Ge­recht­fer­tig­te Er­in­ne­rung

Märkische Oderzeitung Bernau - - Leserbriefe -

Al­le Ach­tung, dass die Zei­tung an das Braun­buch der DDR zu den Kriegs- und Na­zi­ver­bre­chern in der BRD er­in­nert.

Ja, Al­bert Nor­den stell­te da­mals mit dem Werk mehr als 1800 wun­der­sam ge­wan­del­te Mi­nis­ter und Staats­se­kre­tä­re, Ge­ne­ra­le und Ad­mi­ra­le der Bun­des­wehr, ho­he Jus­tiz­be­am­te, Staats­an­wäl­te und Rich­ter, Ver­tre­ter des Aus­wär­ti­gen Am­tes so­wie ho­he Be­am­te der Po­li­zei und des Ver­fas­sungs­schut­zes der BRD an den Pran­ger, oh­ne dass die­se et­was zu be­fürch­ten hat­ten. Schließ­lich war man weit­ge­hend un­ter sich. Wer an­de­res ver­such­te, galt – wie der an­ti­fa­schis­tisch-jü­di­sche Ge­ne­ral­staats­an­walt Fritz Bau­er in Hes­sen, der ab 1963 im­mer­hin die Au­schwitz­pro­zes­se in­iti­ier­te – als Nest­be­schmut­zer.

Heu­te zeigt sich na­tio­nal wie in­ter­na­tio­nal, dass Brechts Wort vom „Schoß, der noch frucht­bar ist, aus dem das kroch“, er­neut auf­lebt und es zum Bei­spiel aus ei­ner Par­tei fol­gen­los dröh­nen darf, der Fa­schis­mus sei nicht mehr als Vo­gel­schiss in tau­send­jäh­ri­ger deut­scher Ge­schich­te ge­we­sen.

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