So­fort rechts ab­bie­gen!

Po­li­zei wehrt sich ge­gen die Un­ver­nunft von Na­vi­ga­ti­ons­ge­rä­ten

Märkische Oderzeitung Angerm‎ünde - - Vorderseite -

Seit es Na­vi­ga­ti­ons­ge­rä­te gibt, kann kei­ner mehr Land­kar­ten le­sen. Letz­te­res führt da­zu, dass man dem ver­meint­li­chen Wun­der­werk Na­vi blind ver­traut. Egal, wel­che Orts­schil­der und Au­to­bahn­ab­fahr­ten an ei­nem vor­bei­zie­hen. Wes­halb Au­to­fah­rer schon in ei­nem Fluss oder Gleis­bett lan­de­ten.

Ver­gan­ge­ne Wo­che erst ließ sich ein Ehe­paar nach Kap­peln in Rhein­land-pfalz an­statt nach Kap­peln in Schles­wig-hol­stein lei­ten – 744 Ki­lo­me­ter vom wirk­li­chen Ziel ent­fernt. Zu­vor hat­te ein bel­gi­scher Bus­fah­rer bei ei­ner Fahrt nach Frank­reich an­stel­le des Ski­orts La Plagne in den Al­pen den gleich­na­mi­gen Ort am Fu­ße der Py­re­nä­en an­ge­steu­ert. Und war 1200 Ki­lo­me­ter um­sonst ge­fah­ren.

Zu­min­dest die Po­li­zei hat dar­aus Schluss­fol­ge­run­gen ge­zo­gen. So war En­de 2017 im Land­kreis Co­burg für die B303 die Ver­kehrs­füh­rung ge­än­dert wor­den, wenn man auf die A73 auf­fah­ren will. Da die Na­vis das nicht ken­nen, ist es zu di­ver­sen Geis­ter­fahr­ten und Un­fäl­len ge­kom­men. Wes­halb die Po­li­zei nun das Warn­schild „Nicht nach Na­vi fah­ren!“auf­ge­stellt hat. Für den Fall, dass das Schu­le macht, soll­ten wir im In­ter­net ei­nen al­ten Au­to­at­las be­stel­len. Um uns mit der Funk­ti­ons­wei­se ver­traut zu ma­chen. Die ers­te Lek­ti­on lau­tet: Ein At­las spricht nicht. Und kann des­halb nie­mals sa­gen: „So­fort rechts ab­bie­gen!“Wie be­ru­hi­gend. (hz)

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