Mos­kau weist vier deut­sche Di­plo­ma­ten aus

Bot­schaf­ter ruft Russ­land zur Zu­sam­men­ar­beit auf

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Mos­kau/Ber­lin. Die rus­si­sche Re­gie­rung hat vier deut­sche Di­plo­ma­ten zum Ver­las­sen des Lan­des auf­ge­for­dert. Dies teil­te das Aus­wär­ti­ge Amt am Frei­tag in Ber­lin mit. Mit der Aus­wei­sung re­agiert Russ­land auf ei­nen ent­spre­chen­den Schritt der Bun­des­re­gie­rung nach dem Gift­an­schlag auf den rus­si­schen ExSpi­on Ser­gej Skri­pal in Groß­bri­tan­ni­en.

Zu­vor war der deut­sche Bot­schaf­ter Rü­di­ger von Fritsch ins Au­ßen­mi­nis­te­ri­um ein­be­stellt wor­den. Er ha­be die Ge­le­gen­heit ge­nutzt, Russ­land zur Zu­sam­men­ar­beit im Fall Skri­pal auf­zu­ru­fen. „An­ge­sichts der schlim- men Vor­fäl­le in Sa­lis­bu­ry ist es an der rus­si­schen Re­gie­rung, al­les zu un­ter­neh­men, Klar­heit und Trans­pa­renz zu schaf­fen und be­rech­tig­te of­fe­ne Fra­gen zu be­ant­wor­ten“, sag­te er.

Das rus­si­sche Au­ßen­mi­nis­te­ri­um be­stell­te auch Bot­schaf­ter an­de­rer EU-Staa­ten ein, die sich an der Aus­wei­sung rus­si­scher Di­plo­ma­ten be­tei­ligt hat­ten. Am Don­ners­tag­abend hat­te Russ­land be­reits die Aus­wei­sung von 60 US-Di­plo­ma­ten an­ge­kün­digt. Da­mit re­agier­te Mos­kau auf die Ent­schei­dung von rund 25 Staa­ten und der Nato, mehr als 140 rus­si­sche Di­plo­ma­ten aus­zu­wei­sen. (dpa)(

Mos­kau. Der di­plo­ma­ti­sche Streit zwi­schen Russ­land und den USA schau­kelt sich hoch: Die US-Re­gie­rung re­agier­te am Don­ners­tag em­pört auf die im Streit um den Gift­an­schlag in Groß­bri­tan­ni­en von Russ­land an­ge­kün­dig­te Aus­wei­sung von 60 US-Di­plo­ma­ten und die Schlie­ßung des US-Kon­su­lats in St. Pe­ters­burg. Die Aus­wei­sung der Di­plo­ma­ten sei „un­ge­recht­fer­tigt“, er­klär­te das Au­ßen­mi­nis­te­ri­um in Wa­shing­ton. Die rus­si­sche Re­gie­rung ent­geg­ne­te, sie ha­be die­sen „di­plo­ma­ti­schen Krieg“nicht an­ge­zet­telt.

Der rus­si­sche Au­ßen­mi­nis­ter Ser­gej La­w­row hat­te am Don­ners­tag er­klärt, er ha­be den US- Bot­schaf­ter Jon Hunt­s­man über „Ver­gel­tungs­maß­nah­men“in­for­miert. Da­mit re­agie­re Russ­land auf die Aus­wei­sung von 60 sei­ner Di­plo­ma­ten aus den USA und die Schlie­ßung sei­nes Kon­su­lats in Se­at­tle. Russ­land hat­te zu­vor be­reits an­ge­ord­net, dass 23 bri­ti­sche Di­plo­ma­ten das Land ver­las­sen müs­sen - Lon­don hat­te zu­vor 23 Rus­sen aus­ge­wie­sen.

Die Aus­wei­sun­gen ste­hen im Zu­sam­men­hang mit dem Gift­an­schlag auf den frü­he­ren rus­si­schen Dop­pel­agen­ten Ser­gej Skri­pal und sei­ne Toch­ter Ju­lia am 4. März in En­g­land. Groß­bri­tan­ni­en und an­de­re west­li­che Staa­ten ma­chen Mos­kau für die Tat ver­ant­wort­lich. 26 Staa­ten ha­ben seit­her die Aus­rei­se von rus­si­schen Di­plo­ma­ten an­ge­ord­net, dar­un­ter Deutsch­land. Ins­ge­samt sind rund 150 Rus­sen von den Aus­wei­sun­gen be­trof­fen.

Die Aus­wei­sung be­deu­te ei­ne „wei­te­re Ver­schlech­te­rung der Be­zie­hun­gen zwi­schen den USA und Russ­land“, er­klär­te die Spre­che­rin des Wei­ßen Hau­ses, Sa­rah San­ders. Ei­ne Über­ra­schung sei der Schritt aber nicht.

Die Spre­che­rin des US-Au­ßen­mi­nis­te­ri­ums, Hea­ther Nau­ert, be­zeich­ne­te die Aus­wei­sun­gen als „un­ge­recht­fer­tigt“und droh­te mit mög­li­chen wei­te­ren Maß­nah­men. Wa­shing­ton be­hal­te sich „das Recht vor“auf die Aus­wei­sun­gen zu „re­agie­ren“. (AFP)

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