Ziel: Sta­bi­le ge­setz­li­che Ren­te

Ar­beits­mi­nis­ter Heil will mit ei­nem Ren­ten­pakt für ei­ne neue Ak­zep­tanz der Al­ters­si­che­rung wer­ben

Märkische Oderzeitung Bernau - - Nachrichten - Von Die­ter Kel­ler

Ber­lin. Mit ei­nem „Ren­ten­pakt“möch­te Bun­des­ar­beits­mi­nis­ter Hu­ber­tus Heil (SPD) für neu­es Ver­trau­en al­ler Ge­ne­ra­tio­nen in die ge­setz­li­che Ren­te sor­gen. Zen­tra­ler Punkt ist die Si­che­rung des Ren­ten­ni­veaus. Sei­nen Ge­setz­ent­wurf, den der Bun­des­tag bis En­de des Jah­res be­schlie­ßen soll, hat Heil al­ler­dings noch nicht mit der Uni­on ab­ge­stimmt. Die wich­tigs­ten Punk­te:

Dop­pel­te Hal­t­el­i­nie: Das Ren­ten­ni­veau soll bis 2025 nicht un­ter den der­zei­ti­gen Stand von 48 Pro­zent sin­ken. Maß­stab ist der „Stan­dard­rent­ner“, der 45 Jah­re lang im­mer durch­schnitt­lich ver­dient und Ren­ten­bei­trä­ge ge­zahlt hat. Der­zeit hat er im Os­ten 1209 Eu­ro Ren­te im Mo­nat nach Ab­zug von Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung, aber vor Steu­ern. Au­ßer­dem soll der Be­trags­satz von der­zeit 18,6 Pro­zent bis 2025 auf ma­xi­mal 20 Pro­zent stei­gen.

Müt­ter­ren­te: Für je­des Kind, das vor 1992 ge­bo­ren wur­de, be­kom­men Müt­ter (oder Vä­ter) zwei Ba­by­jah­re gut­ge­schrie­ben. Im Os­ten ent­spricht das der­zeit gut 61 Eu­ro mo­nat­li­che Ren­te. Von 2019 an sol­len Müt­ter, die min­des­tens drei Kin­der ha­ben, ein drit­tes Ba­by­jahr be­kom­men, und zwar ab dem ers­ten Kind. Als Al­ter­na­ti­ve könn­te es auch für al­le Kin­der zu­sätz­lich ein hal­bes Ba­by­jahr ge­ben. Bei­des kos­tet 3,7 Mil­li­ar­den Eu­ro im Jahr. Ent­schei­den muss der Bun­des­tag. Ren­ten we­gen Er­werbs­min­de­rung: Die Re­geln wer­den ver­bes-

sert, da­mit we­ni­ger Be­trof­fe­ne auf Grund­si­che­rung an­ge­wie­sen sind. Al­ler­dings gilt das nur für neue Fäl­le.

Ge­ring­ver­die­ner: Schon bis­her wer­den Be­schäf­tig­ten, die mo­nat­lich 450 bis 850 Eu­ro ver­die­nen, ge­rin­ge­re So­zi­al­ab­ga­ben ab-

ge­zo­gen. Die­se „Gleit­zo­ne“wird auf 1300 Eu­ro an­ge­ho­ben. Der Bund stockt die Bei­trä­ge auf, da­mit im Al­ter die Ren­te nicht nied­ri­ger aus­fällt. Durch die Neu­re­ge­lung hat ein Ar­beit­neh­mer mit 850 Eu­ro brut­to im Mo­nat künf­tig laut Heil 270 Eu­ro pro Jahr mehr in der Ta­sche.

Fi­nan­zie­rung: Mit Fi­nanz­mi­nis­ter Olaf Scholz (SPD) hat Heil ver­ein­bart, dass der Bund 2022 bis 2025 jähr­lich 500 Mil­lio­nen Eu­ro zu­sätz­lich an die Ren­ten­ver­si­che­rung über­weist, da­mit der Bei­trag ma­xi­mal auf 20 Pro­zent steigt. Au­ßer­dem legt Scholz ei­nen „De­mo­gra­fie-fonds“an,

in den der Bund gleich­zei­tig aus Steu­er­mit­teln zwei Mil­li­ar­den Eu­ro im Jahr ein­zahlt. So wol­len Heil und Scholz vor­sor­gen, dass die dop­pel­te Hal­t­el­i­nie län­ger­fris­tig nicht ge­ris­sen wird. Über die­sen Punkt müs­sen sie sich al­ler­dings noch mit der Uni­on ei­ni­gen.

Fo­to: dpa/brit­ta Pe­der­sen

Ren­ten-re­for­mer: Ar­beits­mi­nis­ter Hu­ber­tus Heil (SPD) prä­sen­tiert sein Ren­ten­kon­zept, das un­ter an­derm ei­ne Si­che­rung des Ren­ten­ni­veaus vor­sieht.

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