vier Mo­na­ten be­kom­men. Die Bau­ver­wal­tung ha­be ihm be­geis­tert be­rich­tet, „dass hier et­was ganz Groß­ar­ti­ges“ent­steht, be­rich­te­te Ja­kobs.

Dass es so schnell ging, schreibt Man­fred Schaff­ner auch sei­ner Be­kannt­heit in der Stadt­ver­wal­tung zu. Im­mer­hin hat­te er seit der Jahr-

Die Ver­bin­dung von Markt und Woh­nun­gen ist ei­ne wun­der­schö­ne Idee. Jann Ja­kobs, Ober­bür­ger­meis­ter

tau­send­wen­de das Pro­jekt ei­nes Sport- und Frei­zeit­parks mit Bad und Mul­ti­plex-Groß­ki­no in Dr­e­witz bau­reif ent­wi­ckelt, dort wo heu­te Por­ta und Mö­bel-Boss ste­hen.

Doch 2003, als al­les schon un­ter­schrifts­reif war und die In­ves­to­ren in der Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung sa­ßen, um den Be­schluss des Be­bau­ungs­pla­nes zu er­le­ben, gab es plötz­lich Be­den­ken von Stadt­ver­ord­ne­ten, und die Lan­des­re­gie­rung strich zu­ge­sag­te För­de­run­gen. 23 Mil­lio­nen Eu­ro soll­te laut Schaff­ner al­lein das Dr­e­wit­zer Spaß­bad kos­ten.

Der in­zwi­schen ab­ge­ris­se­ne Al­di an der Ecke Ned­lit­zer Stra­ße und Ge­org-Her­mann-Al­lee war 2003 er­öff­net wor­den. Er hat­te 780 Qua­drat­me­ter Ver­kaufs­flä­che. Im Frei­en konn­ten 90 Au­tos par­ken. Der Markt hat­te kei­nen Back­wa­ren­stand und kei­ne se­pa­ra­te Fla­schen­rück­nah­me.

Der neue Markt ist 1400 Qua­drat­me­ter groß. Die Gän­ge sind brei­ter, die Re­ga­le nied­ri­ger, das Sor­ti­ment reich­hal­ti­ger. Das Erd­ge­schoss birgt 50 Park­plät­ze, drau­ßen par­ken kön­nen 35 Au­tos. Die Kun­den kom­men über Roll­bän­der und Fahr­stuhl zum Ver­kaufs­be­reich im ers­ten Stock. Im zwei­ten Ober­ge­schoss lie­gen 18Zwei- und Drei-Zim­mer-Apart­ments, im nur halb so gro­ßen drit­ten Stock 18 Ein-Raum-Apart­ments. Das Ge­bäu­de ist dann das höchs­te an der Ned­lit­zer Stra­ße.

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