Spreng­stoff für die gro­ße Ko­ali­ti­on

Märkische Oderzeitung Bernau - - Leserbriefe - Andre­as hei­sing storkow hel­mut koch eberswalde

Frau Mer­kel hat jah­re­lang im In­ter­es­se der USA zur Spal­tung Eu­ro­pas bei­ge­tra­gen und be­son­ders die Kon­fron­ta­ti­on ge­gen­über Russ­land be­trie­ben. Die Zer­stö­rung der re­gio­na­len Struk­tu­ren in den ara­bi­schen Län­dern wie Irak, Li­by­en, Je­men oder Sy­ri­en hat sie in­di­rekt und di­rekt un­ter­stützt und so­mit auch die Flücht­lings­kri­se mit ver­ur­sacht. Glei­ches gilt für die de­mo­kra­tie­feind­li­chen Ent­wick­lun­gen in der Tür­kei.

Die in­nen­po­li­ti­schen Pro­ble­me in Deutsch­land tre­ten nun ganz of­fen zu Ta­ge und mit ih­rem „Aus­sit­zen“kön­nen die­se ge­sell­schaft­li­chen Groß­bau­stel­len nicht mehr be­wäl­tigt werden. Die Po­li­tik der letz­ten Jah­re hat die­se Pro­ble­me nur noch ver­grö­ßert. Mit der neu­en Ent­schei­dung zum Um­gang mit Herrn Maa­ßen durch die Par­tei­vor­sit­zen­den von CDU/CSU und SPD wird ein skan­da­lö­ser und fau­ler Kom­pro­miss durch ei­nen neu­en er­setzt, der le­dig­lich mit Schön­heits­kor­rek­tu­ren fri­siert ist und die Par­tei­ba­sis und em­pör­te Öf­fent­lich- keit be­ru­hi­gen soll. Im Grun­de ge­nom­men wird Herr Maa­ßen als Son­der­be­auf­trag­ter des In­nen­mi­nis­ters mit glei­chem Ge­halt auch wei­ter­hin ei­nen gro­ßen Ein­fluss auf die In­nen- und Si­cher­heits­po­li­tik aus­üben. Das ist und bleibt wei­ter­hin Spreng­stoff für die gro­ße Ko­ali­ti­on.

Das feh­len­de Ver­trau­en in die Po­li­tik der Kanz­le­rin und der gro­ßen Ko­ali­ti­on wird er­neut in der un­ver­hoff­ten Ab­wahl von Herrn Kau­der als Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der und Ver­trau­ter von Frau Mer­kel deut­lich, der bis­her da­für sorg­te, dass die Uni­ons­ab­ge­ord­ne­ten fast oh­ne Kri­tik die Ge­set­ze der Ko­ali­ti­ons­re­gie­rung ab­nick­ten. Ich bin mir si­cher, dass sich der ne­ga­ti­ve Trend für al­le drei Ko­ali­ti­ons­par­tei­en auch in den Land­tags­wah­len von Bay­ern und Hes­sen aus­wir­ken wird. Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU): Die Pro­ble­me „aus­zu­sit­zen“, wird wohl nicht mehr lan­ge gut­ge­hen.

Es ist ein sau­be­rer Schnitt und nicht die üb­li­che Su­che nach dem Bau­ern­op­fer. Wenn aber Hu­bert Kn­a­be das als spä­te Ra­che der von ihm an­ge­pran­ger­ten Sed-obe­ren an­sieht, über­schätzt er sei­ne Rol­le im Po­li­tik­ge­trie­be.

Mit dem An­satz, die deut­sche Nach­kriegs­ge­schich­te nur aus den Ak­ten zu be­wer­ten, nicht aber, wie sie er­lebt wur­de, muss­te er schei­tern. Noch da­zu, wenn er aus den Ddr-do­ku­men­ten nur das Ne­ga­ti­ve und aus den bun­des­deut­schen Ak­ten nur das Po­si­ti­ve ent­nom­men und ge­gen­über ge­stellt hat. Das ist Schar­la­ta­ne­rie und kei­ne Ver­gan­gen­heits­be­wäl­ti­gung.

Fo­to: dpa/kay Niet­feld

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